Geschwindigkeitskontrollen

Im Feldberggebiet will die Polizei Raser bremsen

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Immer wieder kommt es auf der Kanonenstraße zu schweren Unfällen, oftmals mit Motorradbeteiligung. Die Polizei setzt daher auf einen größeren Kontrolldruck und überprüft häufig Maschinen und nimmt Tempomessungen vor. Doch es sind nicht nur die Biker, die hier zu flott unterwegs sind.

„Geschwindigkeitsverstoß, silberner Corsa, LM-. . . , 84“ – der Polizeibeamte gibt die Information per Funk an die am Parkplatz Hegewiese wartenden Kollegen weiter und peilt schon wieder wie ein U-Bootkommandant mit dem Periskop durch das lasergesteuerte Tempomessgerät nach dem nächsten Temposünder. „84“ – das bedeutet nämlich, dass der Corsa mit Tempo 84 unterwegs gewesen ist – und das sind an dieser Stelle 24 zu viel.

Romuald Koza, stellvertretender Chef des Regionalen Verkehrsdienstes, sprintet auf die Straße, Kelle raus, „Verkehrskontrolle, bitte anhalten, Ihre Papiere bitte. . . “ Danach ist wenig und bald gar nichts mehr zu tun am Kontrollpunkt, denn es beginnt stark zu regnen. „Da fährt keiner mehr so schnell, vor allem keine Biker“, sagt Kozas. Dabei war für die Motorradfahrer die Kontrolle in erster Linie angesetzt, ebenso wie die eine Stunde vorher in der Applauskurve, wo es aber nicht ums Tempo ging, sondern um den ordnungsgemäßen Zustand der 16 herausgewinkten Maschinen.

Motorradunfälle, Ruhestörungen, Beschwerden von Anwohnern und gefährliche Verkehrssituationen durch rücksichtsloses Verhalten von Motorradfahrern – all das sind Schlagworte, die vor allem in den Sommermonaten im Feldberggebiet immer wieder fallen. Die Polizeidirektion Hochtaunus wird deshalb in den nächsten Wochen die Maßnahmen rund um den Feldberg mit hohem Personalaufwand nochmals intensivieren. Die Kontrollen werden von Streifenfahrten der umliegenden Polizeistationen, über gezielte Geschwindigkeitskontrollen, Aktionen mit Zivilmotorrädern bis hin zu Standkontrollen reichen.

„Verstärkt Präsenz zu zeigen, macht absolut Sinn“, sagt Koza und verweist auf die Statistik. Ein Unfallschwerpunkt ist die „Applauskurve“. 2016 gab es am Feldberg 35 Motorradunfälle mit zehn Schwerverletzten und einem Toten. 2017 zählte die Polizei 30 Biker-Unfälle, neun Schwerverletzte und einen Toten. Diese Zahl der Unfälle ist im laufenden Jahr mit 31 bereits jetzt überschritten. „Wir hatten schon neun Schwerverletzte, zum Glück aber noch keinen Toten“, sagt Koza, aber: „Das Jahr ist noch nicht rum“.

Koza hofft, dass die Kontrollen etwas bewirken. Sollte es aber so weitergehen, sieht auch er kaum einen anderen Weg, als die Sperrung des Feldberggebietes für Biker. Schmittens Bürgermeister Marcus Kinkel (parteilos) ist da bei ihm: „Ich predige das seit Jahren, konnte mich aber bislang nicht durchsetzen. Wenn jetzt auch die Fachleute keinen anderen Weg mehr sehen, tut sich ja vielleicht doch etwas.“

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