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Frankfurt 20.10.2017, Graffitikünstler Justus Becker beklagt sich, dass die künstlerischen Grafittis (die von der Stadt erlaubt wurden) von Jugendlichen Skatern bepinkelt werden. Das nächste öfftl. Klo am Hauptbahnhof ist weit weg.

„Cor“: Nicht nur Kunst, auch soziales Engagement ist ihm wichtig

Als Schuljunge zeichnete und malte er für seine Mitschüler, mit zwölf hatte Justus Becker das erste Mal eine Sprühdose in der Hand. Nachts ging er heimlich mit Freunden raus, um sich im Sprayen auszutesten.

Als Schuljunge zeichnete und malte er für seine Mitschüler, mit zwölf hatte Justus Becker das erste Mal eine Sprühdose in der Hand. Nachts ging er heimlich mit Freunden raus, um sich im Sprayen auszutesten. Heute ist „Cor“, wie er sich nennt, ein international gefragter Graffiti-Künstler. „Cor“, das ist Spanisch für „Herz“. Der Name hat einen besonderen Grund: Mit zehn Jahren wurde Becker am Herzen operiert. Dieses Ereignis verarbeitet er heute auch in seinen Motiven. Diese sehen bisweilen regelrecht fotorealistisch aus, so ausgefeilt ist inzwischen Beckers Technik. Neben seiner Kunst (Foto: Michael Faust) liegt ihm soziales Engagement besonders am Herzen. So gründete er den Verein „Hopehelps“, der durch künstlerische Projekte Kinder in Äthiopien finanziell unterstützt. Besonders viel Aufsehen zog eine Aktion auf sich, die Becker gemeinsam mit seinem Kollegen Oguz Sen durchführte: Am Frankfurter Osthafen malten sie eine überdimensionale Version des Bildes vom ertrunkenen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi. Nach heftigen Reaktionen und dem Vorwurf der Pietätlosigkeit übermalten sie es mit einem zweiten Aylan Kurdi-Portrait, das ihn lachend und umgeben von Teddybären zeigt.

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