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Konzentration beim Basteln: Silas und Philipp (rechts) streichen die Membranen auf den selbst gebauten Trommeln mit den Händen glatt.

Ferienspiele

Ferienkinder lernen bei Ausflügen und Bastelaktionen Interessantes über die graue Vorzeit

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„Von der Urzeit in die Steinzeit“ lautete das Thema der Ferienspiele. Auch heute noch ist Geschicklichkeit bei der Handarbeit gefragt.

Musikinstrumente sind keine Erfindung der Neuzeit. Schon vor 5000 Jahren machten die Menschen Musik – auf selbst gebauten Blas- und Saiteninstrumenten. Und natürlich mit Trommeln, die wahrscheinlich aus ausgehöhlten Holzstämmen mit Fellbespannung gefertigt waren. Holz und Tierfelle bekamen die Ferienkinder der Herbstferienspiele in Astheim zwar nicht zum Basteln, aber dafür Tontöpfe und Butterbrotpapier.

Was am Ende dabei herauskommen soll, zeigten Julia Schwinning von der Jugendförderung Trebur und ihre Helferin Nora Bingel. Die hatten nämlich eine Trommel nachgebaut, passend zum Wochenthema „Von der Urzeit in die Steinzeit“. Schlägt man mit den Händen auf die Membran, entsteht ein wohlklingender tiefer Ton.

„Ihr kriegt jetzt zwei Eimer Kleister und Pinsel“, kündigt Schwinning an, während die zwölf Kinder an den Biertischen im Astheimer Jugendhaus sitzen. Jedes Kind hat einen Blumentopf aus Ton und acht kreisrunde Auflagen aus Butterbrotpapier vor sich. Das Papier sollen die Kinder mit Kleister bestreichen und die Oberseite des Topfes damit verkleben – eine Schicht nach der anderen. „Und immer schön glatt ziehen“, rät Bingel. Nur so entsteht eine feste Membran, die nach zwei Tagen trocken und belastbar ist.

„Kannst du mir helfen?“, bitten die Kinder ihre Betreuer um Unterstützung. Die werden nicht müde, immer wieder die Papierschichten von neuem zu bestreichen und festzuziehen – eine klebrige Angelegenheit.

Denn mit Kleister panscht es sich bekanntlich sehr gut. Schnell kleben Hände und Nasenspitzen. „Meine Hände sind ganz klebrig“, ruft Ferienkind Alissa und streckt ihre Hände in die Luft; ihre Sitznachbarin klatscht experimentell die Handflächen zusammen.

Silas und sein Freund Philipp gehen mit Bedacht vor. Eine Schicht nach der anderen kleben sie aufeinander. Mit dem Pinsel streichen sie immer wieder an den Rändern des Topfes nach. „Meine Schwester hat eine Trommel“, sagt Silas. Nun hat er bald eine eigene. Ist das Instrument einmal trocken, wollen die Kinder üben, vielleicht sogar ihren Eltern ein kleines Musikstück vorführen.

Am Ende der Ferienspiele können die Jugendlichen nicht nur musizieren, sie lernen auch viel Interessantes über die Urzeit und Steinzeit. „Was heißt Dinosaurier?“, will Philipp wissen, um gleich darauf die Antwort zu geben. „Dinosaurier ist griechisch und heißt ,schreckliche Echse’. Das haben die Kinder bei einem Kurzfilm über Dinosaurier gelernt. Am Mittwoch fährt die Gruppe dann nach Weiterstadt in den Dino Adventure Park. Handarbeit ist wieder am Donnerstag beim Trommeln bemalen und Batiken gefragt. Abends dürfen sich die Kinder auf Stockbrot und Lagerfeuer freuen. Am Freitag backen sie Plätzchen, bevor die Ferienkinder den Eltern zeigen, was sie in der Woche alles gemacht haben, erklärt Schwinning das Programm.

Die ersten Kinder haben derweil ihre Trommeln beklebt. Die Jugendpflegerin und ihre Helferin versehen abschließend jeden Topf mit einem Gummidichtring, damit sich die Membran nicht vom Rand lösen kann. Zum Trocknen stellen die Kinder ihre Trommeln in einen Nebenraum. „Und was machen wir jetzt?“, fragen sie ungeduldig. Schwinning hat natürlich schon etwas vorbereitet – das große Wissensquiz über Dinosaurier. Für jede richtig beantwortete Frage, bekommt eine der beiden Gruppen bunte Bonbons. Die gab es zwar vor 5000 Jahren noch nicht, aber das dürfte den Kindern egal sein.

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