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Für die Kleinen ist der Park gedacht. Doch nach und nach sind viele der Spielgeräte verschwunden.

Runtergekommener Platz

Eine Wunschliste für den Spielpark Scheerwald

Der Spielpark Scheerwald verkommt seit Jahren: Toiletten, Spielgeräte, Fahrradständer; an allem mangelt es. Auch der Grillplatz ist zu klein und die Brutzler streiten sich mit den anderen Nutzern, um den Platz. Was sich ändern muss, trug Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) beim gestrigen Ortstermin zusammen.

Constantinos Komaris steht im Kiosk auf dem Spielpark Scheerwald hinter dem Tresen. Er erzählt von einem Rentner, der seit elf Jahren jeden Tag kommt. Inzwischen mit dem Rollator. Am Eingangstor gehen die Probleme los. Regen hat eine Kante freigespült. Um die zu überwinden, braucht der Rentner immer zwei oder drei Anläufe. Wenn er nach seiner Runde bei Komaris Halt macht, sagt er oft: „Der Scheerwald verkommt von Jahr zu Jahr mehr.“ Komaris kann nur kopfnickend zustimmen. Seit die Toiletten neben dem Grillplatz geschlossen sind, bekommt er selbst den Verfall hautnah am eigenen Leib zu spüren.

Als sich gestern einige Anwohner mit Vertretern des Ortsbeirats 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) im Spielpark trafen, waren ähnliche Aussagen zu hören. Frank Goldberg ist Vorsitzender des Regionalrats Oberrad. Im Internet hat er gelesen, dass die Spielparks typisch für Frankfurt seien. „Typisch ist vielmehr, dass sie unterfinanziert und vernachlässigt werden“, sagt Goldberg. Sitzbänke, Fahrradständer, Kletterturm und Rutsche. All das ist in den vergangenen Jahren verschwunden. „Es war nicht mehr betriebssicher und wurde ersatzlos abgebaut“, sagt einer.

Dennoch verfallen viele bei der Ortsbegehung in Kindheitserinnerungen. Einen Moment wird es still. Die meisten schauen auf die rot-blaue Schaukel in Form eines Wikingerschiffes. „Auf der habe ich als Kind schon gespielt“, sagt Ortsvorsteher Christian Becker (CDU).

Auch Roland Limberg hat dort als kleiner Knirps schon geschaukelt, seine Kinder auch. Limberg ist 58 Jahre alt und Kinderbeauftragter im Stadtteil. Über den Zustand des Spielparks regt er sich besonders nach dem Osterwochenende auf. Da hatte es einen riesigen Andrang auf dem Grillplatz gegeben. Mancher Streit um Grillplätze wurde handgreiflich ausgetragen. Andere riefen die Polizei, damit diese ihren Anspruch auf die Kochstelle gegen konkurrierend Grillfreunde durchsetze. Limberg schüttelt verständnislos den Kopf.

In Rage gerät er , wenn er auf jene zu sprechen kommt, die ihren Grill auf der Minigolfanlage aufbauten. Mit denen hatte auch Komaris zu tun. Er verleiht Schläger und Bälle. Die Griller zur Rede zu stellen, habe allerdings nichts gebracht. Ihre Antwort sei gewesen: „Wenn wir stören, gehen wir. Nur eben jetzt nicht.“ Das ist nicht nur frech, sagt Limberg. Es vertreibe auch die Kinder aus dem Spielpark. „Für die ist er eigentlich da.“ Auch hat Limberg Pläne, wie der heruntergekommen Park aufgepeppelt werden könnte. Er will etwa eine Skater-Bahn hier hinbauen. Das Grünflächenamt habe sich offen für die Idee gezeigt. „Aber welchen Sinn hat es, wenn die Bahn von Grillern blockiert wird?“

Dass der Park so stark genutzt wird, liegt auch daran, dass seit vergangenen Jahr ein Grillverbot im Heinrich-Kraft-Park gilt. „Daher kommen nun viele Offenbacher mit Steaks und Kohle hierher“, sagt Limberg. Das sehe man an den Kennzeichen. Die Folge: Jede Menge Müll. Auch bräuchte man mindestens drei weitere Toilettenhäuschen. Die zwei, die es gibt sind geschlossen. „Das ist eine Zumutung“, sagt eine Mutter, die mit ihrer Familie gerade grillt. „Wo sollen die Kinder ihre Hände waschen?“

Um den Park auf Vordermann zu bringen, schrieb der Ortsvorsteher während der Begehung eine Art Wunschliste. Klettergeräte, Fahrradständer und Basketballkörbe stehen darauf. Der Grillplatz soll eingezäunt werden, damit die Brutzler in ihrem Gebiet bleiben. Zur Sicherheit solle es Schilder geben, die signalisieren: „Hier ist Grillen verboten“. Daraus wird dann ein Antrag an den Magistrat.

Becker ist optimistisch, dass die Wünsche sich erfüllen lassen. „Für Sitzbänke gibt es ein Budget und für den Rest Mittel und Wege.“ Zuletzt habe der Magistrat ja schon eine halbe Million Euro für das Wasserspiel genehmigt. „Da sollten auch noch 50 000 Euro für die Spielgeräte drin sein“, sagte Becker. „Im Notfall habe der Ortsbeirat auch noch etwas Geld im Portemonnaie.“

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