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Die Freiwillige Feuerwehr Elz bei einer Übung: Die Strategien der Kommunen, Ehrenamtliche für die Brandbekämpfer zu finden, sind durchaus unterschiedlich. Elbtal hat als erste Gemeinde nun eine Ehrenamtsprämie eingeführt.

Kommunen

Ehrenamtsprämie für Feuerwehrleute? Das sind die Erfahrungen

Die freiwilligen Feuerwehren sind das ganze Jahr Tag und Nacht ehrenamtlich im Einsatz, um den Brandschutz zu gewährleisten. Auch bei Unfällen und Unwetterereignissen sind sie gefordert. Einige Kommunen wollen daher mit einer Ehrenamtsprämie den Einsatz der Frauen und Männer würdigen.

Elbtal hat bereits eine Ehrenamtsprämie für Feuerwehrleute beschlossen, in Hadamar ist sie auf dem Weg. In Elz setzt man darauf, die Rahmenbedingungen für die Feuerwehrleute anderweitig so zu gestalten, dass sich die Einsatzkräfte wohlfühlen. In Dornburg und Waldbrunn gibt es ebenfalls keine Ehrenamtsprämie – und auch keine Bestrebungen, eine einzuführen.

In der Satzung haben die Gemeindevertreter in Elbtal rückwirkend zum 1. Januar 2018 ein System verabschiedet, nach welchem die Floriansjünger das ganze Jahr über Punkte sammeln können. Pro Punkt gibt es am Ende 5 Euro. Die Höhe der auszuzahlenden Ehrenamtsprämie wird allerdings auf einen jährlichen Höchstbetrag von 500 Euro pro Person begrenzt.

Gemeindebrandinspektor Stefan Weimar lobt die Satzung. Vor allem die Eigenverantwortung der Einsatzkräfte, ihre Tauglichkeit selbstständig aufzufrischen und damit die ständige Einsatzbereitschaft zu gewährleisten, werde gut bepunktet. Aber auch die Teilnahme an den Übungen, Brandsicherheitsdienste, Tätigkeiten in der Kinder- und Jugendfeuerwehr, technische Dienste sowie Brandschutzerziehung sind aufgeführt.

Auch Irmgard Claudi (CDU) lobt die Satzung: „Wir freuen uns, diese Satzung auf den Weg zu bringen.“ Herbert Wagner (Bürgerliste) regt zudem an, dass es einen Bericht gibt, wie es mit der Ehrenamtsprämie läuft.

Auch in Hadamar ist die Verwaltung in Zusammenarbeit mit den Wehrführern dran, eine Ehrenamtsprämie auf den Weg zu bringen. Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) war selbst Wehrführer in Niederhadamar und weiß daher aus eigener Erfahrung, dass die Bereitschaft für die Teilnahme an Übungen und Einsätzen in den vergangenen Jahren nachgelassen hat. Dies liege an der demografischen Entwicklung, dem größeren Freizeitangebot, den gestiegenen Ausbildungsvoraussetzungen, aber auch daran, dass immer weniger Einsatzkräfte am Heimatort arbeiten, sondern beruflich pendeln.

Bereits im Frühjahr wies Ruoff darauf hin, dass die Stadt nicht nur in die Ausstattung der Feuerwehr investieren solle, sondern vor allem auch in die Menschen. Bereits bei den vergangenen Haushaltsberatungen habe die Stadt daher im Doppelhaushalt 2018/19 die Mittel für die Aufwandsentschädigung der Feuerwehrleute von 27 000 auf 54 000 Euro erhöht. Der Wehrführerausschuss hat eine Richtlinie zur Verteilung der Prämien und Entschädigungen erarbeitet, welche der Magistrat jetzt noch beraten und beschließen muss.

In Elz gibt es derzeit keine Prämienzahlung, und laut Bürgermeister Horst Kaiser (CDU) ist in dieser Hinsicht auch nichts geplant. Dennoch tue die Gemeinde einiges für ihre Feuerwehrleute. „Was wir derzeit tun, ist die Aufwandsentschädigung für Funktionsträger spürbar anzupassen, weil der Aufwand an Kontrollen, Prüfungen und insbesondere auch Dokumentation ganz massiv angestiegen ist und viel Zeit in Anspruch nimmt“, sagt Kaiser. Insgesamt werde in Elz versucht, die Rahmenbedingungen und die persönliche Ausstattung so zu gestalten, dass „die Leute gerne ihren Dienst machen“. Dies würde sich auch an der Nachfrage an Lehrgangsplätzen zeigen. „Wir haben eine höhere Nachfrage, als was wir derzeit an Plätzen anbieten können“, sagt Kaiser. Das gute Klima in Elz zeige sich auch daran, dass das Durchschnittsalter der Einsatzkräfte „erfreulich niedrig ist“.

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