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ARCHIV - Gummistiefel für Kinder, aufgeommen am 02.05.2016 in der Garderobe der Kindertagesstätte "Spatzenhaus" in Rohlstorf (Mecklenburg-Vorpommern). (zu dpa "Kommunen: Beitragsfreie Kitas wären ein falscher Schritt" vom 18.11.2017) Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Kindergarten

Ausschuss diskutiert über Erweiterung des Spatzennestes

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Würges braucht mehr Kindergartenplätze – so viel steht fest. Ob die Erweiterung des Spatzennestes die beste Möglichkeit sei, Plätze zu schaffen, darüber diskutierten die Mitglieder des Bauausschusses.

Kindergartenplätze sind in Würges rar, so rar, dass die viergruppige Kindertagesstätte Spatzennest derzeit überbelegt ist. Er gehe davon aus, dass das Spatzennest Ende des Jahres um neun Plätze überbelegt sein wird, berichtete Jan Subat vom Stadtbauamt den Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses der Stadtverordneten. Vorübergehend habe die Stadt hierfür eine Sondergenehmigung erteilt, doch eine Dauerlösung sei das nicht, und die Kinderzahlen würden sich in Würges nicht grundlegend ändern, so Subat.

Die Stadt könne dem Raummangel mit einem Anbau ans Spatzennest begegnen, sagte Subat. Allerdings seien auch ein kompletter Neubau oder eine zweite Kita in Würges möglich.

Subat sagte, aktuell fehle in der Kita ein Personalraum, ein Schlafraum für die Kinder und ein Bewegungs- sowie Essensraum. Außerdem bräuchten die Mitarbeiter eine eigene Toilette. Für 1,4 Millionen Euro könne man den Kindergarten um 570 Quadratmeter erweitern, eine Verbindung zwischen Alt- und Neubau schaffen. Die Kita- und die Krippenkinder könnten dann getrennt voneinander betreut werden, ein Multifunktionsraum fürs Essen, Spielen und für Versammlungen sei auch noch drin. Baubeginn könnte 2019 sein, Bauzeit: eineinhalb Jahre. Bauamtsleiterin Bärbel Stillger ergänzte, der Anbau könne auch im laufenden Betrieb erfolgen. Zwar müssten die Kinder zeitweise mit Einschränkungen rechnen, eine vorübergehende Auslagerung der Kinder sei jedoch nicht nötig.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Dieter Oelke fragte nach Alternativen. Er wollte wissen, ob die Überbelegung nicht durch ein zusätzliches Waldkindergartenangebot gelöst werden könne, das sei doch deutlich günstiger. Subat sagte, man müsse bei der Suche nach Alternativen auch die Personalkosten im Blick haben. Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD) sagte, er glaube nicht, dass eine Waldgruppe das Problem in Würges löse. Er habe Zweifel, dass die Eltern sich einen Waldkindergarten wünschten.

Die Stadt könne Eltern keine Vorschriften machen, wie sie ihre Kinder betreuen lassen sollten, sagte Bauausschussvorsitzender Michael Diehl (CDU). Das Platzangebot des Bad Camberger Waldkindergartens zu verdoppeln, werde das Problem in Würges nicht lösen. Werner Held (SPD) meinte, dass ja noch Zeit sei, in den Fraktionen über Alternativen zu diskutieren und dann im Ausschuss einen weiteren Beratungsgang einzulegen.

Der Bürgermeister sieht das anders: Wegen der anstehenden Haushaltsberatungen sei der Zeitdruck groß. Bauamtsleiterin Bärbel Stillger sagte, die Gartengrundstücke gegenüber vom Kindergarten seien zu klein für einen Kindergartenneubau. Es sei aber möglich, dort einen neuen Kinderspielplatz zu schaffen und dafür das derzeitige Spielplatzgelände für einen Neubau mit zu nutzen. Diese Variante sei aber nicht ideal, weil die Stadt in den vergangenen Jahre einiges in die Verschönerung des Spatzennest-Außengeländes gesteckt habe.

Bürgermeister Vogel sagte, wenn man sich für einen zweiten Standort entscheide, sei dann die teilweise doppelt notwendige Infrastruktur für die Stadt ein Kostenfaktor. Der stellvertretende Ausschussvorsitzender Alickber Cinar (SPD) fragte, ob die Stadt bei der Anbau-Lösung denn in Sachen Kita-Plätze für ein paar Jahre Ruhe habe. Eine Reserve von zehn Plätzen werde für die kommenden Jahre reichen, sagte Subat. „Falls nicht ein weiteres Neubaugebiet dazukommt.“

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