+
Lehrtaucher Björn Rahner (Mitte) legt das Seil an. Cornelius Eulberg wird gerade zum Einsatztaucher ausgebildet und gleich in Runkel in die Lahn gehen. Links Signalmann Torben Knetsch. Er wird das Seil führen.

DLRG

Björn Rahner bildet Rettungstaucher in Limburg aus

  • schließen

Björn Rahner hat gerade seine Ausbildung zum DLRG-Lehrtaucher absolviert. Er ist jetzt einer von zwei Tauchern im Kreis Limburg-Weilburg, die mit dieser Qualifikation weitere Einsatz- und Sicherheitstaucher ausbilden dürfen.

Cornelius Eulberg gibt das Signal: Er ist bereit. Der Taucher hängt an der Leine, das Torben Knetsch gerade hält. Dieser ist der Signalmann und wird den Taucher nicht aus den Augen lassen. Cornelius Eulberg geht in Runkel in die Lahn. Sein Training: Er soll einen Teil des Gewässers absuchen.

Sein Lehrtaucher ist Björn Rahner. Diese Qualifikation hat er gerade erlangt, darf nun selbst Rettungstaucher ausbilden. Besser gesagt: Einsatztaucher, wie es heutzutage heißt. Insgesamt gibt es davon acht im Kreis Limburg-Weilburg, weitere sechs sind in Ausbildung, berichtet er. DLRG-Lehrtaucher gibt es tatsächlich nur zwei im gesamten Kreisgebiet. „Ja, es könnten mehr sein“, sagt er mit einem Lächeln. Doch immerhin: Er hat seine Prüfung vor wenigen Wochen am Edersee abgelegt, gemeinsam mit acht weiteren Anwärtern aus Hessen und Niedersachsen. „Das ist eine Besonderheit, denn erstmals nach sechs Jahren fand eine solches Ausbildungsereignis am Edersee statt“, erklärt Rahner.

An der Schulungsstätte des DLRG-Landesverbandes wurden in einer viertägigen Prüfung sowohl theoretische als auch praktische Kenntnisse abgeprüft. Von der theoretischen Lehrtaucherprüfung über die Korrektur eines „ET2 Prüfungsbogens“ bis hin zur 20-minütigen-Lehrprobe über ein vorher benanntes Thema, konnte jeder zeigen, was er kann, und mit welchen Methoden er dieses Wissen an die zukünftigen Tauch-Anwärter weiter vermittelt. In der Praxis wurden „der erste Leinentauchgang“, „Einsatztauchen bei Nacht“, „Arbeiten unter Wasser“ und eine „Einsatzübung“ vermittelt und gelehrt.

Bei der abschließenden Rettungsübung mussten die angehenden Lehrtaucher erst als Einsatztaucher einen Menschen nach einem „Unfall“ sicher an die Oberfläche und an Land bringen, anschließend wieder in die Rolle des Ausbilders schlüpfen und ihre Schülern in der Erstversorgung schulen.

Björn Rahner darf jetzt schulen, was der DLRG-Ortsgruppe Brechen-Runkel-Villmar zugute kommt. Doch zurück an die Lahn: Cornelius Eulberg, der Einsatztaucher werden möchte, hat die Signale abgestimmt: Eine unterschiedliche Anzahl von Zügen an der Leine, die unterschiedliche Bedeutungen haben. Das muss geprobt werden. Ein Signal wird nicht geübt, denn das kennt jeder: Ein einziger fester Zug: Der Notruf. „Wir müssen jedes Jahr 300 Tauchminuten leisten, um die Einsatzberechtigung zu behalten“, erklärt Björn Rahner. „In zwei Stunden kann man etwa vier Kilometer absuchen. Ein normaler Tauchgang dauert eine halbe bis eine Dreiviertelstunde.“ Der 37-Jährige Oberweyrer ist von Beruf Lichtplaner und seit 16 Jahren als Einsatztaucher aktiv. Schon sein Vater engagierte sich in der DLRG, er merkte schnell, dass er sein Hobby, das Tauchen, nutzen kann, um anderen zu helfen. „Wir sind dem ersten Wasserrettungszug im Kreisverband Limburg-Weilburg angegliedert und im Katastrophenschutz dem Land Hessen unterstellt“, erläutert Rahner die organisatorischen Abläufe. Rein technisch ist klar: Die Taucher müssen ihre Fertigkeiten immer wieder trainieren, die vorgeschriebenen Tauchminuten leisten, wie es auch sein Schützling Cornelius Eulberg gerade tut. Der 36-jährige Eschhöfer ist von Beruf Schreiner, liebt sein Hobby und: „Das ist die Gelegenheit, der Gesellschaft etwas zurückzugeben“, sagt er. Deshalb absolviert er nun die Ausbildung zum Einsatztaucher.

Und worauf muss er sich im Notfall einstellen? Welche schwierigen Einsätze hat Björn Rahner bisher hinter sich gebracht? „Zum Glück noch keinen“, sagt er. Einmal wurde er von der Polizei gefordert, eine verletzte Person zu bergen. Dann erinnert er sich an den Vorfall vor etwa zwei Jahren in Runkel, als der Kampfmittelräumdienst eine Panzergranate entschärfte. „Die hatten wir bei einem Übungstauchgang in der Lahn gefunden.“

Wer Rettungstaucher werden will, investiert sein Engagement und seine Zeit – die DLRG stellt die Ausrüstung. Allerdings sollte der Taucher den Neoprenanzug haben. „Der wird zwar auch gestellt, aber den meisten ist der eigene Anzug lieber“, weiß Rahner.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare