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Bangt um seinen Arbeitscontainer: Özdemir Abdullah, der Inhaber von Blumen Tugba direkt an der Rennbahn.

Familie Özdemir

Mit dem Abriss der Rennbahn droht Blumengschäft das Aus

Familie Özdemir ist verzweifelt: Ihr Holzcontainer, der als Arbeitsraum für ihr Blumengeschäft dient, soll weichen. Grund: Er steht im Landschaftsschutzgebiet.

„Blumen Tugba“ kennt man. Neben den Parkplätzen an der Ecke Niederräder Landstraße/ Rennbahnstraße steht der weiße Container mit dem kleinen Vordach, direkt vor den Stallungen der Rennbahn. Seit mittlerweile 18 Jahren. Das ist praktisch, denn darin, nur wenige Meter entfernt, hatte sich die Familie Özedemir, Inhaber des Blumenstandes, einen kleinen Arbeits- und Lagerraum eingerichtet. Doch wie auch die anderen Gebäude auf dem Rennbahngelände werden kurz oder lang wohl auch die Stallungen abgerissen. Um Platz für das DFB-Leistungszentrum und den Bürgerpark zu schaffen.

„Wir brauchen aber unbedingt diesen Arbeitsraum“, sagt Abdullah Özdemir, der sich deswegen eine Alternative suchte. Er erwarb einen vom Abriss verschonten Holzcontainer, ließ diesen umsetzen und platzierte ihn genau zwischen den ehemaligen Stallungen und seinem Verkaufsstand.

„Wir haben alles mit der Stadt besprochen, mündlich hat man uns zugesichert, dass wir den Container an seinem jetzigen Standort stehen lassen können. Wir sollten lediglich darauf achten, dass keine Bäume beschädigt werden“, so Özdemir. Mehrere Tausend Euro habe er in die Renovierung investiert, um schnell umziehen zu können, wenn die Stallungen tatsächlich abgerissen werden.

Doch plötzlich ist alles anders: Im Juli forderte die Untere Naturschutzbehörde, dass der Container bis Ende des Monats wieder entfernt wird. Mit der Begründung, dieser stünde im

Landschaftsschutzgebiet

.

„Das war für uns eine Katastrophe. Deswegen haben wir vorgeschlagen, dass wir den Container erst Ende September entfernen. Eine Antwort haben wir jedoch nicht erhalten“, sagt Özdemir.

„Es ist noch völlig unklar was mit den Stallungen passiert. Solange nicht absehbar ist, ob sie abgerissen werden oder nicht, sollte man den Container doch bitte stehen lassen“, setzt sich Ingrid Leng (BFF) aus dem Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) jetzt für die Familie ein.

Für die nächste Sitzung des Stadtteilgremiums hat sie einen entsprechenden Antrag formuliert. „Die Existenz der Familie ist bedroht“, so die Ortsbeirätin. Zudem seien in Niederrad in den vergangenen Jahren immer mehr Traditions-geschäfte verschwunden, dem Blumenladen dürfe man „das Leben nicht noch schwerer machen, als es ohnehin schon ist“.

„Es ist keineswegs unsere Absicht, den Blumenstand von seinem jetzigen Standort zu vertreiben“, betont das Grünflächenamt. Aber der Arbeitscontainer der Familie stehe nun mal in einem

Landschaftsschutzgebiet

.

„Das tun die Stallungen aber auch, daran stört sich jedoch niemand“, gibt Ingrid Leng zu bedenken. Bei der Stadt habe man sie über dieses Missverständnis jedoch schnell aufgeklärt: Der aufgestellte Container gelte nämlich als Neubau, für den es eben keine Genehmigung gebe.

All dies zehrt an den Nerven der Familie Özdemir, die eigentlich nur eines möchte: Zeit. „Die brauchen wir, um den Container im Notfall verkaufen zu können und eine andere Lösung zu suchen“, sagt Abdullah Özdemir.

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