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Der Kreisbauernverband bittet alle Hundehalter, ihre Tiere von Feldern und Wiesen fernzuhalten. Denn mit Hundekot verunreinigtes Erntegut sei gesundheitsgefährdend ? für Tiere wie für den Menschen.

Hinterlassenschaften

Durch liegengelassenen Hundekot wird das Mähen zur Sauerei

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Bei Jung und Alt, in Single- wie auch in Familienhaushalten bereichern Vierbeiner den Alltag der Menschen. Während in den Städten des Vordertaunus auf 20 Einwohner ein Hund kommt, ist die „Hundedichte“ im Usinger Land doppelt so hoch. Die Probleme sind die gleichen.

Schmitten hat Weilrod als Hundehauptstadt in Hessen abgelöst. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung sind in der Feldberggemeinde mit ihren rund 9250 Einwohnern aktuell 950 Hunde gemeldet. Statistisch gesehen leben also in Schmitten 9,7 Einwohner mit einem Hund zusammen. Damit hat Schmitten seine Nachbargemeinde Weilrod von Platz 1 der höchsten Hundedichte in Hessen verdrängt. Hier kommen zehn Menschen auf einen Hund. Im Hochtaunuskreis folgt auf Platz 3 bereits Grävenwiesbach. 521 Hunde sind in der 5677-Einwohner-Kommune gemeldet.

Doch alle drei Kommunen haben in diesem Zusammenhang mit dem gleichen Problem zu kämpfen. „Wir erhalten mehr Beschwerden, dass die seitlichen Grasstreifen der Spazierwege durch Hundekot stark verschmutzt sind“, teilt Grävenwiesbachs Bürgermeister Roland Seel (CDU) mit. „Die Beschwerden über die Ignoranz vieler Hundehalter hinsichtlich der Hinterlassenschaften ihrer Haustiere häufen sich.“

Bis vor zwei Jahren wurden die Stationen, an denen man sich Hundekotbeutel nehmen konnte, in Grävenwiesbach nur innerorts aufgestellt. Hundebesitzer führen ihre Vierbeiner jedoch auch außerhalb spazieren, wo die Entsorgungsmöglichkeiten für die Hundebeutel fehlen – und nicht selten die Beutel mit Inhalt achtlos fortgeworfen werden. Deshalb wurden neue Stationen nun auch entlang der beliebten Spazierrouten aufgestellt. Sie bestehen aus je einem Beutelspender und einem Abfalleimer.

Auch für die Bauhof-Mitarbeiter in Usingen ist Hundekot ein Ärgernis. „Es ist eine Schweinerei, dass viele Hundebesitzer ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass die Stadt die Hinterlassenschaften ihrer Hunde beseitigt“, sagt Usingens Bürgermeister Steffen Wernard (CDU), im Übrigen selbst Hundebesitzer.

1103 Hunde sind aktuell in seiner Stadt mit rund 14 500 Einwohnern gemeldet. 42 Stationen mit Abfallbehältern sind an den „neuralgischen Punkten“ der Kernstadt und in den Stadtteilen aufgestellt. „Es gibt einige Straßenzüge, in denen die öffentlichen Rasenflächen völlig verkotet sind. Da wird das Mähen zur Sauerei“, so der Rathauschef.

Das gleiche Bild in Neu-Anspach, obwohl die Stadt mit ihren gemeldeten 940 Hunden an 21 Stationen einen Tütenverbrauch von jährlich 300 000 Stück hat. Etwas entspannter ist die Situation in Wehrheim mit seinen 9800 Einwohnern, wo 795 Hunde gemeldet sind. Im vergangenen Jahr haben die Hundehalter an den 22 im Apfeldorf aufgestellten „Hunde-Toiletten“ 190 000 Hundebeutel verbraucht.

„Unserem Ordnungsamt liegen seit einem Jahr keine Beschwerden von Bürgern über die Hinterlassenschaften der Hunde vor“, teilt dazu Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) mit. Beschwerden von Bürgern würden aber in den Ortsbeiräten immer wieder diskutiert.

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