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In den Heddernheimer Höfen tut sich was. Das gilt nicht nur am Tag der ?Bunten Meile?, zu dem zahlreiche Mieter ihre Räume geöffnet haben.

Heddernheimer Höfe

Von der „Bunten Meile“ zur neuen Halle

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Ein Großteil der Heddernheimer Höfe ist vermietet. Kreative und Gewerbetreibende haben sich dort niedergelassen. Unter dem Motto „Bunte Meile“ luden sie jetzt dazu ein, das Gelände zu erkunden. Bald soll es auch eine multifunktionale Halle für Veranstaltungen geben.

Seit drei Jahren führt Cengizhan Onat sein Fotoatelier auf dem Gelände der Heddernheimer Höfe in der Heddernheimer Landstraße 145-155. Dort ist viel Betrieb. Melanie Votter, Makeup-Artist, schminkt im Studio Models für ein Shooting, das Cengizhan Onat organisiert hat. Mehrere Sets, also Kulissen, hat der Fotograf hierfür vorbereitet unter anderem im Atelier der Künstlerin Katrin Paul, das sich auf der Rückseite des Geländes im Haus Nummer 149 befindet.

Cengizhan und Paul gehören zu den Kreativen, die sich in den Heddernheimer Höfen niedergelassen haben. Das 11 000 Quadratmeter große Gelände, auf dem früher mal eine Druckerei und ein Haushaltswarengroßhandel untergebracht waren, ist Wirkungsstätte für Bildende Künstler, Illustratoren und Fotografen geworden sowie für kleinere Betriebe. Auch das belgische Honorarkonsulat und der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) haben dort Räume angemietet.

Viele haben an diesem Nachmittag ihre Türen für Besucher geöffnet und unter dem Motto „Bunte Meile“ auf das Gelände eingeladen. „Gut 80 Prozent der Flächen sind vermietet“, sagt Nicole Harloff, Geschäftsführerin der H 3 Heddernheimer Höfe GmbH, die das Gelände entwickelt hat und verwaltet. Als nächstes Projekt soll dort eine frühere Produktionshalle in eine multifunktionale Veranstaltungshalle umgebaut werden. „Wir haben schon den Betonboden komplett herausgenommen. Wenn alles wie geplant klappt, kann die Halle noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden“, sagt Harloff. Sie soll samt Innenhof künftig das Herzstück des Geländes sein.

Besucher dürfen einen ersten Blick durch die geöffnete Tür in die rund 820 Quadratmeter große Halle werfen. Auch wenn bisher noch nicht viel zu erkennen ist, hat Nicole Harloff bereits genaue Vorstellungen davon, wie die Fläche gestaltet werden soll. „Im hinteren Teil soll eine Bühne stehen und auf der anderen Seite werden die sanitären Anlagen gebaut“, sagt sie. Gegenüber des aktuellen Eingangs soll ein großes Tor eingebaut werden, um größere Anlieferungen beispielsweise Autos für ein Fotoshooting zu ermöglichen. Denn auch so etwas soll künftig neben Veranstaltungen, Feiern oder Konzerten dort möglich sein. Für die Entwicklung der geplanten multifunktionalen Halle und der noch 20 Prozent leerstehenden Flächen sollen circa eine Million Euro investiert werden.

Beim Rundgang durch die Ateliers und Räume wird deutlich, dass sich die Heddernheimer Höfe zu einem Ort der Kommunikation und des Austausches entwickelt haben. Vor der Halle stehen Oldtimer und viele Fotografen, die sich das Gelände anschauen. Sie nutzen die Gelegenheit, zücken ihre Kamera und setzen die Wagen in Szene. Die Autos sind eines der Sets, die Cengizhan Onat für Fotografen vorbereitet hat. „Außerdem haben wir ein Beauty-Shooting und Porträtaufnahmen vorbereitet. Die Fotografen, die mitmachen möchten, bekommen auch Aufgaben gestellt“, erklärt er. Es gehe bei der Aktion nicht um Konkurrenz, wer am besten fotografiere, sondern darum, sich auszutauschen, gegenseitig Tipps zu geben und sich zu unterstützen.

Gleichzeitig hat der Bundesverband mittelständische Wirtschaft eine kleine Start-Up-Messe im Erdgeschoss des Hauses Heddernheimer Landstraße 155 organisiert. Diese Fläche steht bisher noch frei. „Hierfür wünschen wir uns einen gastronomischen Betrieb wie ein Café, Bistro oder Restaurant – einen Betreiber, der sich auch vorstellen kann, das Catering für die Veranstaltungen in der Halle mit zu übernehmen“, sagt Harloff. Derzeit seien sie auf der Suche nach Interessenten.

Die Models, die Fotograf Onat für den Tag gebucht hat, sind mittlerweile fertig geschminkt und auf die von ihm vorbereiteten Sets verteilt. Yasmin (20) steht im Atelier von Katrin Paul und posiert inmitten einer Installation der Künstlerin, die hierfür Regenschirme so miteinander verbunden hat, dass diese wie große, durchsichtige Kugeln wirken. „Die stammen noch aus einer Arbeit von mir, die in einem Museum in Japan ausgestellt war“, erzählt Paul, die selbst mehrere Jahre in Japan gelebt hat.

Seit 2013 hat sie ihr Atelier in den Heddernheimer Höfen und war die erste Künstlerin, die dort einzog. Fotograf Onat ist im dritten Jahr mit dabei. „Ich wohne im Stadtteil und hatte schon immer etwas in der Nähe gesucht, als ich die Fläche hier entdeckt habe“, sagt er. Beide fühlen sich dort sehr wohl.

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