Fahrradschnellweg

Bauarbeiten für die Direktverbindung zwischen Darmstadt und Frankfurt sollen im Oktober beginnen

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Der Fahrradschnellweg zwischen Darmstadt und Frankfurt kommt. Das erste Teilstück der gut 30 Kilometer langen Trasse verläuft zwischen Wixhausen und Egelsbach. Im Oktober soll es losgehen.

Hessens Verkehrsminister Tarek Al Wazir (Grüne) findet am Donnerstagvormittag in der Stadthalle Langen feierliche Worte: „Fühlen Sie sich als Zeuge eines historischen Moments. Wir reden nicht mehr bloß theoretisch vom Radschnellweg zwischen Darmstadt und Frankfurt – wir gehen jetzt in die Umsetzung“, erklärt er auf der Tagung zu dem Radverkehrsprojekt.

2015 gab es die erste Machbarkeitsstudie zu der Radwegeverbindung zwischen den beiden Großstädten. Im Oktober sollen nun die Bauarbeiten zum ersten Teilstück zwischen Egelsbach und Darmstadt-Wixhausen starten. Manfred Ockel, Geschäftsführer der Regionalpark RheinMain Südwest GmbH, bei dem die Fäden zur Planung des Projekts zusammenlaufen, stellt die Strecke im Detail vor: Auf gut 30 Kilometern wird eine schnelle Verbindung von Darmstadt über Erzhausen, Egelsbach, Langen, Dreieich, Neu-Isenburg nach Frankfurt entstehen. „Inzwischen haben wir aus allen beteiligten Stadtparlamenten die Zustimmung“, erklärt Ockel.

Die „Fahrrad-Autobahn“ wird mindestens vier Meter breit, und sie läuft zumeist an der Bahnlinie entlang. Um es möglichst komfortabel und schnell für die Radfahrer zu halten, wird die gesamte Strecke asphaltiert, die Kurven werden höchstens 60 Grad steil und der komplette Weg beleuchtet sein. „Zum Glück hat die LED-Technik in den vergangenen Jahren einen Quantensprung gemacht. Wir können die Wege über Photovoltaik erhellen. Dabei sind sie dimmbar und auch sensorisch einschaltbar, so dass wir nicht die ganze Nacht die Wege illuminieren, sondern nur dann, wenn tatsächlich ein Radfahrer kommt“, erläutert Ockel. An einigen Stellen sei es unvermeidbar, dass Fußgänger auf die Radwege treffen, dann werde der Weg aber noch 1,50 Meter breiter geplant. Mehrere Servicestationen auf den 30 Kilometern sollen dafür sorgen, dass die Radler Gelegenheit haben, einen Reifen aufzupumpen, Werkzeug zu erhalten und im Falle eines Regenschauers sich auch mal unterstellen können.

Es gebe noch einige Fragezeichen an der Strecke, die schwierigste Engstelle sei die Überquerung der Dreieichbahn in Sprendlingen. Dort sei noch nicht abschließend geklärt, ob es möglicherweise auf eine neue Unter- oder Überführung hinauslaufe. Die Bahnhöfe seien dabei in allen Städten wichtige Knotenpunkte, schließlich sollen Rad- und Bahnnutzung leicht miteinander verknüpft werden können.

Gestern endete die Ausschreibung für das Vergabeverfahren für den ersten Teilabschnitt. Ab Mitte Oktober soll der erste Spatenstich erfolgen, dann könnte die Strecke zwischen Wixhausen und Egelsbach schon sechs Monate später fertiggestellt sein. „Wir wissen aber auch, dass wir

Erfahrungen sammeln

müssen. Dieses erste Teilstück ist unsere Premiere. Wir müssen interkommunale Lösungen für den Winterdienst, die Pflege der Strecke und auch für mögliche Schäden finden“, betont der Geschäftsführer der Regionalpark GmbH.

Die Gruppe rund um Manfred Ockel, Professor Jürgen Follmann von der Hochschule Darmstadt, der das Projekt wissenschaftlich betreut, Kreisbeigeordneter Claudia Jäger (CDU) und die Architekten des ersten Abschnitts, Albrecht Schaal und Karl Hermann, fuhren die Strecke nach der Tagung gemeinsam mit dem Rad ab. Die ersten 3,5 Kilometer kosten rund 3,1 Millionen Euro, das Gesamtvolumen beträgt eine Summe in den 20er-Millionen Euro“, wie Ockel sagt. Ganz genau sei das noch nicht absehbar – auch, weil es den Traum gibt, die Radschnellwegverbindung bis nach Darmstadt an den Hauptbahnhof weiterlaufen zu lassen. Dies sei mit einer Hochtrasse am komfortabelsten und sichersten – aber eben auch mit großen Kosten verbunden. Rund 75 Prozent der Ausgaben wird das Land tragen.

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