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Verena David vom Vorstand der Aids-Hilfe in einer Traumrobe samt Hut von Juliane Wandel. An ihrer Seite Tim Frühling, der den Ball moderierte.

Stadtgeflüster

Eine Nacht voller Nächstenliebe

Kurz vor Mitternacht stand fest: bei der dritten Ausgabe der Love Ball-Benefizparty im Palmengarten Gesellschaftshaus kamen 20 700 Euro für die Aids-Hilfe Frankfurt zusammen, und damit etwas

Kurz vor Mitternacht stand fest: bei der dritten Ausgabe der Love Ball-Benefizparty im Palmengarten Gesellschaftshaus kamen 20 700 Euro für die Aids-Hilfe Frankfurt zusammen, und damit etwas weniger als im vergangenen Jahr, damals waren es 24 000 Euro. Der Erlös kommt dem geplanten Kompetenzzentrum, bisher einzigartig in Deutschland, zugute. Zuletzt war die Summe durch die Versteigerung eines Abendkleides der Frankfurter Designerin Juliane Wandel noch mal in die Höhe geschossen. Verena David vom Vorstand der Aids-Hilfe präsentierte die glitzernde Robe samt bombastischem Hut auf der Bühne, während Ball-Moderator Tim Frühling und Manuela Mock , Inhaberin des Ladens „Transnormal“, die Versteigerung in die Hand nahmen. Am Ende überreichten sie das schrille Kleidungsstück für stolze 700 Euro einem männlichen Paar.

Rund 800 Gäste flanierten gut gelaunt durchs Haus, ein ebenfalls leichter Rückgang, der, so Robert Mangold, geschäftsführender Gesellschafter der Palmengarten-Gastronomie, dem inzwischen traditionellen Termin vor dem Feiertag der Deutschen Einheit geschuldet sei, „viele aus der Stadtgesellschaft nutzen die Brückentage und sind vor der Buchmesse im Urlaub“. Mit Christian Setzepfandt vom Vorstand der Aids-Hilfe, der wegen Krankheit am Ballabend schweren Herzens passen musste, hatte er auf das unkonventionelle Charity-Event hingearbeitet.

Noch glamouröser war der Abend angekündigt und tatsächlich mischten sich mehr Paradiesvögel als sonst unter die Gäste, auch lokale Travestiestars wie Jessica Walker und Jessica P. , letzterer mit feuerroter Herzperücke, fehlten nicht. Gewohnt hohe Küchenqualität lieferte das Team um Spitzenkoch Andreas Krolik ab, von Austern bis Grüne Soße war alles dabei und im Ticketpreis von 199 Euro enthalten.

Nachdem im vergangenen Jahr die Gaststars Kim Wilde und Marlon Roudette hohe Maßstäbe gesetzt hatten, ging der Stab nun an die dänische Sängerin Aura Dione („Geronimo“) und die 80er-Jahre-Kultband „ABC“ mit Frontmann Martin Fry. Spätestens als der New-Wave-Song „The Look of Love“, mit dem die britische Band seinerzeit die Hitlisten eroberte, den prächtigen Stucksaal flutete, kochte die Stimmung.

Zu den vielen, die Songs wie „Poison Arrow“ textlich mitsingen konnten, gehörte „Hessenschau“-Moderatorin Claudia Schick , die aber nicht nur schöne Erinnerungen an die 80er Jahre hat, wie sie verriet: „Meine Frisur war schrecklich, ein schlimmer Pony. Ich trug außerdem riesige, grauenhafte Schulterpolster und weite, androgyne Klamotten, das war Mode.“ Gekommen war die sympathische Frankfurterin mit ihrem Freund Dieter Mammel , seit 16 Jahren ist sie mit dem Berliner Künstler glücklich. Ihr Love Rezept? „Jeder macht sein Ding, aber wir machen möglichst viel zusammen“, kam es von beiden, die so herzlich miteinander umgingen, dass man sie für ein frisches Paar halten konnte.

Das Ballformat der Walking-Party, bei dem es keine VIP-Tische und erste Reihen gibt, kommt nach wie vor an, das bewies dieser Abend. Doch alles schien luftiger, sprich, kein Gedrängel an den Kochstationen und auf der Tanzfläche als DJ Julian Smith nach den Showacts auflegte.

Im Vorfeld hatte Robert Mangold gesagt: „Wir hätten gerne 900 bis 1000 Gäste, um dem Ball Stabilität und eine Fortsetzung zu garantieren.“ Diese Erwartungen wurden nicht ganz gefüllt. Ob man an dem anscheinend in Stein gemeißelten Termin in Zukunft festhalten sollte, müssen sich die Veranstalter jetzt fragen.

(fai)

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