+
Da geht?s lang. Julia Nikolopoulos zeigt auf die Kanonenstraße, über die sie 24 Stunden lang immer wieder den Feldberg erklimmen will.

Den Feldberg immer hoch und runter

Diese Extremsportlerin will 24 Stunden lang auf dem Rad sitzen

  • schließen

Am 21. Juli startet Julia Nikolopoulos ihr ganz persönliches Abenteuer. „Challenge“ sagen die Extremsportler dazu. Ihre ganz persönliche Herausforderung: Auf dem Fahrrad will sie 24 Stunden lang den Großen Feldberg hoch und runter fahren. Nonstop – und das für einen guten Zweck.

„Da geht’s hinauf“, sagt Julia Nikolopoulos, blickt von der Rad- und Fußgängerbrücke am Taunus-Informations-Zentrum an der Hohemark hinunter auf die L 3004 und lacht. Vielen wird, angesichts der Herausforderung, der sich die 41-Jährige stellen möchte, wohl eher das Grauen im Gesicht stehen. Zumindest aber ein ganz großes Fragezeichen. Am Samstag, 21. Juli, wird sich die Frankfurterin an der Hohemark auf den Sattel ihres Rennrades schwingen und will den Großen Feldberg erklimmen.

Doch nicht einmal. Das macht sie immer wieder, im Prinzip wöchentlich. An schönen Wochenenden starten vom Tor zum Taunus aus täglich hunderte Radfahrer, um den Höchsten im Taunus zu erklimmen. Sie will mehr.

Julia Nikolopoulos hat sich ein anderes, viel ehrgeizigeres Ziel gesetzt: Sie will an jenem Wochenende 24 Stunden lang die Kanonenstraße hinauf zum Sandplacken und weiter zum Gipfel-Plateau fahren. Nur, um dann wieder hinunter zu rauschen und den Berg erneut zu erklimmen. An den Morgenstunden des Samstags, den ganzen Tag über bis in die Abendstunden, inmitten der einsamen Nacht, der Morgendämmerung entgegen und mitten hinein in den Sonnenaufgang.

Unvorstellbar? Das Vorhaben mag verrückt klingen, ist es aber nicht. In den vergangenen Jahren haben es schon andere Extremsportler vorgemacht. Allen voran ihr Mann Alexander Nikolopoulos, der die Idee zu dieser „Challenge“ hatte, wie in der Szene solche Herausforderungen genannt werden.

„Ich freue mich darauf. Ich bin ja nicht alleine. Ich stelle mich gemeinsam mit einer Freundin aus dem Schwarzwald dieser Herausforderung“, sagt die IT-Spezialistin. „Zudem werden uns viele befreundete Radfahrer immer eine Zeit lang begleiten.“ Und ganz wichtig: Hinter den Radfahrern wird ein Begleitfahrzeug die Extremsportler, die alle neonfarbene Warnwesten tragen werden, absichern – Tag und Nacht.

„Die Autofahrer waren in den Vorjahren immer ganz vernünftig“, berichtet ihr Mann Alexander Nikolopoulos. „Das Begleitfahrzeug bietet den Radfahrern aber auch Schutz bei möglichen Stürzen, bei gesundheitlichen Problemen oder wenn ein Materialschaden zu beheben ist.“ Der 43-Jährige hat erst kürzlich eine schmerzhafte Erfahrung machen müssen. Er trägt derzeit eine Halskrause. Vor ein paar Wochen hat ihn ein Auto angefahren. Beim Sturz trug er eine Wirbelverletzung davon, die zum Glück gut ausheilt. Gut verlaufen ist auch seine Krebserkrankung, der er sich vor Jahren stellen musste.

Nach seiner Genesung hatte er wieder langsam aufbauend mit seiner Leidenschaft, dem Triathlon, angefangen. Bei einer Trainings- und Vorbereitungsfahrt über die Kanonenstraße hinauf zum Feldberg hatte er die zündende Idee: „Man kann das Ganze doch irgendwie sinnvoller machen“, sagte er sich und organisierte vor vier Jahren erstmals den Spenden-Marathon auf dem Rad.

In diesem Jahr fahren seine Frau und deren Freundin zugunsten des Vereins „Hilfe für krebskranke Kinder“ 24 Stunden lang den Feldberg rauf und runter. In den Vorjahren hatte die Spendenaktion zwischen 5000 und 7000 Euro eingespielt. Die Sponsoren verpflichten sich, für jede Runde, die Julia Nikolopoulos und ihre Freundin Kati Rothe den Feldberg bezwingen, einen zuvor selber festgelegten Betrag zu spenden.

In Zahlen: Die Distanz vom Hohemark-Kreisel hinauf zum Großen Feldberg beträgt 11,1 Kilometer. Dabei werden die zwei Extremsportlerinnen jeweils 693 Höhenmeter bezwingen. Wie oft die beiden gut trainierten Frauen diese Tortur in 24 Stunden bewältigen? „Wir werden es sehen. Mein Mann hat es in den Vorjahren 20 oder 21 Mal geschafft“, sagt sie. „Wir werden es aber sicher nicht ganz so oft schaffen.“

Spender gesucht

Wer sich bei dem Spenden-Marathon beteiligen will, kann sich online auf der Homepage des Vereins „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt“ unter informieren. Dort findet man unter der Rubrik Spende/Anlass-Spende auch die Registrierung zur Teilnahme.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare