Gelungene Premiere: Über zu wenige Besucher konnten sich die Marktbeschicker in Rödelheim nicht beklagen.
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Gelungene Premiere: Über zu wenige Besucher konnten sich die Marktbeschicker in Rödelheim nicht beklagen.

Wochenmarkt

Auf dem Arthur-Stern-Platz werden ab sofort Obst und Gemüse verkauft

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Zwei Monate nach Fertigstellung des Arthur-Stern-Platzes wird dort künftig jeden Mittwoch Obst und Gemüse verkauft. Mit dem neuen Wochenmarkt soll der Stadtteil noch enger zusammenrücken.

Mittwochmorgen, 7.30 Uhr. Auf dem Arthur-Stern-Platz, dem westlichen Bahnhofsvorplatz in Rödelheim, herrscht geschäftiges Treiben. Lieferwagen fahren auf das rund 400 Quadratmeter große Areal, Markthändler laden ihre Waren aus und bauen ihre Tische auf, damit auch pünktlich um acht Uhr alles fertig ist.

An dieses Bild können sich die Rödelheimer schon einmal gewöhnen, denn endlich hat der Stadtteil einen Wochenmarkt. Elf Jahre, nachdem der Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) erstmals diesen Vorschlag angebracht hatte. 400 Quadratmeter ist der Arthur-Stern-Platz groß, zehn Stände haben dort Platz. „Damit sind wir auch schon am Limit. Mehr Platz ist dort nicht“, sagt Michael Lorenz, Leiter der Markt-Abteilung bei den städtischen Marktbetrieben, und macht damit gleich die Hoffnung zunichte, dass der Markt weiter wachsen könnte. Das muss er aus Sicht der Rödelheimer aber gar nicht, die sich viel mehr darüber freuen, dass es ihn überhaupt gibt.

So wie Ingrid Müller, 75 Jahre alt und eine der ersten Besucherinneen der Markt-Premiere. „So etwas hat uns hier noch gefehlt. Das bringt Leben in den Stadtteil und endlich ist der ganze Bahnhof schön“, sagt sie. Besonders freue sie sich über das frische Obst und Gemüse aus der Region. Für diese Qualität sei sie auch bereit „ein paar Pfennig mehr auszugeben“. Dann kommt ein älterer Herr vorbei, sein Einkaufstrolley rattert über den Beton. „Es ist toll, dass endlich auch mal auf dieser Seite des Bahnhofs etwas passiert. Ein schöner Platz alleine reicht eben nicht aus“, kommentiert er und zieht weiter.

Die Eröffnung des Wochenmarktes ist quasi der Abschluss eines langen Weges: die Umgestaltung des Rödelheimer Bahnhofs. Erste Ideen für die Verschönerung der Haltestelle, die den Stadtteil in zwei Hälften teilt, gab es bereits vor 30 Jahren, unzählige Stunden hat sich der Ortsbeirat mit diesem Thema beschäftigt, immer wieder standen Anträge auf der Tagesordnung. Bis am 15. Juli 2009 endlich die Bagger anrollten und mit der Sanierung begannen.

Die S-Bahn-Station wurde barrierefrei, die Unterführung neu gebaut. Der Baruch-Baschwitz-Platz an der Ostseite wurde neu geordnet, das Kopfsteinpflaster verschwand, der Haltepunkt der Buslinie 34 versetzt. Zwölf Millionen Euro gaben Stadt, Deutsche Bahn und Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) für die Umgestaltung aus. Viereinhalb Jahre später vermeldete die Stadt: Platz und Bahnhof sind fertig, jetzt fehle nur noch die Westseite, dort solle es aber auch zügig weitergehen.

Zügig hieß in diesem Jahr weitere vier Jahre Wartezeit. Zwar sollte bereits im Sommer 2014 begonnen werden, doch, wie fast schon charakteristisch für Umbauarbeiten am Rödelheimer Bahnhof, verschob sich der Termin immer weiter nach hinten.

Eingeläutet wurde die Umgestaltung der Westseite schließlich mit dem Abriss des alten Rewe-Supermarktes. Dieser „wanderte“ in das viergeschossige Gebäude an der Nordseite des Areals direkt neben den Bahngleisen. Im Erdgeschoss eröffnete im vergangenen Sommer der Supermarkt, darüber liegen 67 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen. Eine Tiefgarage bietet Platz für 112 Fahrzeuge.

Der neue Wochenmarkt ist nun auf der großen Freifläche zwischen der überdachten Unterführung zum Bahnhof und den Bushaltestellen angesiedelt. Im Sommer spenden die Esskastanie und die Platane Schatten, zwei Dinge die vom alten Platz noch übrig geblieben sind. Geöffnet hat der Wochenmarkt ab sofort jeden Mittwoch von 8 bis 18 Uhr.

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