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1250 Jahre Erbach

Erbach hat sich entwickelt und steht vor weiteren entscheidenden Veränderungen

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Am Wochenende geht das Dorf-jubiläum „1250 Jahre Erbach“ in die heiße Phase. Einer, der sich sehr gut an die Entwicklungen der jüngsten Zeit erinnern kann, ist Alfred Meyer. Er war 27 Jahre lang Erbacher Ortsvorsteher.

Für Alfred Meyer war es die richtige Entscheidung, nicht mehr als Ortsvorsteher zu kandidieren. Der Sozialdemokrat hatte sich 2016 festgelegt, Peter Woznik die Nachfolge angetreten. Dennoch hat es nicht so ganz geklappt mit dem Kürzertreten. Das liegt vielleicht daran, dass der 71-Jährige noch im VdK sehr aktiv ist. Ganz sicher aber hat es mit der 1250-Jahr-Feier zu tun. Hier ist er ein Aktivposten. Er muss es einfach tun und will auch Neubürger animieren, sich im Vereinsleben zu engagieren. Denn: „Wir hätten in Erbach ohne die ehrenamtlich Tätigen kulturell nichts zu bieten, die Vereine, die ja auch als Anlauf für Neubürger da sind, also für die Integration sorgen, wären nicht vorhanden. Das wäre doch furchtbar, oder? Kein Gesang, kein Sport, kein Theater, keine Kerb, keine Fassenacht.“

So weit mag er gar nicht denken und fügt noch etwas ganz Wichtiges hinzu: Auch die Feuerwehrleute sind ehrenamtlich tätig. Ein nicht ungefährlicher Dienst an der Allgemeinheit. „Ohne die Ehrenamtlichen wären wir arm dran. Auch nicht auszumalen, was noch alles passiert wäre in der Flüchtlingsfrage, wenn sich die vielen tausend Freiwilligen nicht engagiert hätten, wo die Obrigkeit versagte. Darüber wird und wurde mir viel zu wenig geredet und berichtet“.

Jetzt bringt er sich also wieder ein und zieht Bilanz: Während seiner 27 Jahre als Ortsvorsteher seien 99 Prozent der Entscheidungen einstimmig gelaufen. Meyer: „Weil alle wussten, dass man das Beschlossene noch in den Fraktionen des Stadtparlaments durchsetzen muss und dann im Stadtparlament selbst. Dazu braucht man Menschen, die den Weg mitgehen, egal, welcher Partei man angehört. In meiner Fraktion sind das seit Jahrzehnten Werner Held, Gerhard Stickel, Matthias Held, auch Bernd Meub und Robert Hollingshausen, der leider nicht mehr unter uns weilt, haben lange bestens mitgewirkt. Und ich hatte das Glück, immer sehr engagierte Stellvertreter aus der CDU an meiner Seite zu haben, die dieser Philosophie auch gefolgt sind: Walter Sabel, der ebenfalls nicht mehr unter uns weilt, Lothar Pauli, der später auch noch lange ausgezeichnete Protokolle schrieb und Helena Heun.“ Der Wettbewerb „Unser Dorf“, die Kernsanierung der Erlenbachhalle, der Spielplatz an der Schule, der Dorfbrunnen am Lindenplatz nach einem Entwurf von Thomas Müller – Alfred Meyer zählt vieles auf, was gut geklappt und den Ort geprägt hat. Eines kommt noch: Die B-8-Umgehung. „Da haben viele ja seit über vier Jahrzehnten dran gearbeitet – zuletzt sehr erfolgreich die ,BI B8 Umgehung jetzt‘ mit Peter Woszniak und Ulrich Menken an der Spitze. Vor allem Ulrich Menken hat sich sehr stark eingebracht mit vielen Ideen und Taten.“ Jetzt hoffen nicht nur die Erbacher auf eine baldige Umsetzung des Projekts.

Wer schreibt, bleibt. Der Spruch gilt auch mit Blick auf die Erbacher Chronik zur 1250-Jahr-Feier, die Christian Müller verfasst. Eine enorme Fleißarbeit. Sie gibt Einblick, welch schwere Schicksalsschläge die Vorfahren gemeistert haben, wie sie mit zähem Fleiß und besonderem Gemeinsinn in bewegten Zeiten das Dorf aufgebaut und ihre Existenz gefestigt haben. „Und noch früher: Wie war das Dorfleben im Herzogtum? Und vieles mehr, das es zu entdecken gibt. Ich habe bei der Arbeit viel gelernt, viel gelesen von unserem Erbach, das hat richtig Spaß gemacht. Ich kann allen nur empfehlen, die Chronik zu kaufen“, sagt Meyer. Federführend ist Christian Müller, geholfen haben noch mehr: Erika Hollingshausen, Mathilde Plancher, Monika Strzalka, Hans Merz, Lothar Pauli, Walter Sabel, Heinz Weil und Tobias Scheinkönig. „Wir werden die Chronik am Samstag, 11. August, in der Marktmeile, im Hof Litzinger und im Pfarrheim anbieten. Ebenso das Heinrich-Held-Buch für zehn Euro und Erbacher Fahnen“, sagt Meyer. Die Fahnen können allerdings auch schon vorher gekauft werden bei Monika Strzalka und Doris Dreisigacker sowie am Sonntag nach dem Umzug im Foyer der Erlenbachhalle zum Preis von 14 Euro.

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