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Rund 70 Interessierte waren der Einladung des Stadtplanungsamts zur Findung des Beirats der ?Lokalen Partnerschaft? in den Saalbau Griesheim gefolgt. Bewerben konnten sich Menschen, die in Griesheim-Mitte leben und kein politisches Mandat innehaben.

Umbau im Quartier

Bürger stehen in den Startlöchern für ehrenamtliches Gremium

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In den nächsten zehn bis zwölf Jahren soll Griesheim-Mitte umgestaltet werden – unter Beteiligung der Anwohner. Dazu wurde jetzt ein ehrenamtliches Gremium gebildet. Auf Anhieb konnten 15 Ehrenamtliche aus dem Viertel gefunden werden – darunter auch etliche mit Migrationshintergrund.

„Man darf nicht an den Menschen vorbei entscheiden, die in Griesheim-Mitte wohnen“, mahnte Doris Michel-Himstedt, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) und selbst Griesheimerin. Ihr und auch ihrer Ortsvereinsvorsitzenden Birgit Puttendörfer lag es schwer im Magen, dass keine Mandatsträger der politischen Parteien Mitglied im Beirat werden durften, der die Stadterneuerung von Griesheim-Mitte in den nächsten zehn, zwölf Jahren begleiten und Projektvorschläge ausarbeiten soll. Zumal es viele Ausländer im Viertel gebe, die eingebunden werden müssten.

Doch einige der Menschen mit Migrationshintergrund in Griesheim-Mitte wollen in diesem Beirat durchaus für sich selbst sprechen: Auf Anhieb ist es dem beauftragten Architekturbüro Freischlad + Holz und dem Stadtplanungsamt bei einer Bürgerveranstaltung im Saalbau Griesheim gelungen, 15 Ehrenamtliche für den Beirat zu finden, der unter dem Titel „Lokale Partnerschaft“ läuft – eine muslimische Frau ist dabei; auch andere Menschen, die sich engagieren möchten, aber nicht deutscher Abstammung sind. „Es ist toll, auf Anhieb den kompletten Beirat zusammen zu haben, und das mit einer so tollen Mischung aus Männern und Frauen, Jungen und Älteren“, freute sich Brigitte Holz.

Dass der Beirat aus 15 Mitgliedern besteht, hängt damit zusammen, dass das Architekturbüro beim Durchzählen der in Griesheim aktiven Institutionen auf 14 gekommen ist: Diese 14 bilden ein Parallel-Gremium, in dem Schulen und Kindereinrichtungen, der Vereinsring, die Kinderbeauftragte, der Bürgerverein Griesheim, die Wohnungsbaugesellschaften, das Gewerbe und andere institutionelle Partner vertreten sind. Den 14 sollten 15 Bürger gegenüberstehen – damit sie eine Stimme mehr haben.

Sie bilden den Beirat, der unter dem Schlagwort „Lokale Partnerschaft“ geführt wird – so wollen es die Geldgeber des Projekts, Bund und Land. Mandatsträger der Parteien sollten ausdrücklich nicht darin vertreten sein, auch aus demokratischen Gründen: Ortsbeiräte und Stadtverordnete werden über die von der „Lokalen Partnerschaft“ ausgearbeiteten Projekte entscheiden und ihre Umsetzung auf den Weg bringen. „Es sollen nicht die die Projekte entwerfen, die dann auch darüber entscheiden“, mahnte Brigitte Holz.

14 Millionen Euro

stehen bis zum Jahr 2030 für strukturelle Veränderungen in Griesheim-Mitte zur Verfügung. Dabei geht es um städtebauliche Fragen, aber auch um soziale oder solche zur Klimagestaltung: Wird es besonders heiß im Quartier, wo fehlt also Grün?

Grundlage für das Städtebauförderungsprogramm und für den Einsatz der Fördermittel ist die Erstellung eines Integrierten Stadtteilentwicklungskonzepts (ISEK). Das ISEK wird vom Büro Freischlad + Holz zusammen mit dem Bürger- und dem Institutionen-Gremium entwickelt. „Wir wollen Ihren Erfahrungsschatz nutzen und mit unserer fachlichen Expertise unterstützen“, sagt Stefanie Döring von Freischlad + Holz. Das ISEK soll bis Sommer 2019 stehen; in ihm sollen konkrete Projekte für Griesheim-Mitte definiert werden.

Die nun gefundenen 15 Ehrenamtlichen werden von der Stadtverordnetenversammlung bestätigt und geben sich selbst eine Geschäftsordnung. Die 14 Vertreter der Institutionen müssen sich noch gesondert zusammenfinden; eine Schwierigkeit ist dabei die Berücksichtigung des Gewerbes, denn Griesheim hat keinen Gewerbeverein mehr. Bei mehreren Bürgerdialog-Veranstaltungen soll die Bevölkerung eingebunden werden; ein erster Termin soll am 20. Oktober stattfinden. Eine weitere Vorstellung gibt es in der Ortsbeiratssitzung am 9. November.

Infos zum Stadtumbau

Diese gibt es beim Stadtplanungsamt unter www.stadtplanungsamt- frankfurt.de/projekte.

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