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Lutz Heinrich und sein Sohn Timofej (5) wagten einen Ausflug mit der Rettungsplattform.

Industriepark

So war der Tag der chemischen Industrie in Höchst

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Einen Blick hinter die Kulissen gab es am Samstag beim Tag der offenen Tür im Industriepark Höchst. Sechs Unternehmen stellten sich vor. Außerdem gab es Werksrundfahrten mit Bussen und der Eisenbahn.

Höhenangst kennt Timofej (5) nicht. Gemeinsam mit seinem Papa Lutz Heinrich schwebt er auf einer Rettungsplattform auf dem Gelände der Werksfeuerwehr im Industriepark Höchst und sieht die Welt um sich herum aus mehr als 40 Metern Höhe. Mit der Rettungsplattform, die zur Ausstattung der Werksfeuerwehr von Infraserv Höchst, dem Betreiber des Industrieparks gehört, werden in einem Einsatz normalerweise Verletzte aus für Retter schwer erreichbaren Situationen geholt. An diesem Tag aber können sich Besucher, natürlich gut gesichert, in der Plattform von einem Kranwagen an einem langen Seil in die Höhe ziehen lassen.

So eine spannende Gelegenheit nutzen Timofej und sein Papa. Als es für die beiden wieder langsam hinuntergeht, winkt der Knirps begeistert von oben seiner Mama Tanja Sand-Heinrich zu, die schon auf ihn wartet. Normalerweise dürfen Kinder unter 14 Jahren nicht in den Industriepark hinein. Eine Ausnahme gibt es zum Tag der offenen Tür, der bundesweit vom Verband der chemischen Industrie organisiert wird und an dem sich der Industriepark Höchst und dort ansässige Unternehmen beteiligen. Zu diesem Anlass ist ein Blick hinter die Mauern und hinter die Kulissen möglich.

„Mein Mann arbeitet im Industriepark und Timofej kennt nur den Bereich vor dem Eingang. Jetzt sieht er auch mal, wohin sein Papa zur Arbeit geht“, erzählt Tanja Sand-Heinrich. Nicht nur das Gelände der Werksfeuerwehr kann besichtigt werden. Sechs der 90 dort ansässigen Unternehmen öffnen ihre Türen und erklären Besuchern bei

Betriebsbesichtigungen

ihre Arbeitsschwerpunkte. Eines dieser Unternehmen ist Bayer Division CropScience, deren Schwerpunkt auf dem Gebiet der Herbizidforschung liegt. Es geht also um Unkrautbekämpfung und die Mittel, die hierfür entwickelt werden. Neben den Themen Pflanzenschutz gehören zu den Aufgabenfeldern auch der Bereich Saatgut und professionelle Schädlingsbekämpfung.

Im Erdgeschoss des Gebäudes, in einem rund 150 Meter langen Gang, werden mehrere Aspekte der Arbeit gut aufbereitet für den Laien erklärt und vorgestellt. Monika Keppler-Kühn blickt durch ein Mikroskop und sieht dort winzige Punkte. Es geht um Raubmilben, Nützlinge, die auf ganz natürliche Art und Weise dabei helfen können, Schädlinge wie die Spinnmilbe zu bekämpfen. Keppler-Kühn, die aus Bergisch Gladbach kommt, lässt sich dies von Bayer Divison CropScience Mitarbeiter Arne Hantel erklären. Sie ist gemeinsam mit ihrem Mann auf Einladung des Schwagers da, der dort ebenfalls tätig ist und möchte sich gerne so viel wie möglich anschauen.

Neben den

Betriebsbesichtigungen

warten auf die Besucher auch Werksrundfahrten mit Bussen und mit der Eisenbahn in historischen Personenwagen aus den 1920er und 1940er Jahren, denn im Industriepark Höchst gibt es auch ein eigenes Schienennetz. Eine Rundfahrt mit der Eisenbahn führt um das gesamte Werk herum und dauert rund 40 Minuten.

Gut 22 000 Menschen arbeiten im Industriepark Höchst. Dort werden Produkte produziert, die in vielfältiger Art und Weise im Alltag eingesetzt werden können, beispielsweise Arzneimittel wie Insulin und Impfstoffe, Pflanzenschutzmittel, Farbpigmente oder Kunststoffe. Über diese vielfältigen Arbeitsbereiche der im Industriepark ansässigen Unternehmen können sich Besucher im „Erlebnispark der Industrie“, der auf dem Gelände der Infraserv-Tochtergesellschaft Provadis unweit von Tor Ost aufgebaut ist, informieren. Dort steht auch ein Riesenrad, das einen ganz besonderen Ausblick auf den Industriepark ermöglicht und es gibt zahlreiche Mitmachangebote für Kinder und Jugendliche.

Das Interesse der Besucher ist riesengroß. Gut 15 000 Besucher zählt Infraserv in den sechs Stunden der Veranstaltung.

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