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Auch der Nachwuchs des VfR Bockenheim bekommt Hinweise von den Eintrachttrainern, wie man seine Technik mit dem Ball verbessert.

Fußballschule

Beim „Fußballcamp für Kids“ können junge Fußballer mit den Trainern der Eintracht üben

Zwei Frankfurter Fußballvereine haben ein Trainingswochenende mit der Fußballschule der Eintracht gewonnen. Der VfR Bockenheim und die SG Riederwald. Taktik, Technik und Koordination standen auf dem Plan, mit dem die Kleinen Fußball-Bundesliga-Luft schnuppern konnten. Etwas gelernt haben dabei nicht nur die Kinder.

Wenn die Fußballschule der Eintracht Frankfurt ein Wochenende lang mit den Kindern von Amateurvereinen trainiert, lernen nicht nur die Kleinen dazu.

Am vergangenen Samstag und Sonntag etwa war die Fußballschule zu Gast bei der SG Riederwald, dem neunte von zehn Vereinen, bei dem sie mit der Aktion „Fußballcamps für Kids“ seit August Halt macht. Zu Beginn des Trainings trippelt der Fußballnachwuchs aus dem Riederwald im Mittelkreis. „Um erstmal warm zu werden“, sagt Clemens Appel aus dem Trainerstab der Eintracht, der hier das Programm leitet. Später werden noch Torschüsse geübt und Taktik und Koordination trainiert.

Durch die Kinder-Kicker-Brille betrachtet, macht die Aufwärmübung zum einen Spaß. Zum anderen lässt sich so Ballkontrolle auf engem Raum üben. Denn die 60 maximal 12 Jahre alten Kinder, die sich mit ihrem Ball quer durch den kleinen Kreis drängen, ergeben ein wirres und dichtes Wimmelbild. Da ist es nicht so leicht, mit den Mannschaftskollegen nicht zusammenzustoßen oder sich nicht den Ball in dem wilden Fußgetrampel wegkicken zu lassen. „Und jetzt abwechselnd mit Außenrist und Innenrist trippeln“, ruft Appel in die Menge.

Durch die Trainerbrille sieht man noch einen weiteren Aspekt. „Es ist effektiv eine Aufgabe, gleichzeitig eine große Horde Kinder zu beschäftigen“, sagt Verena Gerdes. Sie ist Jugendleiterin bei der SG Riederwald. Mit Kindern zu trainieren, funktioniere etwas anders als mit Erwachsenen. Habe bei den Kleinen einer gerade nichts zu tun, werde er unruhig, fange an zu quatschen, lenke andere ab. Gerdes hat natürlich auch einen Trainerschein und daher selbst schon so ihre Tricks und Kniffe entwickelt. „Aber man lernt immer dazu“, sagt sie. „Ganz besonders, wenn man hier mit den Profis zusammenarbeitet.“ Vorbereitet wurden das Training und die Trainer mit einem Work-Shop im Waldstadion, bei dem sich die Riederwälder Übungsleiter mit denen der Eintracht zusammensetzten und Einblicke in die Methoden der Bundesligisten bekamen.

Aus insgesamt 22 Amateurvereine aus dem Rhein-Maingebiet wurde die zehn ausgewählt. Alle hatten sich mit sozialen oder ökologischen Projekten für das Trainingswochenende beworben. Im Riederwald gab das Projekt „Hol die Eltern ins Boot“ den Ausschlag gegeben. Dabei sei es darum gegangen, die Eltern aktiver ins Vereinsleben einzubinden, sagte Hichem Romdhane, der die Fußballabteilung bei der SG leitet. Das sei gar nicht so schwer gewesen. „Wir haben sie einfach eingeladen und zusammen einen Flohmarkt organisiert.“ Nun kümmerten sich einige Eltern um das kleine Vereinsheim, dort an der Motzstraße.

Der andere Frankfurter Amateurverein, der ein Profitraining mit den Traunern der Eintracht gewann, war der VfR Bockenheim. Mit denen hatte die Fußballschule am letzten Septemberwochenende ihr Fußballcamp veranstaltet. Auch hier war die Anzahl der Kinder, die mit trainieren konnten, auf 60 beschränkt. Kaum konnten sich die Bockenheimer kleinen Fußballfreunde für die Plätze anmelden, waren sie innerhalb einer Stunde schon alle vergeben. Denn für die Kinder ist es mehr als eine weitere Übungseinheit. Für ein Wochenende sind sie ihren Idolen bei der Eintracht ein Stückchen näher und können Fußball-Bundesliga-Luft schnuppern.

Das wird auch im Riederwald ordentlich zelebriert. „Immerhin kommen viele unsere Kids auf dem Weg zum Sportplatz“, wie Romdhane sagt, „am Riederwaldstadion vorbei und schauen zum Trainingszentrum der Eintracht auf.“

Bevor es mit dem Fußballcamp richtig los geht, gibt es für die Kinder ein professionelles Fotoshooting. In ihren blauen Trikots, Hosen und Socken, die die Mainova für die teilnehmenden Spieler spendierte, zappeln sie aufgeregt in der Warteschlange. Dann geht es vor die grauen Leinwand, „Rücken durchstrecken, Kopf nach oben“, ruft der Fotograf. „So seht ihr dann aus wie die Profis auf den Aufklebern in den Sammelheften.“

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