Zwei Brüder, zwei Cousins: Harun Kukukhel, Raul Kapoor, Sajan Lund und Revin Kapoor sind die ?Hungry Sons?, die mit Erlaubnis der Bahn derzeit einen Pop-up-Imbissstand am Nordausgang des Höchster Bahnhofs betreiben. Die Stadtverordnete Petra Scharf (SPD) unterstützt sie.
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Zwei Brüder, zwei Cousins: Harun Kukukhel, Raul Kapoor, Sajan Lund und Revin Kapoor sind die ?Hungry Sons?, die mit Erlaubnis der Bahn derzeit einen Pop-up-Imbissstand am Nordausgang des Höchster Bahnhofs betreiben. Die Stadtverordnete Petra Scharf (SPD) unterstützt sie.

Pop-up-Stand

BWLer verkaufen Baguettes am Höchster Bahnhof

  • VonAlexandra Flieth
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Vier Betriebswirtschaftswissenschaftler, die die Leidenschaft für gutes Essen miteinander teilen, betreiben seit Kurzem einen gastronomischen Pop-up-Stand am Nordausgang des Höchster Bahnhofs. Ihre Baguettes sind indisch und orientalisch angehaucht. Langfristig möchten sie die Idee weiter ausbauen.

Es ist kurz nach 13 Uhr, und die Schlange, die sich vor dem Stand der „Hungry Sons“ („Hungrigen Söhne“) am Nordausgang des Höchster Bahnhofs bildet, wird immer länger. Schüler der nur wenige Meter entfernten Schulen knurrt der Magen. Ihren Hunger möchten sie mit einem belegten Baguette stillen, die von den Brüdern Raul und Revin Kapoor und deren Cousins Sajan Lund und Harun Kukukhel angeboten werden.

Unter dem Namen „Hungry Sons“ haben die vier jungen Männer, die aus Nied, Fechenheim und Hofheim kommen, dort einen gastronomischen Pop-up-Stand aufgebaut. „Pop-up“ heißt, dass sie den Platz für einen begrenzten Zeitraum von der Deutschen Bahn überlassen bekommen haben. Ihr Stand ist mobil und kann täglich abgebaut werden.

Fünf Tage die Woche

„Zu Beginn haben wir das auch so gemacht, aber schnell gemerkt, dass es viel zu aufwendig ist“, erzählt Revin Kapoor. Mittlerweile bleibt der Stand von Montag bis Freitag stehen und wird während der Nacht von einem Sicherheitsdienst bewacht. „An den Wochenenden sind wir nicht hier und bauen den Stand für zwei Tage dann ab“, sagt Kapoor.

Es gibt drei verschiedene Baguette-Varianten: mit Hühnchen, mit Knoblauchwurst vom Rind oder vegetarisch mit Kartoffeln. Frisch zubereitet und indisch oder orientalisch angehaucht, treffen die vier „hungrigen Söhne“ sichtbar den Geschmack ihrer Kunden, unter denen neben den Jugendlichen auch viele Berufstätige sind, die in ihrer Mittagspause dort vorbeischauen. Jedes Baguette kostet 3,50 Euro. Möchte man zusätzlich Käse oder Ei, dann kostet es 50 Cents mehr. „Die Karte haben wir bewusst klein und überschaubar gehalten“, erklärt Raul Kapoor.

Der Renner sei derzeit das Baguette mit Hähnchen. Sie haben dem Angebot den Namen „Pinky Chicken“ gegeben. Die Zutaten sind Hähnchenbrustfilet und eine „indische Marinade nach Familienrezept“, wie es Raul Kapoor formuliert. Die Familien der vier haben ihre Wurzeln in Afghanistan. „Wir sind afghanische Hindus“, erklärt Revin Kapoor. Der Hinduismus ist vor allem in Indien beheimatet und weltweit die drittgrößte Religion nach dem Christentum und dem Islam.

Die Arbeitsschritte am Stand sind unter den vier jungen Männern aufgeteilt: Einer kassiert, einer grillt Fleisch oder Kartoffeln und ein anderer füllt das Baguette mit den Zutaten. An Werktagen treffen sie sich bereits täglich um 7.30 Uhr, um die Zutaten frisch zuzubereiten. Dafür steht ihnen eine Küche zur Verfügung. „Um 11 Uhr öffnen wir unseren Stand, um 22 Uhr schließen wir“, sagt Revin Kapoor. In den ruhigeren Phasen blieben zwei von ihnen am Stand, die anderen beiden machen die Einkäufe oder die weiteren Planungen.

Eine Franchise-Idee?

Doch wie kamen sie auf die Idee? Die vier jungen Männer studieren BWL oder haben das Studium bereits abgeschlossen. Neben ihrem Interesse an wirtschaftlichen Prozessen mögen sie gutes Essen. Warum nicht beides miteinander kombinieren und sich in der Gastronomie selbstständig machen, dachten sie sich. So entstand die Idee. „Langfristig würden wir die Idee gerne zu einem Franchise-Konzept ausbauen“, betont Revin Kapoor.

Wenn es möglich sei, würde sie gerne auch länger am Höchster Bahnhof bleiben, vielleicht sogar mit einem Food-Truck. Ob und wie so etwas umgesetzt werden könnte, müsse aber in Gesprächen mit der Deutschen Bahn geklärt werden.

Die Stadtverordnete Petra Scharf (SPD) begrüßt das Projekt: „Es belebt den nördlichen Teil des Höchster Bahnhofs positiv“, findet sie. Dadurch, dass der Stand erst um 22 Uhr geschlossen werde, sei die Ecke belebt. Scharf ist sich sicher, dass sich durch die Anwesenheit der vier so schnell niemand traut, sich beispielsweise an den Fahrrädern zu schaffen zu machen, die auf Vorplatz am nördlichen Bahnhofsausgang abgestellt werden.

Wie lange die „Hungry Sons“ ihren gastronomischen Pop-up-Stand dort weiterbetreiben, ist noch nicht klar. Nach den ersten Wochen ziehen die vier aber schon einmal eine positive Bilanz: „Wir haben sehr viel gelernt.“

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