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Ein Polizist steht vor einem Polizeiwagen. Symbolfoto: Markus Künzel

Brennende Mülltonnen, fliegende Steine: Jetzt wird die Polizei aktiv

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Zweimal innerhalb weniger Tage wurden Streifenwagen mit Steinen beworfen. Immer wieder in diesem Sommer brennen Mülltonnen. Schwalbach ist wieder in den Schlagzeilen. Die Polizei will nicht zulassen, „dass einzelne Personengruppen die Stadt in Angst und Schrecken versetzen“.

Mülltonnen brennen. Steine fliegen auf Polizeibeamte und Streifenwagen. Was ist da wieder los in Schwalbach? Das ganze Jahr über war’s vergleichsweise ruhig. Doch im Laufe dieses Sommers häuften sich die kriminellen Machenschaften augenfällig. Wenn jemand Abfalltonnen anzündet, handelt es sich um eine Straftat. Die jüngsten Brandstiftungen dieser Art gingen glimpflich aus. Die Freiwillige Feuerwehr war so schnell am Einsatzort, dass sie Schlimmeres verhinderte. Doch was passiert, wenn Flammen auf Häuser übergreifen? Niemand mag sich das ausmalen.

Die beiden jüngsten Angriffe auf Polizisten sind noch einmal von anderer Qualität und bergen Zeichen von Heimtücke und Vorsatz. Mittwochfrüh wurde ein Streifenwagen aus dem Gebüsch heraus beworfen und von einem Stein getroffen (wir berichteten). Niemand kam zu Schaden. Schon am Samstag prasselten Steine auf ein Polizeiauto nieder. Ein Beamter wurde nach Angaben der Polizei-Pressestelle leicht verletzt.

Die Polizei im Main-Taunus-Kreis ist alarmiert. Die jüngsten Straftaten rufen sie auf den Plan. Polizeisprecher Markus Hoffmann kündigte gestern erneut an, dass die Beamten „in den nächsten Wochen verstärkt in Schwalbach präsent“ sein werden. Das schließe Personenkontrollen ein. Die Polizei könne nicht zulassen, dass einzelne Personengruppen die Stadt „in Angst und Schrecken versetzen“. Hoffmann hat zugleich seine Kollegen im Blick, die auf Streife sind und körperlich bedroht werden: „Es ist nicht auszudenken, was passiert, wenn ein Beamter von einem Stein am Kopf getroffen wird.“

Schwalbach war 2017 in die Schlagzeilen geraten. Um den Marktplatz herum wurde eine Klientel auffällig, die durch unerlaubten Waffenbesitz, Drogengeschäfte, Vandalismus und Angriffe auf die Polizei von sich reden machte. Darauf hin entwickelten die Stadt Schwalbach und die Polizei ein Sicherheitspaket, zu dem unter anderem eine starke Präsenz von Einsatzkräften und massive Kontrollen gehörten. Die Polizei entsandte einen „Schutzmann vor Ort“, der seit Herbst 2017 dauerhaft in Schwalbach tätig ist, und schaltete ihre Migrationsbeauftragten ein. Vorbeugung ist das Zauberwort. Bis zum Frühsommer schien das Konzept zu greifen. Warum derzeit wieder mehr Unruhe herrscht, erschließt sich nicht. Markus Hoffmann sagte, er sehe keinen Grund.

Ob alle Vorfälle der jüngeren Vergangenheit in einem Zusammenhang stehen und ob sie durchweg eine Verbindung zur Problemklientel haben, ist allerdings unklar. Sachbeschädigung am Marktplatz kommt immer wieder vor, zuletzt an einer Bankfiliale. Erst am Mittwoch stellten Mitarbeiter fest, dass irgendwann in den vergangenen Wochen die Außenwand eines Lagerraums beschädigt und zum Teil geöffnet wurde. Näheres ist dazu noch nicht bekannt. Die Polizei in Hofheim bittet um Zeugen-Hinweise unter der Telefonnummer (0 61 92) 20 79-0.

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