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Die weiße Frau liebt einen schwarzen Mann

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Von: Thomas Ungeheuer

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Ruth (Rosamund Pike) und Seretse (David Oyelowo) sind ein Paar.
Ruth (Rosamund Pike) und Seretse (David Oyelowo) sind ein Paar. © Handout (Alamode Film)

In der Literaturverfilmung „A United Kingdom“ schildert Amma Asante die wahre Geschichte des afrikanischen Prinzen Seretse Khama und der Britin Ruth Williams.

Liebe fragt nicht nach der Farbe der Haut, wenn sie ein Paar gefunden hat, bei dem sie bleiben will. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg begegnen sich in London Ruth Williams (Rosamund Pike) und Seretse Khama (David Oyelowo). Schnell finden die beiden Gefallen aneinander, obwohl ihre Herkunft grundverschieden ist. Die Britin Ruth ist weiß und arbeitet als Bürokraft bei einer renommierten Versicherung, während Seretse schwarz ist und an der Universität Rechtswissenschaften studiert. Aber nicht, dass Seretse nebenbei auch boxt, macht ihn zu etwas Besonderem, sondern dass er der afrikanische Thronerbe im britischen Protektorat Bechuanaland (seit 1966 Botswana) ist. Nun drängt dessen Onkel Tshekedi (Vusi Kenene) auf Seretses Heimkehr, damit er die Regentschaft antreten kann. Bald werden Seretse und Ruth dort als Ehepaar eintreffen. Willkommen sind sie als solches jedoch keineswegs. Ruth bekommt es mit extremen rassistischen Anfeindungen seitens der Schwarzen zu tun. Und dass Seretse vor seinem Volk hierauf eine flammende Rede für die Akzeptanz seiner Liebe zu seiner weißen Frau hält, wird ihm zum Verhängnis.

Gerade in dieser Szene, in der David Oyelowo mit selbstbewussten, klugen und stolzen Worten auftritt, zeigt sich nicht nur das große schauspielerische Talent des Darstellers, sondern auch der spürbar hohe Anspruch, den die Regisseurin Amma Asante an ihr Drama stellt. Denn nicht nur die ebenso spannende wie aufwühlende Geschichte des Drehbuchautoren Guy Hibbert zeugt davon, wie sorgfältig mit der Literaturvorlage von Susan Williams „Colour Bar“ umgegangen wurde, sondern auch die Inszenierung. Hier unterstützen die ungemein präzisen Bilder des Kameramanns Sam McCurdy auf sehr gewinnbringende Weise die kraftvolle Erzählung. Sie beleuchtet historisch möglichst genau die Hintergründe der Apartheidspolitik und teilt darin eine große Liebesgeschichte mit, die seinerzeit weder vom Bechuanaland benachbarten Südafrika noch von der Regierung Englands toleriert wurde. Sehenswert

Frankfurt: Cinema, Eldorado. Limburg: Cineplex

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