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Autos stauen sich auf der Autobahn 6.

Wem gehört's?

Autos sind meist auf Männer zugelassen

Frauen bis Mitte 30 haben häufiger den Führerschein als Männer im gleichen Alter. Männer mit Führerschein haben häufiger ein eigenes Auto (oder auch mehrere) und zwar über alle Altersklassen hinweg: Im Main-Taunus-Kreis haben 27,3 Prozent der Pkw eine Frau als Besitzerin sagt die Analyse des Kraftfahrt-Bundesamtes für 2018. 43,8 Prozent sind auf Männer zugelassen.

Klassisches Klischee: Männer sind scharf auf Autos, Frauen weniger. Die Realität aus der Führerscheinstatistik des Kraftfahrtbundesamtes sieht so aus: Von den 18- bis 20-jährigen Mädels haben 63,1 Prozent den Führerschein, von den Jungs 59,2 Prozent. Bei den 21- bis 24-jährigen Frauen sind es 74,4 Prozent mit Führerschein (Männer 70,4 Prozent) und bei Menschen bis 34 haben bei den Frauen 80,1 Prozent eine Fahrerlaubnis (Männer 77,3 Prozent). Erst danach kippt die Verteilung in Richtung Männer. Am Ende haben die über alle Altersklassen hinweg 57,9 Prozent aller Führerscheine, die Damen 42,1 Prozent.

Das sind allerdings Bundeszahlen. Beim Thema Führerschein liefert das Kraftfahrtbundesamt noch keine Bestandsanalyse auf lokaler Ebene. Deswegen bleibt’s bei der These, dass Mädels wohl unabhängige, auch mal männerfreie Mobilität durchaus zu schätzen wissen und das Auto da genau das richtige ist. Dazu passt, dass es in den letzten Jahren zwar einen leicht sinkenden Zuwachs bei den Führerscheinen gab, aber zum 1. Januar 2018 mit über 38,8 Millionen Führerscheinen ein neuer Rekord erreicht wurde und der Zuwachs bei den Frauen in den letzten Jahren stets höher als bei den Männern war.

Um die lokale Entwicklung zu beschreiben, lässt sich die Besitzverteilungsanalyse des Kraftfahrtbundesamtes, die einmal im Jahr erstellt wird, zu Hilfe nehmen. Sie kennt drei Besitz-Bereiche: Männer, Frauen, Firmen. Daraus ergibt sich die erste Unwägbarkeit, wenn es um die Interpretation des männlichen und des weiblichen Verhältnisses zum und Anteil am Autobesitz geht: Bei den

Firmenwagen

gibt’s keine Unterschiede nach Geschlecht, Männer und Frauen kommen je nach Job in den Genuss dieser Karossen. Aktuell gilt auf der Basis der 2018er Zahlen: Männliche Halter haben 80 766 der Pkw, gleich 43,8 Prozent. Auf Firmen waren 53 421 Pkw zugelassen. Das sind 28,9 Prozent. 50 392 oder 27,3 Prozent der im Main-Taunus-Kreis zugelassenen Pkw haben eine Halterin.

Verglichen mit dem Vorjahr stieg die Zahl der Frauen mit eigenem Auto um 698 (+1,4%. Bei den Männern stieg die Zahl der Fahrzeughalter um 681 (+0,9%). Bei den Firmen kletterte die Zahl der Firmen-Pkw um 4250. Das entspricht einem Plus von 8,6 Prozent.

Und wer fährt was? Wo das Etikett Frauenauto drauf klebt, steigen wenige Männer ein, soweit sind sich die Experten einig. Eine gute Quelle für die Antwort ist auch die Aral-Studie „Trends beim Autokauf.“ Die stellt bei der Damenwelt eine Änderung im Kaufverhalten fest: „In einer bisherigen Frauendomäne fallen die Veränderungen besonders drastisch aus: Wollten vor zwei Jahren noch 27 Prozent der potenziellen Käuferinnen einen Kleinwagen, sind es jetzt nur noch sechs Prozent.“ Und Achtung, passend zur Feststellung, dass mehr Mädels den Führerschein machen: „Noch dramatischer fallen die Einbußen in der jüngeren Altersgruppe der bis 39-Jährigen aus – hier sinkt der Anteil von 25 auf nur noch 3 Prozent.“

Dann ist da noch das SUV: „Für den deutlich größeren Verkaufsanteil der SUV sind vor allem die Älteren verantwortlich. Jeder Fünfte in der Gruppe der über 40-Jährigen will sein nächstes Auto in diesem Segment auswählen – bei den 18- bis 39-Jährigen gilt das nur für elf Prozent.“ Wobei wir da gendermäßig korrekt formulieren müssen: Von wegen „jeder“. Männlein und Weiblein mit dem nötigen Kleingeld in der Tasche sind sich im Drang zum Trumm einig. Egal, auf wen der Wagen am Ende zugelassen wird.

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