Traum wird Realität

Bauarbeiten für den Radschnellweg zwischen Darmstadt und Frankfurt haben begonnen

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Die Planungen waren nicht einfach, doch nun ist der Startschuss für die Bauarbeiten für den Radschnellweg zwischen Darmstadt und Frankfurt gefallen. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir lobt die schnelle Umsetzung.

Die sportlichen Berufspendler wird’s freuen: Auf 29,91 Kilometern wird eine schnelle Radverbindung vom Hauptbahnhof in Darmstadt über Erzhausen, Egelsbach, Langen, Dreieich, Neu-Isenburg nach Frankfurt ans Mainufer entstehen. Seit gestern ist dieser Plan nicht mehr bloß eine Vision. Die Bauarbeiten haben begonnen, bis 2022 soll die komplette Strecke für den Radverkehr freigegeben sein. In Egelsbach, zwischen der K 168 und der Schillerstraße, wurden bereits die ersten Erdmassen bewegt. Auf vier Metern Breite verteilter, heller Schotter verrät, wo die asphaltierte und für Radfahrer komfortable Strecke entlang der Bahn verlaufen wird.

„Heute beginnen wir – statt nur darüber zu reden“, sagt Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Einfach machen – das sei sein Schlagwort für die Verbesserung der Mobilität. Der Minister weiß aber auch: So einfach war die Planung dann doch nicht. Nach der Beauftragung einer Machbarkeitsstudie für einen Radschnellweg zwischen Darmstadt und Frankfurt vor zweieinhalb Jahren war es ein Kraftakt, die Zustimmung aller Kommunalparlamente sowie die Förderung durch Land und Bund zu erreichen und jetzt endlich die Bagger anrollen zu lassen.

„Diese Strecke war ein langgehegter Traum, der jetzt Realität wird“, sagt Al-Wazir. Jeder dritte Bundesbürger nutze sein Fahrrad täglich. „Das Rad ist längst nicht mehr nur ein Freizeitfortbewegungsmittel. Ein Drittel der Radfahrer nutzt es als Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit.“ Die Menschen, die nicht mit dem Rad unterwegs seien, würden die mangelnden Radwege und fehlende Sicherheit als eines der Hauptargumente dafür nennen. „Hier schaffen wir jetzt Abhilfe, denn es gilt, ein großes Potenzial an Radfahrern zu heben“, so Al-Wazir.

Auch Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger (CDU)weiß um das wachsende Interesse von Pendlern, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. „Diesem Trend bahnen wir gerne den Weg. Hessens erste Radschnellverbindung soll viele Menschen dazu bewegen, umzusatteln, denn künftig sollen die Radfahrer auch aus dem Umland schnell, bequem und sicher auf zwei Rädern in die Innenstädte gelangen. Sie schonen das Klima, verbessern die Luftqualität und entlasten die Straßen.“

Manfred Ockel, Geschäftsführer der Regionalpark RheinMain Südwest GmbH, bei dem die Fäden zur Planung des Radschnellweges zusammenlaufen, ist sichtlich erfreut, dass die Umsetzung nach eineinhalb Jahren Planung startet. Der erste von fünf Bauabschnitten führt die Arbeiten von Darmstadt-Wixhausen über Erzhausen nach Egelsbach, ist gut 3,6 Kilometer lang und kostet 4,34 Millionen Euro. Die Kreuzung von K 168 und Schillerstraße wird mit dem Bau eines Kreisels übersichtlich und sicherer für die Radfahrer gemacht. Rund 60 Prozent der Kosten von etwa 650 000 Euro trägt der Kreis, die restlichen 40 Prozent die Gemeinde Egelsbach.

Ockel erinnert auch an die Servicestationen, die dafür sorgen sollen, dass die Radler Gelegenheit haben, einen Reifen aufzupumpen, Werkzeug zu bekommen und im Falle eines Regenschauers sich auch mal unterstellen können. „Eine solche Station findet genau hier ihren Platz“, erläutert der Regionalpark-Geschäftsführer beim Spatenstich. Er zeigt auf die bereits installierten Lichtmasten, die mit Hilfe von Photovoltaik mit LED und Amberlight für die Sicherheit der Radler in den Abend- und Morgenstunden sorgen werden.

Manfred Ockel, Tarek Al-Wazir und Claudia Jäger sind sich einig, dass die schnelle Umsetzung der Radverbindung der guten Zusammenarbeit zwischen dem Land, den Kommunen und der Regionalpark RheinMain GmbH zu verdanken sei. Die Verbindung gilt als Pilotprojekt für weitere Radschnellweg-Projekte rund um Kassel, Frankfurt-Hanau oder Darmstadt/Mannheim/Heidelberg, der direkt an den jetzt zu bauenden Weg angeschlossen werden soll. Ziel ist, dass der erste Teilabschnitt im Frühjahr 2019 fertiggestellt ist.

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