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Grün bis goldfarben glänzt das Laub dieser Winterlinde, die im sonnigen Herbstlicht auf den Asphalt gekracht ist. Sie gehört zu 34 Bäumen, die dieser Tage im Wohngebiet ?Im Haindell? gefällt werden.

Wohngebiet

Baumfällarbeiten im Haindell gehen in die zweite Runde

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Ratsch ratsch, brumm, brumm, platsch, platsch – im Wohngebiet Haindell müssen sich in den nächsten Wochen die Anwohner auf etwas Lärm einstellen.

Ratsch ratsch, brumm, brumm, platsch, platsch – im Wohngebiet Haindell müssen sich in den nächsten Wochen die Anwohner auf etwas Lärm einstellen. Das Geräusch von Sägen wird zu hören sein, es werden Bäume auf die Straße krachen, die dann verkleinert und mit Motorenkraft in Container geschafft werden. Das wird ein wenig für Unruhe sorgen. Viele der Anwohner nehmen den Lärm für kurze Zeit aber gerne in Kauf. Denn die Linden, die jetzt gefällt werden, haben in den vergangenen Jahren Kummer bereitet. Wurzeln haben die Bürgersteige angehoben und aufgesprengt, und vor allem der Laub- und Blütenfall verursachten riesigen Ärger.

Im vergangenen Herbst hatte Teil 1 der Abholz-Aktion im Holzweg und in den angrenzenden Straßen begonnen. Dabei fielen 35 der 69 Winterlinden der Motorsäge zum Opfer. Jetzt geht es mit dem Fällen der verbliebenen 34 Bäume in weiteren Teilen des Holzwegs sowie in den Straßen Antoniterweg, Kaiser-Konrad-Weg, „Im Haindell“ und „Im Hohlweg“ weiter. Deshalb müssen zeitweilig die Straße und Teile von Gehwegen und Parkplätzen gesperrt werden. Im Hohlweg wurde am Freitag gearbeitet. Es sind nur noch die Stümpfe der Winterlinden zu sehen. An diesen Stellen ist auf dem Bürgersteig bereits eingezeichnet, wo die Austauschbäumchen gepflanzt werden. Auch am Samstag brummten die Motoren. Die Säge kreischte am Ende des Holzweges vor der Einmündung zur Straße „Im Haindell“.

Das Fällen der Linden erregte in den vergangenen Monaten die Gemüter. Die einen bedauern, dass die stattlichen Bäume weg müssen, die anderen – besonders die Anwohner – freuen sich, dass damit ein jahrelanges Ärgernis verschwindet. Anwohner hatten sich darüber beklagt, dass die Scheiben der parkenden Autos total verklebt waren, weil Mehltau auf die Karosserien tropfte und dass Wurzelverwachsungen die Gehsteige und das Kanalsystem schädigten.

Als vor mehr als drei Jahrzehnten bei der Entstehung des Wohngebietes Haindell die 69 Winterlinden gepflanzt wurden, schmückten sie das Neubauviertel. Doch im Laufe der Jahre wurden die zunächst so niedlichen Bäumchen zum großen Ärgernis. Rüdiger Elbert, der seit 1990 im Holzweg wohnt, hatte vor einem Jahr zum Reporter dieser Zeitung gesagt: „Die Bäume gibt es solange wie die Häuser – seit 27 Jahren. Die hätte man wegen der zu erwartenden negativen Folgen wohl nie pflanzen dürfen.“

Die jetzt fortgesetzten Veränderungen hält der Baumexperte Eiko Leitsch für notwendig. Er hatte bei den Diskussionen im Planung- und Bauausschuss gesagt: „Da wird jetzt etwas geschaffen, was dauerhaft trägt. Das ist die Lösung für die Zukunft.“ Die Ersatzpflanzung, die am Anfang des Holzweges schon zu sehen ist, wird mit Hainbuchen, Erlen, Ulmen und Amber-Bäumen vorgenommen. Für die Realisierung dieser im doppelten Sinne des Wortes einschneidenden Maßnahmen standen in den Haushalten 2017 und 2018 jeweils 220 000 Euro zur Verfügung.

(wm)

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