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Markus Keller (zweiter von rechts) ehrte die verdienten Mitglieder der Alten Herren.

SV Ellar

Alte-Herren-Mannschaft feiert Jubiläum

Auch 50 Jahre nach ihrer Gründung tritt die Alte-Herren-Mannschaft des SV Ellar noch immer an. Mittlerweile bekommt das Team Verstärkung aus anderen Gemeinden. An eine endgültige Ballabgabe denkt jedoch keiner der Kicker.

Fan-Gesänge sind nicht ungewöhnlich für Fußballmannschaften. Dass aber ein Team selbst einen „schönen Gesang“ anstimmt, ist schon ein wenig besonders. Allerdings nicht für die Alte-Herren-Mannschaft des SV Ellar. Die verschaffte sich schon wenige Jahre nach ihrer Formierung „durch die Pflege des geselligen Beisammenseins in der dritten Halbzeit einen guten Ruf in der heimatlichen Region“. Immer wieder habe das eigens von Norbert Sehr, Charly Gröschen und ihm selbst zusammengestellte Liederbuch aus der Sporttasche hervorgeholt werden müssen, erinnert sich Alfred Sehr, ein Kicker der ersten Alte-Herren-Stunde.

Das war 1968. Der Breitensport boomte. Und die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen, das hätten die Männer nicht gewollt, berichtete der im Gründungsjahr geborene Abteilungsleiter Markus Keller jetzt in seinem Jubiläums-Rückblick. Also ergriffen die älteren Jahrgänge die Initiative und stellten eine AH-Mannschaft zusammen. Im Gasthaus „Zur Brücke“ gründete sich die Abteilung; Vereinswirtin war Martha Simon. Die Abteilungsleitung übernahm Josef Keul jr., und nachdem Trikots angeschafft worden waren und Eduard Böcher die Kassengeschäfte übernommen hatte, konnte es losgehen. Am 12. April 1968 wurde das erste Spiel angepfiffen. Auf dem Oberholz ging es gegen Hangenmeilingen. Das Ergebnis war ernüchternd: Die Alten Herren aus Ellar verloren 1:4. Doch das Rückspiel auswärts wurde mit 2:0 gewonnen.

Nach und nach habe man zu AH-Mannschaften in der Umgebung „engere, freundschaftliche Kontakte geknüpft“, erzählt Sehr. So zu den Sportfreunden aus Winkels, Eisbachtal, Herborn-Seelbach, Westernohe, Niederhadamar, ebenso zu Hausen-Fussingen, Hintermeilingen, Steinbach und Elbgrund. Dennoch: „Seit Anfang des neuen Jahrtausends zeichnete sich bei einigen AH-Mannschaften eine dünner werdende Spielerdecke ab“, sagt Sehr. Bei manchen Spielen trat die Mannschaft mit nur elf oder zwölf Spielern an, „oder es half auch mal ein Spieler der gegnerischen Mannschaft aus“. Einige Begegnungen mussten sogar abgesagt werden, weshalb sich die Frage stellte: „Wie können wir in der nächsten Saison unseren Spielbetrieb weiter wie bisher fortführen? Wenn man pro Saison 28 bis 30 Spiele austrägt und an Turnieren teilnehmen will, dann braucht man einen entsprechend großen Spielerkader!“

Aus Ellar allein würde man das Team nicht aufstellen können. Das stand fest. Die Abteilung brauchte Verstärkung und schloss sich vor zehn Jahren mit den Fußballkollegen aus Oberzeuzheim zu einer

Spielgemeinschaft

zusammen. „Diese erweiterten wir drei Jahre später zur Alten-Herren-Mannschaft Ellar/Oberzeuzheim/Hintermeilingen.“ Die Alte-Herren-Mannschaft ist stolz darauf, dass bis zum heutigen Tage der AH-Fußball als Mannschaftssport fortgeführt werden kann. Alfred Sehr formuliert das so: „Wir halten das für einen wichtigen Beitrag und ein wertvolles Angebot zum Breitensport in unseren ländlichen Vereinen.“

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