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Eine Statue der Justitia.

Messerattacke

Anklage wegen versuchten Mordes gegen einen Vater und seine beiden Söhne

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Anklage wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung hat die Staatsanwaltschaft Koblenz gegen einen Syrer (40) und seine beiden Söhne erhoben. Im April überlebte ein Afghane (18) nur knapp eine Messerattacke des Trios.

Der Vorfall liegt schon fast ein halbes Jahr zurück. Weil ein 18-jähriger Afghane eine Liebesbeziehung zu einer Syrerin hatte, kam es am 12. April in Westerburg zu einer Gewalttat, für die sich ein 40-Jähriger und seine beiden Söhne (15 und 17 Jahre) jetzt vor Gericht verantworten müssen. Die Beschuldigten sitzen bereits seit April in Untersuchungshaft. Der Vorwurf heißt offiziell: „versuchter Mord in Tateinheit mit vollendeter gefährlicher Körperverletzung“. Dem 15 Jahre alten Sohn wird darüber hinaus „eine vollendete und eine versuchte gefährliche Körperverletzung, dem 40 Jahre alten Angeschuldigten eine Bedrohung zur Last“ gelegt.

Bereits 2016 sollen die Angeschuldigten erfahren haben, dass eine nahe Angehörige eine Liebesbeziehung mit dem späteren Tatopfer unterhalten haben soll. „Da die Angeschuldigten diese Beziehung missbilligt haben sollen, sei ihrerseits in der Folgezeit versucht worden, sie durch verbale und körperliche Gewalt gegenüber der Familienangehörigen als auch dem späteren Tatopfer zu unterbinden“, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Mit anderen Worten: Sie gingen äußerst rabiat vor, um die Liebesbeziehung zu beenden.

Im Februar 2018 soll der 15-Jährige den Afghanen mit einem Stein beworfen und am Rucksack getroffen haben. Der 18-Jährige wollte den Vorfall melden, wurde dann aber am Haus der Familie vom dem 15 Jahre alten Syrer mit einer zwei Zentimeter dicken Kette geschlagen. Der 40 Jahre alte Angeschuldigte soll ihn außerdem „durch eine unmissverständliche Geste mit dem Tod bedroht haben“.

Richtig ernst wurde es dann im April: Der 40-Jährige hatte das Opfer bei einer Heimfahrt von einem Einkauf in Westerburg gesehen, daraufhin seine beiden Söhne zu Hause abgeholt und sich mit ihnen nach Westerburg zurückbegeben. Sie sind dann zu dritt auf den jungen Mann losgestürmt; die beiden Älteren hatten Messer dabei. „Der 17 Jahre alte Angeschuldigte soll sich sodann zunächst einem Begleiter des Geschädigten zugewendet haben, um diesen zu vertreiben, während die beiden anderen Angeschuldigten sofort das Tatopfer attackiert haben sollen“, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Der 40-Jährige hat nach dem Ergebnis der Ermittlungen den Geschädigten unter anderem zweimal in den Bauch gestochen, während seine beiden Söhne ihn festhielten. Der 17 Jahre alte Angeschuldigte soll danach in die Schulter und in die Brust des Opfers gestochen haben. „Es besteht der Verdacht, dass der gesamte Angriff in der Absicht erfolgt ist, das Tatopfer zu töten, und das Überleben des Opfers lediglich glücklichen Zufällen zu verdanken ist“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Anklage wertet den Steinwurf als Versuch der gefährlichen Körperverletzung, den Schlag mit der Kette als vollendete gefährliche Körperverletzung und die Drohung mit dem Tod als Bedrohung. Die versuchte Tötung bewertet sie als Mordversuch, da sie die Mordmerkmale der Heimtücke als erfüllt ansieht.

(mg)

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