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Aldi plant neue Filiale in Görgeshausen

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Der Lebensmittel-Discounter Aldi will eine Filiale in Görgeshausen eröffnen. Mitte des Jahres 2020 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Während in vielen Dörfern die Geschäfte schließen, kann sich die 900-Seelen-Gemeinde Görgeshausen über einen Mangel an Einkausmöglichkeiten im Ort nicht beklagen. Auf einer Fläche am Ortseingang hat sich im Jahr 2005 nicht nur der Discounter Lidl niedergelassen, sondern im Laufe der Jahre eine Reihe weiterer kleinerer Geschäfte: eine Metzgerei, ein Bäcker, ein Schreibwarenladen und ein Friseur. Sie bilden ein kleines Nahversorgungszentrum für die Dörfer rund um Görgeshausen und darüber hinaus.

In absehbarer Zeit soll das Angebot sogar noch erweitert werden: Der Lebensmittel-Discounter Aldi Süd will eine Filiale eröffnen. Das hat die Pressestelle des Mülheimer Billigriesen auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt. „Wir planen, Mitte bis Ende des Jahres 2020 mit dem Bau zu beginnen. Wenn alles planmäßig verläuft, wird die Filiale voraussichtlich Mitte 2021 eröffnen“, erklärte Unternehmenssprecher Tobias Neuhaus.

Zum genauen Standort der künftigen Filiale wollte Neuhaus noch keine Angaben machen. Doch in Görgeshausen pfeifen die Spatzen längst von den Dächern, wohin es den Billigheimer zieht: Auf das Gelände des ehemaligen Autohauses Kindler in Sichtweite von Lidl.

Für eine Filiale in Görgeshausen spricht nach Angaben von Tobias Neuhaus vor allem die zentrale Lage sowie die Tatsache, dass sich keine anderen Aldi-Süd-Filialen in der unmittelbaren Nähe befinden. Die nächstgelegenen Aldi-Märkte befinden sich in Wallmerod, Diez, Limburg oder auch in Heiligenroth.

Keine Probleme bereitet dem größten deutschen Discounter auch, dass sich nur wenige Meter entfernt eine Filiale seines größten Wettbewerbers befindet. Dazu erklärt Neuhaus: „Der Lidl-Markt spielt keine entscheidende Rolle bei unserer Entscheidung. Wir erkennen bei unseren Kunden grundsätzlich den Wunsch, für einen Einkauf nicht mehrere Einkaufsstätten anfahren zu müssen. An vielen unserer 1890 Filial-Standorte vermieten wir deshalb bereits Teile der Grundstücke oder Gebäude an Andere, wie beispielsweise Drogerie- oder Fachhandelsmärkte. Damit bieten wir unseren Kunden den Vorteil des besonders günstigen One-Stop-Shoppings, also einen Zusammenschluss sich ergänzender Einzelhandels- oder Dienstleistungsbetriebe an einem Standort. Die unmittelbare Nähe unterschiedlicher Angebote sehen wir als einen Vorteil für unsere Kunden – und damit positiv.“

Ortsbürgermeister Jürgen Kindler wollte sich auf Anfrage dieser Zeitung nicht näher zu den Aldi-Plänen äußern, da er von Unternehmensseite überhaupt noch nicht informiert worden sei. Sollte Aldi tatsächlich nach Görgeshausen kommen, würde er dies aber begrüßen – nach dem Motto, dass „Konkurrenz das Geschäft belebt“.

Kindler bestätigte immerhin, dass Aldi Süd seine Pläne am Dienstag, 28. August, 19.30 Uhr, dem Gemeinderat vorstellen will. Die Sitzung findet in der alten Schule statt.

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