Sie haben Kumru nach Frankfurt gebracht: Im Griesheimer Bahnhof gibt es den neuen Fast-Food-Trend bei Mesut Kinay, Anna Mannberger und Yussuf Kinay.
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Sie haben Kumru nach Frankfurt gebracht: Im Griesheimer Bahnhof gibt es den neuen Fast-Food-Trend bei Mesut Kinay, Anna Mannberger und Yussuf Kinay.

Neuer Fast-Food-Trend

Döner-Alternative Kumru erreicht Frankfurt

Der Döner begann seinen Siegeszug durch Deutschland vor beinahe einem halben Jahrhundert. Bekommt er jetzt ernsthafte Konkurrenz durch ein beliebtes Street Food aus Izmir? Im Frankfurter Westen eröffnete vor wenigen Tagen der erste spezialisierte Kumru-Imbiss. Er versucht, an eine Erfolgsgeschichte aus Berlin anzuknüpfen.

Beachtliche 250 Kumru-Sandwiches gehen bei „Berlin Kumru“ jeden Tag über den Tresen. Eröffnet wurde der Imbiss im vergangenen Jahr – und fand in der deutschen Hauptstadt spielend leicht eine Fan-Gemeinde. In Frankfurt am Main hingegen wissen derzeit nur wenige, was ein Kumru überhaupt ist: ein schmackhaftes Sesambrötchen mit einer Füllung aus drei Wurstsorten, geschmolzenem Käse, Tomate, Sauergurke und Soßen.

Die Brüder Mesut und Yussuf Kinay sind davon überzeugt, dass Frankfurt die türkische Alternative zum Döner braucht und haben nun einen leerstehenden Imbiss im Griesheimer Bahnhofsgebäude in Frankfurts ersten Kumru-Imbiss verwandelt. Sie wählten den Namen „Kumru King“ und brachten damit den Berliner Trend auch in die Mainmetropole. Entwickelt wurde die Street Food-Variante vermutlich schon Ende der 1950er-Jahre in Çesme, einem Stadtteil der historischen Hafenstadt Izmir in der Türkei. Einige lokale Bäckereien griffen den damals neuen Sandwich-Trend auf und entwickelten kurzerhand eine eigene Variante.

Eine „Turteltaube“

Wichtigster Bestandteil ist das ovale Brötchen, das eigentliche Kumru. Auf Deutsch übersetzt bedeutet dieses Wort „Turteltaube“, denn das Aussehen des Brötchens erinnerte die Bäcker an die Form einer Taube. Der Teig für den Kumru wird auf Kichererbsen-Basis zubereitet und mit Sesamkörnern bestreut. Vom Geschmack ist es eher mit einem Burger-Brötchen als mit einem Dönerbrot vergleichbar – außen kross, innen weich. Die Füllung hat es in sich und lässt das Herz der Fleisch-Liebhaber höher schlagen. Gleich drei Sorten Wurst gehören dazu. Geflügelwürste werden mit einer eigens aus der Türkei importierten Küchenmaschine und viel Muskelkraft in Bandnudel-große Streifen geschnitten.

Mit Knoblauchwurst

Zusammen mit dünnen Scheiben der Knoblauchwurst Sucuk, einer Rohwurst, und einer weiteren Geflügel-Rindswurst landen sie auf einem Grill und dann im Kumru-Brötchen. Als Garnitur folgen Scheiben von Tomate, Essiggurke und angebratenem Käse samt Ketchup und Majo. In Kürze wollen die Gebrüder Kinay aber auch noch eine vegetarische Variante auf Spinat-Basis entwickeln. Nun bleibt abzuwarten, ob die Frankfurter den Trend annehmen werden.

Die Erfolgsgeschichte des Döners begann übrigens ebenfalls in Berlin: Anfang der 1970er Jahre eröffneten dort die ersten Döner-Imbisse und verbreiteten sich dann rasch in der ganzen Bundesrepublik. Heute soll es in Deutschland rund 16 000 Döner-Buden geben, rund drei Millionen Döner werden täglich verzehrt – das türkische Gericht ist zum beliebtesten Fast Food der Deutschen geworden. Und zu einem Wirtschaftsfaktor: 60 000 Menschen arbeiten in der Döner-Industrie, die jährlich rund 3,5 Milliarden Euro erwirtschaftet.

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