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Biergenießer und Brauherr Simon Hagebölling testet als Erstes den Geruch des FeldBergers.

Bier

Drei Freunde haben das "FeldBerger" erfunden

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Noch in diesem Monat gibt es das erste Bier vom Feldberg. Aus einer Bierlaune heraus haben drei Freunde mit dem Brauen begonnen und daraus eine Geschäftsidee entwickelt. Das „FeldBerger“ schenken sie im eigenen Gastronomiebetrieb aus und wollen es später auch über andere Kanäle vermarkten.

Namen wie Krombacher und Bitburger bestimmen den Biermarkt. Bald kommt das „FeldBerger“ dazu. Noch nie gehört? Ab 20. April können Freunde eines gepflegten Bieres drei neue Sorten kennenlernen. Als ob es nicht schon genug Biere gibt, werden Manche sagen. Per August 2017 sind unter biermap24.de allein in Deutschland 7829 Biersorten gelistet.

Braucht es da noch weitere? Simon Hagebölling ist davon überzeugt und sagt: „Das meiste ist Industrie-Bier und so schmeckt es auch.“ Für ihn und seine Freunde Jan-Michael Sachse und Felix Assmann kommt seit vielen Jahren das einzige Bier mit Charakter aus der letzten staatlichen Brauerei Rothaus im Schwarzwald. Nach einem Grillabend mit etlichen Flaschen ihres früheren Lieblingsgebräus kamen sie auf die glorreiche Idee, einmal zu probieren, selbst Bier herzustellen.

Mit einfacher Grundausstattung startete das Trio bei beengten Platzverhältnissen in der Gartenhütte. Mit Kochkessel, Braupaddel zum Rühren und Gäreimer fingen sie an. „Nach Stundenlangem Rühren und Schnuppern hatten wir unser erstes Bier, von dessen Ergebnis wir etwas überrascht, aber auch sehr begeistert waren“, erinnert sich Hagebölling

Zwei Jahre lang blieb das Bierbrauen für die Drei ein Wochenend-Hobby. An ihrem Selbstgebrauten fanden auch Freunde und Bekannte Geschmack und langsam reifte die Idee, eine eigene Unternehmung zu starten. Dass Sachse Gastroleiter der Taunatours Base in Schmitten ist, spielte ihnen zu, dort eine Gaststätte mit Brauereiausschank zu starten.

„Wir produzieren im kleinen Stil. Alles ist Handarbeit. Das erklärt leichte Schwankungen in Geschmack, Gehalt und Farbe“, erläutert der Brauherr und schwärmt: „Das macht unser Bier auch so besonders. Jeder Sud ist ein kleines bisschen anders als der vorherige.“ Hagebölling verfolgt den Reifeprozess der Fassbiere regelmäßig. Und er erläutert auch, warum das „FeldBerger“ in einem Weinglas serviert wird. „Die Oberfläche ist größer, verjüngt sich nach oben und man kann Duft und Geschmack noch besser wahrnehmen.“ Er schnappt sich ein frisch gezapftes Bier, riecht mit geschlossenen Augen, lässt im Gegenlicht die Farbe auf sich wirken und nimmt nur einen kleinen Schluck.

Dass Hagebölling im Team das Brauen übernimmt, hat praktische Gründe. Der gelernte Glaser und Einzelhandelskaufmann, hat die berühmten zwei rechten Hände und viel Spaß an dieser kreativen Arbeit.

Rund zehn Stunden dauere der reine Brauvorgang. Dafür überlässt er dem Koch und Caterer Felix Assmann die Küche. Als studierter Jurist und langjähriger Gastroleiter kümmert sich Jan-Michael Sachse wiederum um den administrativen Teil.

Gesundheitsamt und Zoll haben schon die Abnahme vorgenommen. Jetzt müssen noch Restaurant und Braustube eingerichtet werden. Nach dem Küchenbrand Ende des Jahres, ist sie nun betriebsbereit. Während in der Taunatours Base bisher nur gebuchte Veranstaltungen möglich waren, wird das Restaurant jetzt abends ab 18 Uhr sowie am Wochenende offen haben.

Das „FeldBerger“ wollen die Betreiber, zu denen seit knapp zwei Monaten noch Nils Jahn gestoßen ist, im nächsten Schritt auch über andere Kanäle vermarkten. Andere Gastronomiebetriebe, aber auch der Lebensmittelhandel könnten bedient werden, denn das „FeldBerger“ wird auch in Flaschen abgefüllt. „Auf jeden Fall achten wir darauf, dass unser Bier nicht seine Seele verliert“, verspricht Hagebölling.

Er lässt sich in der Alten Fabrik im Salzgrund in Oberreifenberg von den Gästen aus dem Restaurant und aus der Braustube über die Schulter schauen, wenn er das neue Bier herstellt. Das wird es zunächst in drei Sorten geben:

  Das „goldpils“ ist von rötlich-goldener Farbe und dunkler als ein gewöhnliches Pils. „Zwei Malz- und zwei Hopfensorten und das gute Oberreifenberger Wasser geben unserem Pils einen herb-süffigen Geschmack“, beschreibt der Brauherr die Kreation mit einem Alkoholgehalt zwischen 4,5 und 5,5 Volumenprozent.

  Das „FeldBerger chaos“ kommt in der Nase vielschichtig malzig daher, hat eine bräunlich-dunkle Farbe und schmeckt malzig kräftig. Mit einem Alkoholgehalt zwischen 5,8 und 6,5 Volumenprozent, hat es dieses Bier in sich. Dass es aus vier Malz- und zwei Hopfensorten hergestellt wird, hängt damit zusammen, dass die Jungs spontan brauen wollten, aber nicht genug Malz hatten und alles Verfügbare zusammenmischten. „Zum Glück haben wir das Rezept aufgeschrieben“, so Sachse.

  Noch gehaltvoller ist das malzige und betont blumige „FeldBerger märzen“. Von dunkler rot-brauner Farbe ist es im Geschmack vollmundig, süßlich und kräftig. Der hohe Alkoholgehalt zwischen 7 und 8 Volumenprozent, ist typisch für das Märzenbier. Das musste früher besonders gut haltbar und daher hoch konzentriert sein, um das Brauverbot zwischen Mai und August zu überstehen, sagt Simon Hagebölling.

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