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Fast wie früher: Die ?Aarer Rider? sind eine Mofa-Gang aus Holzheim und Flacht, die mit den motorisierten Drahteseln auf den Spuren ihrer Jugend wandeln.

Aarer-Rider

Andre Moog und seine Kumpels haben einen Mofa-Rocker-Club gegründet

Eine Mofa-Gang aus Holzheim und Flacht zelebriert den Kult um die Zweitakter. Andre Moog und seine Kumpels gründeten 2017 einen Mofa-Rocker-Club.

Wer sieht schon mal zehn bis 15 Mofas bei einer Ausfahrt – und dann noch mit Kutte? Das ist entweder eine Seltenheit oder Ironie. Allerdings nicht an der Aar …

Seit 2017 machen die „Aarer Rider“ die Strecke zwischen Aarbergen und Diez unsicher. „Das lässt sogar die Polizei schmunzeln“, erzählt Steffen Loos (29) aus Holzheim. „Aber 25 Kilometer pro Stunde sind ja keine Verkehrsbehinderung“, sagt er augenzwinkernd und spielt auf eine Polizeikontrolle an. Auf Tour sieht man die „Aarer Rider“ vor allem an Wochenenden, wenn das Wetter mitspielt und die Maschinen.

„Auf einem Geburtstag hatten wir die Schnapsidee“, erklärt uns Andre Moog, Gang-Leader der „Aarer-Rider“. Da hieß es: Du hast doch noch ein Mofa in der Garage stehen – und kurzerhand hatten sich dann zwei, drei Mitstreiter gefunden, und die „Aarer Rider“ waren am 19. März 2017 gegründet. Nach und nach kamen immer mehr Mofa-Freunde hinzu. „Wir kennen uns bereits seit dem Kindergarten, über die Schule oder den Sportverein“, so Andre Moog. „Wir haben seither eine Satzung, ein Bankkonto und überlegen, uns als Verein zu registrieren“, erklärt der aktuelle Club-Präsident Christian Born. Selbstverständlich existiert auch ein Strafenkatalog – „denn die Mofas müssen stets fahrbereit sein, sonst droht ein Denkzettel“, so Born. Ein Clubhaus gibt es in Holzheim, die Werkstatt mit Benzin-Öl-Geruch ist in Flacht zu finden.

Aktuell besteht der Club aus acht Mitgliedern, die allesamt aus Holzheim oder Flacht stammen. Neben Moog, Loos und Born zählen noch Martin Dittmar, Andreas Weiss, Tobias Bapst, Tobias Burkhardt und Daniel Lazzaro zum Kreis der Auserwählten. Alle Mitglieder tragen bei ihren Ausfahrten Jeans- oder Lederkutten, sind zwischen 29 und 33 Jahre alt und bezeichnen mindestens ein Mofa als ihr Eigentum. „Wir leben den Mofa-Kult“, stellt Born klar, der eine Herkules Prima 5S sein Eigen nennt. Darüber hinaus existieren Modelle von Zündapp bis Saxonette. „Die Baujahre erstrecken sich von 1957 bis 1986“, erklärt Steffen Loos die diversen Typen. Er und seine Kumpels können seit ihrer Jugend nicht genug bekommen und dachten sich: „Zurück zu den Wurzeln.“

Seither reparieren, zerlegen und restaurieren sie in ihrer Freizeit die Mofas. „Tuning ist allerdings verboten“, sagt Moog. Einladungen – wie beispielsweise zum Traktorentreff in Kaltenholzhausen – werden dankend angenommen. „Zudem wirken wir demnächst auf dem Kirmesumzug in Niederneisen sowie auf dem Weihnachtsmarkt in Holzheim mit“, gibt Born die weiteren Termine bekannt. Das ist eine Geschichte für die Ewigkeit oder zumindest für die Enkel – denen kann man auch die Mofas vererben“, sagt Andre Moog mit einem Schmunzeln zum Abschluss.

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