Hilfsorganisation

Engagierter Einsatz im Kampf gegen Kinderarmut

Plan International ist eine unabhängige Hilfsorganisation, die sich weltweit für die Chancen und Rechte von Kindern einsetzt. Im September waren sie beim Königstädter Dorfplatzfest mit einem Stand vertreten. Für Theo Dewald von der Plan Aktionsgruppe Mainz/Wiesbaden bedeutete die Rückkehr nach Königstädten eine kleine Zeitreise.

Ein Glöckchen klingelt am Stand des Kinderhilfswerks Plan International. Der leise Ton geht fast unter inmitten der Geräusche rund um den mit bunten Geschenkartikeln bestückten Tisch. Doch für einige bedeutet das Klingeln etwas Schönes. Denn immer dann, wenn eines der Tombola-Lose gezogenen wird und der Gewinn verkündet wird, läutet das Glöckchen für den Gewinner.

Theo Dewald und Walter Hosch sind zum ersten Mal mit einem Stand von Plan International in Königstädten. Sie verkaufen Kunsthandwerk wie Filz-Artikel aus Nepal, Speckstein-Artikel aus Kenia, Schmuck, Spielsachen und vieles mehr. Das Angebot stammt aus Ländern, in denen sich die Hilfsorganisation für die Chancen und Rechte von Kindern einsetzt. Die Mitglieder der Aktionsgruppe Mainz/Wiesbaden werden oft für die Teilnahme bei interkulturellen Festen oder Kindertagsfesten angefragt. „Eben überall, wo wir reinpassen“, erklärt Dewald.

Ein Dorfplatzfest wie das in Königstädten ist da eher ungewohntes Terrain. Doch als Dewald von einer der Organisatorinnen des Dorfplatzfestes angesprochen wurde, erinnerte er sich an seine Zeit in Königstädten und sagte die Teilnahme zu. Von 1978 bis 1979 machte er sein Referendariat in der dortigen Grundschule und erinnert sich noch gern an die Zeit. Heute wohnt er in Ingelheim und arbeitete 30 Jahre lang als Lehrer und Schulleiter im Rheingau.

Durch die Presse erfuhr er zum ersten Mal vom Kinderhilfswerk Plan International und übernahm 1999 die Patenschaft für ein Kind in Kolumbien. 2001 gründete sich die Aktionsgruppe Mainz/Wiesbaden aus Paten, die sich zusätzlich für Projekte engagieren. Aktuell gibt es ein Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Kinderhandel in den Philippinen zu stoppen.

„Unser Fokus liegt auf der Förderung von Mädchen“, sagt Dewald. Rund zwei Drittel aller Patenkinder von Plan sind Mädchen. Ein Grund dafür sei, dass gerade Mädchen weltweit unter Benachteiligungen leiden würden. Über 40 Millionen Mädchen in Entwicklungsländern können keine Schulen besuchen, bekommen im Alltag oft nur weniger zu essen und erhalten geringere Zuwendung durch die Eltern, ist in einer Broschüre des Kinderhilfswerkes zu lesen. Außerdem müssten Mädchen viel härter im Haushalt mitarbeiten, erhielten oftmals keine Medizin, wenn sie krank sind, und würden leicht Opfer von Gewalt und sexuellen Übergriffen. Zwangsverheiratungen, Teenagerschwangerschaften, Mädchenhandel, Zwang zur Prostitution oder Genitalverstümmelung sind da nur einige Beispiele.

In Gesprächen sage man ihm häufig, so Dewald, dass es auch in Deutschland Kinderarmut gebe. Warum sollte man sich dann um Kinder in fernen Ländern kümmern? Dewalds Antwort lautet in diesem Fall, dass es bei Kinderarmut in Deutschland nicht um Leben und Tod gehe. Krankheiten wie Grippe oder Durchfall können in den Entwicklungsländern ohne medizinische Hilfe oft tödlich enden.

Plan International unterstützt Bildung und die Rechte von Kindern, wobei die Organisation großen Wert auf Nachhaltigkeit legt. „Ich habe vor Ort gesehen, was mit meinem Geld passiert“, sagt Dewald, der schon mehrfach eine Kinderpatenschaft übernommen hat und seit 2004 die Aktionsgruppe Mainz/Wiesbaden koordiniert. „Was mich überzeugt hat, bei Plan mitzumachen, ist, dass die Institution politisch und in Glaubensfragen unabhängig ist“, so Dewald. Stolz ist er darauf, dass die Aktionsgruppe seit der Gründung im Jahr 2001 bereits 113 000 Euro eingenommen hat. Das Geld konnte in 15 verschiedene Plan-Projekte eingebracht werden. Brunnen wurden gebaut und Möbel für Schulen angeschafft. „Wir bringen das Know-how und das Geld.

Es ist eine Art Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt Dewald. Neben Patenschaften und größeren Projekten gebe es auch Projekte mit der Bezeichnung „Sinnvoll schenken“. Das können zehn Hühner für El Salvador sein oder ein Esel in Äthiopien. Der heißt ebenfalls Theo wie Dewald selbst und trägt Taschen voller Bücher als mobile Bücherei von Ort zu Ort. Mehr Informationen rund um das Kinderhilfswerk gibt es unter .

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