Liederbacherin

Barbara Bailly kämpft unermüdlich für bedürftige Kinder in Indien

Schulmaterial, Stoffe, Kissen – eine Gruppe aus Liederbach sammelt Geld, das Familien in Tamil Nadu (Südindien) zugutekommt.

„Persönliche Dinge sind viel wert“ und „Das ist richtiger Luxus“ – diese Sätze fallen am Tisch der fünfköpfigen Damenrunde rund um Barbara Bailly, Brigitte Lehner, Ursula von Halasz, Uschi Bicker und Doris Gömann. Doch wovon ist hier genau die Rede? Wer Barbara Bailly kennt, der weiß, dass ihr Herz für die bedürftigen Kinder in Indien schlägt und sie dort schon viel investiert hat. Unterstützt wird sie seit zehn Jahren von ihren Freundinnen. Bei den regelmäßigen Treffen stecke jeder fünf Euro in das goldene Sparschwein „Theodor“.

„Irgendwann haben wir uns gedacht, wir müssen der Gastgeberin ja nicht nur Blumen oder Süßigkeiten mitbringen“, erinnert sich die Damenrunde. So sei die Idee entstanden, anstelle von Mitbringseln, lieber Geld in „Theodor“ zu stecken um somit Kinder aus bettelarmen Familien in Tamil Nadu (Südindien) zu unterstützen und ihnen Bildung zu ermöglichen. So kommen jährlich rund 200 Euro an Spenden zusammen.

„Sie erzählt so bildhaft!“

Alle zwei Jahre werde „Theodor“ geleert und das gesparte Geld für dortige Bedürfnisse verwendet. Was sie mit dem monatlichen „Statt-Blumen-Geld“ machen, entscheidet die Runde gemeinsam. „Wir haben von dem Geld schon Stoff gekauft und den Mädchen Sonntagskleider nähen lassen“, berichtet Barbara Bailly. „Oder wir haben jedem Kind ein Kissen und zwei bunte Bezüge geschenkt.“ Vor allem über die Kissen sei die Freude der Kinder riesig gewesen. „Die Kinder dort können sich noch richtig freuen – auch über simple Sachen.“ Denn diese seien in vielen Teilen Indiens nicht alltäglich. Vom jetzigen Betrag von 600 Euro wollen die Damen die ganzen Schulmaterialien für die Vor- und Grundschule bezahlen. Selbst einmal nach Indien reisen und sich das Projekt vor Ort anschauen, kommt für Brigitte Lehner, Ursula von Halasz und Uschi Bicker dennoch nicht in Frage. „Das hätten wir uns vor zehn Jahren mal überlegen können“, sagen sie einstimmig. Der Damenrunde reichen die ausgeschmückten und lebhaften Erzählungen: „Barbara kann so bildhaft erzählen!“, schwärmt Brigitte Lehner. Vieles hat Barbara Bailly schon aus privater Tasche und Spendengeldern finanziert. So ließ sie zum Beispiel eine richtige Küche vor Ort bauen. Das größte Projekt war allerdings eine Studier- und Esshalle – „die Kinder halten die Halle von sich aus immer blitzblank“, berichtet die ehemalige Grundschullehrerin stolz. Die Halle ist dabei zugleich eine „Memorial Hall“, die sie ihrem verstorbenen Sohn Patrick gewidmet hat. Rund 50 000 Euro habe sie mit der Hilfe von Spendern in das Projekt investiert. Dazu gehört auch ein zahnärztlicher Behandlungsraum. Die größeren Spenden kommen aus dem Familienkreis.

Über die finanzielle Hilfe ihrer Freundinnen freue sie sich sehr, so Barbara Bailly: „Ich bin über das Engagement sehr dankbar, da ich festgestellt habe, dass die Spendenbereitschaft bei vielen Leuten kaum oder gar nicht vorhanden ist. Wir haben 120 Kinder, die in dem Projekt aufgefangen werden.“ Darunter sind 80 Mädchen und 40 Jungs im Alter von 3 bis 16 Jahren, die dort die Vor- und Grundschule sowie die High School besuchen. Die Kinder kommen dabei aus sozial-schwachen Familien, bei denen meist nur noch die Mutter da ist.

Das Projekt „Dewi Saraswati“, mit Sitz in Hamburg, besteht seit 25 Jahren und ist nach der indischen Göttin der Weisheit benannt. „Die Kinder wohnen in projekteigenen Unterkünften, werden dort ärztlich betreut, erzogen und unterrichtet. Seit neustem besuchen auch die Kinder der umliegenden Bauern die Schule der deutschen Hilfsorganisation“, erzählt die engagierte Liederbacherin.

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