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So bezaubernd sah der Pavillon im Koreanischen Garten im Jahr 2005 aus. Aber aufgemerkt: Was gut ist, kommt wieder.

Nach Bränden 2017

Abgebrannte asiatische Pavillons werden wieder aufgebaut

Der Wiederaufbau des chinesischen Pavillons im Bethmannpark wird 1,3 Millionen Euro kosten. Auch die Planung für die Wiederherstellung des Koreanischen Gartens im Grüneburgpark kommt voran. In beiden Gärten hatte es im Frühjahr 2017 gebrannt. Die Polizei hat ihre Ermittlungen mittlerweile heruntergefahren – ohne Ergebnis.

Der Wasserpavillon, der größte der drei chinesischen Pavillons im „Garten des himmlischen Friedens“ im Bethmannpark, wird für rund 1,3 Millionen Euro wieder aufgebaut. Für die Stadt entstehen dadurch aber laut der Finanzierungsvorlage des Magistrats keine Kosten: Sie werden vollständig von der Brandschutzversicherung übernommen. Um den Pavillon, der mit vollem Namen „Wasserpavillon des geläuterten Herzens“ heißt, möglichst authentisch wieder aufzubauen, soll die chinesische Firma beauftragt werden, die ihn 1989 errichtet und 2007 saniert hat. Sie soll unter anderem die zerstörte Holzkonstruktion, das Dach, die Bodenplatten und die Mauern erneuern.

Die Dachziegel, die Giebelbekleidungen aus Ton und die Dekoelemente aus Holz werden in China hergestellt. Allerdings geht das laut Magistratsvorlage nur „außerhalb der Winterzeit, bei moderaten Temperaturen“. Insgesamt soll die Herstellung vier Monate dauern. Die fertigen Ziegel und Ornamente werden auf dem Seeweg nach Frankfurt gebracht.

Die Arbeiten im Park sollen innerhalb von weiteren vier Monaten abgeschlossen sein. Wohnen werden die chinesischen Kunsthandwerker in einem Containerdorf in der Orangerie, das den Namen „Klein-China“ trägt.

Genau einen Monat vor dem Brand im Bethmannpark hatte ein Feuer den koreanischen Morgentau-Pavillon im Grüneburgpark zerstört. Herumfliegende Teile haben die Teichfolie perforiert, seitdem verliert der Teich Wasser. Auch Mauern und Treppen, die Bewässerungsanlage und die Pflanzen wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Mittlerweile haben sich das Grünflächenamt sowie das Amt für Bau und Immobilien mit der Versicherung und dem Koreanischen Konsulat abgestimmt. Erste Entwürfe und eine Kostenschätzung wurden erarbeitet. Sie dienen als Grundlage für einen Vertrag mit dem „Korea Institute of Garden Design“, das den Wiederaufbau übernehmen wird.

Die koreanische Firma soll auch die Pflaumenlaube sanieren und den Garten weiter entwickeln. Bestimmte Teile für den Wiederaufbau werden in Korea gefertigt. Einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht. Der Magistrat verfolgt aber weiterhin das Ziel, den koreanischen Garten in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2019 wiederherzustellen.

Die Polizei hat ihre Ermittlungen zur Brandserie des vergangenen Jahres mittlerweile stark zurückgefahren. „Die Ermittlungsgruppe bleibt weiterhin aktiv geschaltet, momentan haben wir aber alle Möglichkeiten ausgeschöpft“, sagt Polizeisprecherin Isabell Neumann. „Wir hatten gehofft, dass wir den Täter bald haben, aber die entscheidende Spur hat gefehlt.“ Sobald sich neue Ansätze ergäben, würden die Ermittlungen wieder aufgenommen. „Vielleicht brauchen wir noch ein Quäntchen Glück.“

Die zwei Brände waren der Auftakt einer ganzen Serie: In der Nacht zum 3. Juli 2017 zündeten Unbekannte den Atzelbergturm bei Eppenhain an, am 11. Oktober brannte der Goetheturm ab. Am 23. Oktober folgte die Waldorf-Kita in Dornbusch, am 16. November die Kita in der Anspacher Straße im Gallus. Ob ein Serientäter am Werk war, ist weiterhin ungeklärt.

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