Nach jahrelangem Ärger

Dreckecke an Seniorenanlage an der Ginnheimer Landtraße beseitigt

Jahrelang haben sich die Bewohner der Seniorenanlage an der Ginnheimer Landstraße über Müll, Lärm, Dunkelheit und zu enge Wege beschwert. Nun haben das Begegnungszentrum und das Nachbarschaftsbüro einen ersten Schritt für ein schöneres und wohnlicheres Ginnheim gemacht.

„Endlich tut sich was“, sagt Katrin Koch vom Begegnungszentrum Ginnheim. Seit mehr als drei Jahren beklagen sich die Bewohner der Seniorenwohnanlage an der Ginnheimer Landstraße über Dreck, Dunkelheit und Lärmbelästigung vor ihrer Haustür. Nun konnten dank der Beseitigung des ominösen Steinkreises vor zwei Wochen einige der Kritikpunkte beseitigt werden.

Jahrelang sorgte der Steinkreis vor dem Rewe-Getränkemarkt für Ärger. Durch seine Wölbung ragte er weit bis in den Bürgersteig hinein, sodass es für Senioren mit Rollstuhl oder Rollator kaum möglich war, die enge Stelle zu passieren. Auch für Kinderwagen war der Weg an dieser Stelle viel zu schmal. „Der Durchgang war gerade mal so breit, wie mein Fahrrad lang ist“, kritisiert auch Rachid Rawas, Mitglied des Regionalrats und Leiter des Nachbarschaftsbüros. Gemeinsam mit Katrin Koch und Betty Göbbels, der Betreuerin der Seniorenanlage, hat er sich für die Beseitigung des Hindernisses eingesetzt. Vor allem im Sommer habe der Steinkreis die Kunden des Getränkemarkts dazu eingeladen, bis spät am Abend gemeinsam dort zu sitzen und zu trinken. Zudem habe der Kreis für viele als öffentliches WC gedient, so Koch. „Senioren haben sich über Lärm bis spät in die Nacht beschwert und am nächsten Morgen war alles voller Schnapsflaschen“, erzählt sie.

Bereits mit der Aktion „Ginnheim putzt sich“ haben das Begegnungszentrum und das Nachbarschaftsbüro in ihrem Viertel aufgeräumt. Doch nach zwei Tagen hat alles wieder so ausgesehen wie vorher. Seit der Steinkreis weg ist, sei der Müll sehr viel weniger geworden und auch der Lärmpegel sei gesunken.

„Jetzt haben die Trinker nichts mehr, wo sie sich hinsetzen können“, sagt Koch zufrieden. Und auch Rachid Rawas ist von dem Ergebnis begeistert: „Wahnsinn, wie viel Platz auf einmal ist, und der Weg wirkt viel übersichtlicher.“

Nachdem das Amt für Straßenbau und Erschließung beauftragt wurde und die Hausverwaltung ihr Einverständnis gegeben hatte, ging alles ganz schnell, und innerhalb einer Woche konnte der Steinkreis beseitigt werden. Die Anwohner seien überglücklich, dass ihr Viertel nun um einiges freundlicher wirke, berichtet Betty Göbbels. „Wir wollen ein sicheres und freundliches Miteinander“, sagt sie, „Ginnheim ist schön, grün und bunt.“ Und das soll man auch sehen können.

An Engagement und Ideen von Bewohnern und Begegnungszentrum mangelt es nicht, nur finanziell ist es – wie so oft – zu knapp. Dafür gibt es das Nachbarschaftsbüro. „Wir haben die Gelder, um unsere Räume zu beleben“, sagt Rawas. Und die Zusammenarbeit funktioniert gut. Jedes Jahr stellen sie gemeinsam ein Nachbarschaftsfest auf die Beine, bepflanzen die Hochbeete im Innenhof, organisieren ein gemeinsames Frühstück, räumen ihr Viertel auf und machen seniorengerechte und barrierefreie Exkursionen. „Die Menschen wollen was Schönes“, weiß Rawas.

Die Beseitigung des Steinkreises und die Bepflanzung der Hochbeete war aber noch längst nicht alles auf dem Weg zu einem schönen Ginnheim. Die To-do-Liste ist noch lang: Für die Bepflanzung des neuen breiten Gehwegs haben sie bereits das Grünflächenamt angefragt. Außerdem sollen Papierkörbe am Weg aufgestellt werden, sodass die Leute ihren Müll nicht mehr einfach auf die Straße schmeißen. Damit sich die Bewohner aber auch sicher fühlen, soll eine Beleuchtung unter der Brücke zwischen Haltestelle und Wohnanlage angebracht werden. Vor allem im Winter ist es dort stockdunkel und „die Leute hetzen nach unseren Veranstaltungen schnell nach Hause“, um nicht im Dunkeln unterwegs sein zu müssen. Für das Thema Sicherheit haben sie für eine Veranstaltung im November die Polizei zu Gast, um die Senioren über Trickbetrug aufzuklären und Grundlagen der Selbstverteidigung zu vermitteln. „Bei uns gibt es das ganze Jahr über tolle Veranstaltungen“, sagt Koch.

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