+
Au weia. . . Rückenschmerzen machen vielen Menschen zu schaffen.

Krankenstand

Atemwegserkrankungen auf dem Vormarsch

An jedem Tag des Jahres waren von 1000 Arbeitnehmern im Landkreis Limburg-Weilburg 42 krankgeschrieben. Die dadurch bedingten Ausfalltage nahmen im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,2 Prozentpunkte ab. Mit 4,2 Prozent gab es in der Region den gleichen Krankenstand wie im Landesdurchschnitt. Diese Zahlen gehen aus dem DAK-Gesundheitsreport für 2017 hervor.

Die aktuelle Analyse der DAK für den Landkreis Limburg-Weilburg zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Rund jeder fünfte Ausfalltag erfolgte demnach aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Rückenschmerzen und Co. gingen deutlich zwar um 19 Prozent zurück, rangieren jedoch weiter auf Platz eins.

Einen Anstieg um neun Prozent gab es bei den Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Erkältungen und Bronchitis. Mit einem Anteil von 18,7 Prozent am gesamten Krankenstand lagen sie auf dem zweiten Platz. Die Fehltage bei den psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände stiegen zum Vorjahr leicht um drei Prozent an. Das bedeutet Platz drei.

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand, um so Impulse für die Gesundheit der Beschäftigten zu geben“, sagt die Limburger DAK-Chefin Miriam Ilzhöfer. „Die fundierten Analysen helfen uns, noch gezielter beim betrieblichen Gesundheitsmanagement ansetzen zu können und Arbeitgebern Hilfe anzubieten. Damit soll beispielsweise längere Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelischen Probleme vorgebeugt werden.“

Die DAK untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Rätsel Rücken – warum leiden so viele Hessen unter Schmerzen?“ auch, wie verbreitet Rückenleiden bei den Arbeitnehmern im Land sind. Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. Für das Schwerpunkthema wertete ein Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK in Hessen aus. Bundesweit wurden mehr als 5000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt und zahlreiche Experten eingebunden. Das Fazit: Trotz Prävention und zahlreicher Gesundheitskurse leiden in Hessen 2,3 Millionen Erwerbstätige unter Rückenschmerzen.

Nach Ergebnissen der Umfrage hatten 75 Prozent aller Beschäftigten im vergangenen Jahr „Rücken“. Jeder Dritte hat aktuell Beschwerden. Auf 100 Berufstätige in Hessen entfielen rund 92 Fehltage wegen Rückenschmerzen. Im Landkreis Limburg-Weilburg war die Zahl der Ausfalltage mit 81 deutlich geringer. Auch die durchschnittliche Dauer je Krankschreibung lag mit 11,2 Tagen leicht unter dem Landesdurchschnitt (12 Tage).

„Das zeigt, dass wir mit einem verstärkten Engagement im betrieblichen Gesundheitsmanagement eine Verbesserung in der Region erzielen können“, so Miriam Ilzhöfer. „Deshalb müssen wir gemeinsam mit Unternehmen das individuelle Arbeitsumfeld noch rückenfreundlicher gestalten.“

Die große Mehrheit in Hessen meldet sich mit Rückenschmerzen allerdings nicht krank. 89 Prozent gehen mit Schmerzen zur Arbeit. Die Wahrscheinlichkeit, sich wegen der Rückenschmerzen krank zu melden, steigt jedoch mit der Stärke der empfundenen Schmerzen und dem Chronifizierungsgrad. Entscheidend ist auch, ob Beschäftigte häufig in unbequemer Körperhaltung arbeiten müssen, einem hohen Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt sind oder ihren Job mit wenig Freude erledigen. All diese Faktoren machen eine Krankmeldung wahrscheinlicher.

Der DAK-Report zeigt, unter welchen Beschwerden Betroffene in Hessen konkret leiden: So schmerzt bei 79 Prozent die Lendenwirbelsäule. 41 Prozent haben Probleme mit dem Nacken. Jeder Dritte (31 Prozent) gibt Schmerzen an mehreren Bereichen der Wirbelsäule an. 13 Prozent der Rückenschmerz-Geplagten hat dabei starke bis sehr starke Schmerzen.

Die große Mehrheit der Hessen versucht zunächst allein mit den Schmerzen zurechtzukommen. Nur etwa jeder vierte Betroffene war laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr wegen seiner Rückenbeschwerden beim Arzt. Von diesen suchten rund 77 Prozent bei einem einzigen Mediziner Hilfe. 18 Prozent konsultierten zwei, vier Prozent drei Ärzte wegen ihrer Beschwerden. Gefragt nach der konkreten Rückenschmerz-Behandlung gaben 69 Prozent der Betroffenen an, eine Physiotherapie bekommen zu haben. 34 Prozent erhielten eine Schmerzberatung, jeder vierte erhielt Schmerzmittel oder bekam eine Spritze. Bei jedem Fünften wurde ein CT oder ein MRT des Rückens gemacht. Der Zusammenhang von Stress und Rückenschmerzen wurde in den Praxen kaum thematisiert. „Da sich Stress und psychische Belastungen stark auf die Rückengesundheit auswirken können, sollte dieser Aspekt stärker bei Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden“, fordert Ilzhöfer.

(red)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare