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Am Alten Kirchplatz wollen Sebastian Menges (SPD) und Mitstreiter den Bücherschrank aufstellen.

Geld sammeln

Ein Bücherschrank muss her

Vor sieben Jahren hat die SPD im Ortsbeirat 14 erstmals einen Antrag auf einen Bücherschrank gestellt. Weil die Kosten für den Ortsbeirat viel zu hoch sind, wurde er sieben Mal einstimmig zurückgestellt. Jetzt wird in Harheim für Leseratten gesammelt.

Er müsste sein Budget für fast drei Jahre hinblättern, wollte der Harheimer Ortsbeirat 14 einen Bücherschrank, wie die Stadt ihn vorschreibt, bezahlen. 6842 Euro kostet der jetzt. Beim ersten Antrag der SPD im April 2011 waren es noch 5000 Euro. „Da war ich noch gar nicht dabei“, sagt SPD-Ortsbeiratsmitglied Sebastian Menges (33).

Damals hatten sich sein Vater Wolfgang Menges und Kristina Luxen nach einer Bürgersprechstunde, in der ein Bücherschrank gewünscht worden war, dafür stark gemacht. „Schon die 5000 Euro waren heftig. Dass sich der Preis auf fast 7000 Euro erhöht hat, macht es nicht besser“, so Menges.

Dennoch will der Ortsbeirat seinen Bürgern den Büchertausch ermöglichen. „Wir wollen es einfach durchziehen und damit auch unseren Ortsmittelpunkt wiederbeleben.“ Also hat Menges den Vereinsring Harheim angesprochen, und der hat eine Sammelaktion gestartet. „Wir haben Flyer verteilt, und schon am 25. August kam die erste Spende über 150 Euro rein. Insgesamt haben wir jetzt 1300 Euro von Privatleuten zusammen“, berichtet Menges.

Schön fände er es, wenn auch Firmen oder Kreditinstitute etwas beitragen würden. „Die Banken haben in Harheim ja alle Geldautomaten entfernt, damit könnten sie ein bisschen Präsenz zeigen.“ Für Spenden von mehr als 100 Euro sind Plaketten mit Widmung angedacht. „Auch zwei Paten, die sich um den Bücherschrank kümmern würden, haben wir bereits gefunden.“ Der alte Kirchplatz soll Heimat für den Bücherschrank werden. Neben der dreiteiligen Litfassmauer aus Beton, die vor 25 Jahren von Grundschulkindern bunt angemalt wurde und als eine Art schwarzes Brett gedient hat. „Wir könnten in der Grundschule fragen, ob Kinder Mauer frisch anmalen möchten und dann Leisten anbringen, damit das schwarze Brett wieder funktioniert“, so Menges. „Dann können sich Jung und Alt austauschen, Bücher bringen und ausleihen und sich auf die Bänke am Platz setzen, um zu schmökern.“

Auch damit liegt es noch ein bisschen im Argen. Der Ortsbeirat hatte im Oktober 2016 einen Antrag für neue Bänke gestellt, 2017 wurde er genehmigt. Bislang wurde nur eine der Metallbänke um zwei Sitzplätze verkleinert.

In Frankfurt gibt es 59 Bücherschränke. Anfragen an den Magistrat nach preiswerteren Alternativen zu dem teuren Schrank mehrerer Ortsbeiräte werden klar beantwortet. „Die Bücherschränke werden nicht initiativ vom Magistrat geplant, sondern auf Antrag der Ortsbeiräte, die auch das erforderliche Budget bereitstellen. Die Kosten für einen Bücherschrank des inzwischen ausschließlich verwendeten Modells betragen 6842,50 Euro einschließlich Erstellung des Fundaments. Die Bücherschränke werden von der Schlosserei Holz und Stahl GmbH geliefert.“

Menges zeigt sich darüber gleichzeitig ungehalten und optimistisch. „Das kann ein kleiner Ortsbeirat wie in Harheim nicht stemmen. Ich bin guter Dinge, dass noch einiges an Spenden zusammenkommt. Und wenn es nicht reichen sollte, zahlen wir als Ortsbeirat die Differenz“, verspricht er.

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