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Die Diesterwegschule muss dringend saniert werden. Dafür müssen Lehrer und Schüler ausgelagert werden.

Ortsbeirat

Auslagerung der Diesterwegschule: Suche nach Grundstück geht weiter

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Auch nach anderthalb Jahren gibt es kein Ausweichquartier für die Diesterwegschule, die dringend saniert werden muss. Neben den bisher bekannten Grundstücken, wird jetzt jedoch ein neues diskutiert: das Containerdorf der Franckeschule.

Es war für viele ein überraschender Moment in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim). „Es wird doch auch überlegt, ob die Diesterwegschule nicht in die Containeranlage der Franckeschule in Bockenheim ziehen kann“, warf Ingrid Häußler, Fraktionsvorsitzende der FDP, plötzlich ein, als mal wieder über die dringend nötige Sanierung der Ginnheimer Grundschule diskutiert wurde.

Diese liegt jedoch auf Eis, weil die Stadt kein geeignetes Grundstück findet. Ganz oben auf der Favoritenliste der Stadt stand zuletzt das Grundstück „Auf der Schloßhecke“, trotz massiver Proteste von Anwohnern und den Inhabern des benachbarten Ponyhofes (wir berichteten). Auf eine Anfrage des Ortsbeirates, ob denn dort keine Einigung erzielt werden konnte, gibt es noch keine Antwort vom Magistrat.

Die gibt es auch nicht auf die Vermutung der Stadtteilpolitiker, ob die Diesterwegschule nun tatsächlich nach Bockenheim, in die Container auf dem Gelände der Frankfurter Turn- und Sportgemeinschaft umzieht. Möglich wäre dies zum nächsten Schuljahr, wenn die Franckeschule wieder in ihr saniertes Gebäude zurückzieht. „Wir sagen zu diesem Thema aktuell nichts“, heißt es aus dem Büro von Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider (CDU).

Trotzdem beschäftigt es die Stadtteilpolitiker. „Alles ist besser als die Schloßhecke“, sagt BFF-Fraktionsvorsitzender Thomas Budenz. Und auch Ingrid Häußler zeigt sich von dieser Idee nicht ganz abgeneigt. Wobei sie nach wie vor die Bleichwiese am Ginnheimer Hang präferiert. Dieses Areal hatte das Umweltamt nicht abgesegnet, da es sich um eine Wiese mit wichtiger ökologischer Funktion handle, die durch die Container zerstört würde. „Wenn das wirklich geht, dann kann ich auch mit dem Standort der Franckeschule leben“, sagt Häußler, stellt aber eine wichtige Bedingung: das Einrichten einer Schulbuslinie. Denn laufen könnten die Grundschüler die Strecke sicher nicht.

Dies ist auch der Punkt, der Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU), selbst lange Lehrer, nachdenklich stimmt. „Als Pädagoge kann ich das nicht gutheißen. Eine Grundschule muss immer in Laufnähe der Wohnung liegen“, sagt er und spricht sich für das Areal an der Schloßhecke aus. Wobei es ihn verwundert, dass „die Stadt sich mit einer Entscheidung so schwer tut“.

Ebenfalls zurückhaltend reagiert Sylvia Kunze, Fraktionsvorsitzende der SPD im Ortsbeirat 9. Ihr waren die Überlegungen über den Standort in Bockenheim „ebenfalls zu Ohren gekommen“. In Anbetracht der Tatsache, dass auch nach anderthalb Jahren immer noch kein geeignetes Grundstück gefunden wurde, ist dieser Plan für sie „durchaus eine Überlegung wert“.

Allerdings sei dies keine Entscheidung, die den Ortsbeirat betreffe. „Zunächst muss mit der Schulgemeinde besprochen werden, ob es eine Option wäre“, so Kunze. Zudem sei der Plan, bereits zum Schuljahr 2018 mit der Sanierung beginnen zu können, ohnehin „sehr sportlich“ gewesen. „In Ginnheim ist es wirklich schwierig mit Grundstücken, da hätte man sich früher drum kümmern müssen“, sagt sie.

Die Containeranlage der Franckeschule liegt übrigens in einem Naturschutzgebiet. Der Standort ist deswegen auf drei Jahre befristet und müsste verlängert werden.

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