Geplantes Neubaugebiet

46,4 Hektar Ackerland wären futsch

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Für Ortslandwirt Manfred Uhrig, gibt es kein Wenn und Aber: „Grund und Boden sind für die Landwirte der wichtigste Faktor. Unser Bestreben ist, den in maximaler Form zu erhalten.

Für Ortslandwirt Manfred Uhrig, gibt es kein Wenn und Aber: „Grund und Boden sind für die Landwirte der wichtigste Faktor. Unser Bestreben ist, den in maximaler Form zu erhalten.“ Deshalb erteilt der 42 Jahre alte Chef des Brühl-Hofs dem Vorstoß des Regionalverbandes, auf hochwertigem Ackerland eine Wohnstadt zu errichten, eine Absage. Manfred Uhrig und seine Kollegen begrüßen ausdrücklich, dass sich die Gemeindevertretung mit einer Resolution unverzüglich gegen die von dem früheren Kelkheimer Bürgermeister Thomas Horn (CDU) entwickelte Idee einer Wohnstadt auf Sulzbacher Ackerland ausgesprochen hat.

Uhrig verweist auf Bodenschutzwerte, die zwar vorm Zweiten Weltkrieg ermittelt wurden, aber noch relevant seien. Demnach stehe die fruchtbare Magdeburger Börde mit 100 Punkten ganz oben auf der Skala. Bundesweit liegt der Schnitt knapp über 50. „Für den zwei Kilometer breiten Streifen Ackerland nördlich der A 66 vom Gemarkungsrand Liederbach bis Eschborn gibt es Bewertungen, die über 80 liegen“, sagt Uhrig. „Wir leben hier in einem gelobten Land.“ Das bedeutet, dass der als Bauland diskutierte Ackerboden etwa 83 Prozent der Erträge der Magdeburger Börde bringt. Uhrig versteht nicht, dass sich der Regionalverband gerade auf dieses Juwel mit tiefgründigem Löß-Lehmboden ohne Steine stürzt. Richtung Main mit den Sandböden, aber auch in Richtung Taunus wie Neuenhain oder Hofheim würden sich die Bodenwerte drastisch nach unten verändern. Da werden nur noch 30 Bodenpunkte vergeben. Um ein Beispiel zu geben: In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg liegen die Bodenwerte bei 20 Punkten. Uhrig vermisst politischen Weitblick und kann bis heute nicht nachvollziehen, dass das Straßenbauamt Ausgleichsflächen für das Krifteler Dreieck ausgerechnet auf einem Streifen wertvollen Ackerbodens entlang der A 66 hinter der Aral-Tankstelle angelegt habe: „Das macht mich heute noch wütend. Die Bäumchen hätte man auch im Hintertaunus setzen können.“

Uhrig hält auch nichts von der geplanten Regionaltangente West, die bei ihrer Realisierung auch über Sulzbacher Ackerland führen würde: „Da drückt man uns etwas in die Sulzbacher Feldgemarkung, was der Gemeinde keine Vorteile bringt.“ Uhrig zeigt auf, dass in Sulzbach in sechs landwirtschaftlichen Betrieben auf 390 Hektar Fläche Ackerbau betrieben wird. Wenn der Horn-Plan verwirklicht werden würde, müssten 46,4 Hektar Sulzbacher Ackerland geopfert werden. Uhrig und seine Kollegen wissen sehr wohl, dass Wohnraum gebraucht wird, fordern aber, „mit Maß und Ziel vorzugehen und nichts mit Pauschal-Maßnahmen übers Knie zu brechen“.

(wm)

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