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Landtagswahl 2018

Diese Freien Wähler stellen sich im Main-Taunus-Kreis zur Wahl

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Ivaloo Schölzel und Thomas Kandziorowsky sind die Direktkandidaten der Freien Wähler (FW) im Main-Taunus-Kreis. Thematisch haben sie unterschiedliche Schwerpunkte.

Sie liegen bei den aktuellen Umfragen deutlich unter der 5 Prozent-Hürde, es müsste also noch Sensationelles passieren, dass die Freien Wähler bei in Hessen mit einem ähnlichen Ergebnis rechnen können, wie es für Bayern vorhergesagt wird. 11 oder 12 Prozent der Stimmen, und Thomas Kandziorowsky aus Liederbach wäre Landtagsabgeordneter. Das ist zwar illusorisch, aber wenn es einen Sprung etwa auf 6 Prozent gibt, dann könnte Kandziorowsky, der den elften Platz der Landesliste hat, irgendwann gegen Ende der Wahlperiode in den Landtag nachrücken.

Ivaloo Schölzel braucht sich nicht einmal mit solchen Gedankenspielen zu befassen. Platz 54 auf der Landesliste würde reichen, wenn die Freien Wähler deutlich die absolute Mehrheit schaffen. Es gehe darum, die Positionen der Freien Wähler bekannter zu machen, begründet die Kelkheimerin daher ihre Kandidatur.

Schölzel tritt im Wahlkreis Main-Taunus West an, der Hofheim, Kriftel, Hattersheim, Flörsheim und Hochheim umfasst. Kandziorowsky will im Osten des Kreises erfolgreich sein – das sind Eppstein, Kelkheim, Liederbach, Bad Soden, Sulzbach, Schwalbach und Eschborn. Beide Wahlkreise haben zuletzt die CDU-Kandidaten Axel Wintermeyer und Christian Heinz gewonnen.

Ivaloo Schölzel geht bei ihrem Hauptthema, der Bildung, auf

Gegenkurs zur CDU

. Sie möchte die verpflichtende Ganztagsschule – genau das, was die Christdemokraten nicht wollen. Der ganze Schulstoff am Vormittag, das sei zu komprimiert, sagt sie. Da ist ihr lieber, wenn die Schüler nachmittags in der Schule sind und mehr Zeit haben zum Lernen. Und sie müssten daran mehr Spaß haben als jetzt, findet sie. Dafür müssten die Schulen gemütlicher werden. Dass für verpflichtende Ganztagsschulen mehr Lehrer gebraucht werden, ist der Kelkheimerin klar. Aber der Schritt sei notwendig, auch um die Familien zu entlasten. Ein anderer Schritt sei die Abschaffung der Elternbeiträge für die Betreuung von Ein- und Zweijährigen. Die bisherige Regelung reiche nicht aus.

Kandziorowsky weist darauf hin, dass es die Freien Wähler gewesen seien, die die bisher erreichte Gebührenbefreiung bei den Kindergärten angestoßen hätten, auch die Aufgabe der Verpflichtung Kommunen, Anliegerbeiträge im Straßenbau zu erheben. Die nächsten Schritte sind für ihn, bei der Kinderbetreuung die Zuständigkeiten neu zu ordnen, analog zu den Regelungen im Schulwesen: Der Kreis bezahlt die Gebäude, das Land das Personal. Damit wären die Kommunen entlastet. Das Land solle ebenfalls aufkommen für die Einnahmeausfälle bei den Kommunen durch Abschaffung der Anliegerbeiträge.

Große Themen für Kandziorowsky sind die Regionalpolitik und der Wohnraummangel. Er tritt dafür ein, durch einen Ausbau der Infrastruktur auch die Regionen knapp außerhalb des Ballungsraumes zu attraktiven Wohnorten zu machen. Die Verlängerung von S-Bahn-Strecken, der Ausbau schneller Internetzugänge und die Schließung von Mobilfunklöchern seien wichtige Schritte. Dann gingen auch Firmen eher in ländliche Gebiete, um dort Arbeitsplätze zu schaffen, ist er überzeugt, und dann ziehen dort auch die Menschen wieder hin. „Die Pendler nehmen 40 Minuten Fahrzeit in Kauf“, ist Kandziorowsky überzeugt. So, da ist er sich ebenfalls sicher, lasse auch der Siedlungsdruck auf den Ballungsraum nach. Denn es gelte, dessen polyzentrische Struktur zu erhalten, was auch bedeute, nicht alle freien Flächen zu verbauen.

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