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Das ?Loch? gehörte zu den schwierigsten Sektionen und war kaum fehlerfrei zu bewältigen. Foto Klaus-Dieter Häring

Motorrad-Parcours

Classic-Trial-Freunde aus Europa holen sich den Adrenalin Kick in Hergenroth

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Classic-Trial-Oldtimer-Freunde aus ganz Deutschland und vielen europäischen Ländern haben sich am Wochenende in Hergenroth getroffen, um mit dem Motorrad einen schwierigen Parcours zu fahren.

Ein Mal im Jahr wird Hergenroth in der Verbandsgemeinde Westerburg zum europaweiten Mekka der Classic-Trial-Freunde, einer Sportart für Besitzer alter Motorränder, die in den verschiedenen Klassen an den Start gehen und mit den Fahrzeugen Geschick beim Durchfahren von einzelnen und in ihrer Schwierigkeit unterschiedlichen Sektionen beweisen müssen.

In den 17 Jahren ihres Bestehens hat sich diese Veranstaltung nicht nur zu einem Termin des Europa-Cups gemausert. Auch viele Hobbyfahrer, die einfach mal nur ihren Adrenalinspiegel austesten wollten, stellen sich den Aufgaben, die ihnen der MSC „Freier Grund“ als Ausrichter ins Gelände „gezaubert“ hatte. Allen voran Werner Schaaf, selbst erfolgreicher Trial-Fahrer und mit Lorbeeren auf Europaebene geschmückt. Er bekam vor 17 Jahren eine Anfrage der DTSG, der Deutschen Trial-Sport-Gemeinschaft, die lautet: „Mach mal was bei dir“. Bei dir bedeutete für Werner Schaaf, aus seiner hauseigenen Trainingsstrecke eine Trial-Strecke zu machen, die für Wettbewerbe geeignet ist. Hierbei geht es darum, den Besitzern von Classic-Motorrädern bis Baujahr 1965 Aufgaben zu stellen.

Als alle behördlichen Genehmigungen vorlagen, ging es mit knapp 80 Startern los. Heute sind es mehr als 130 Fahrer, die an zwei Tagen auf den 16 Sektionen anzutreffen waren. Die Fahrer kamen aus ganz Deutschland sowie aus Frankreich, Holland, Belgien, Schottland und England. In fünf Kategorien hatten die Motorradbesitzer die Gelegenheit, sich in die Teilnehmerliste einzutragen. Diese ging von „Grün“ für Anfänger über „Rot“ (Fortgeschrittene), „Weiß“ (Spezialisten), „Gelb“ (Experten) bis hin zu „Blau“, was so viel wie „Experten plus“ bedeutete.

In der Kategorie „Grün“ startete Jasmin Duszynski aus Hamburg mit ihrer Yamaha TY. Sie ist lange nicht gefahren, „weil nicht fit“. So wie auch Sabrina Wiese aus Aachen. Sie kam über ihren Freund Kevin Emmerich zum Trial. „Früher bin ich geritten. Das wurde mit der Zeit langweilig. Heute hol ich mir beim Trial den berühmten Adrenalin-Kick“.

Den hatte auch Frank Frommel nach der Durchfahrt des „Loch“ hinter sich. Hierbei handelt es sich um ein steiles Loch im Gelände neben der Bahnstrecke, in das die Teilnehmer fahren müssen. Nach einer tiefe Pfütze fahren sie am gegenüberliegenden Steilhang wieder aus dem Loch heraus. „Nur zwei Punkte, damit bin ich sehr zufrieden“, freute sich Frank Frommel. Dies bedeutete für den 54-Jährigen, dass er zwei Mal den Boden während der Fahrt mit einem Fuß berührt hat. Fünf Strafpunkte hätte es gegeben, wenn Frank Frommel bei seiner 300er BSA, Baujahr 1964, den Motor abgewürgt hätte. Die gleiche Punktzahl wären in die Teilnehmerkarte geknipst worden, wenn er ein Tor ausgelassen hätte. So waren es nur zwei Punkte, über die sich der Mann aus Hohn bei Rendsberg am Ende der Kategorie freute.

Diese Sektion im Gelände war von fast keinem der Fahrerinnen und Fahrer fehlerfrei zu durchfahren. „Die hat ihre Würze durch den Schutt heute Morgen bekommen“, klärte Werner Schaaf auf. Der „Schutt“ (Regen) ließ die aus dem Boden ragenden Wurzeln „tierisch glatt“ werden. Dass es hier glatt ist, wussten die Teilnehmer von Ortsbesichtigungen. Oder aber auch von befreundeten Fahrern, die ihre Fahrt schon hinter sich hatten und ihre Erfahrungen mit der Fahrt weitergaben.

„Da oben musst du auf der Wurzellinie bleiben, sonst ist es vorbei“, war da mitten aus dem Wald zu hören. Ein Beweis für den kollegialen und fast schon familiären Charakter dieser Veranstaltung, die nach Aussage von vielen Fahrern ein hohes Ansehen genießt. Wer die Ergebnisse der beiden Tage haben möchte, kann sich diese im Internet auf der Seite von Ortwin Sann anschauen.

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