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Kann dank neuem Knie wieder ihre Frau stehen: Doris Kunstmann

Stadtgeflüster

Festival am Main weckt Erinnerungen an Rom

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Es ist keine fünf Wochen her, da musste sie unters Messer. Ihr linkes Knie wurde operiert. Erhielt eine Halbprothese.

Es ist keine fünf Wochen her, da musste sie unters Messer. Ihr linkes Knie wurde operiert. Erhielt eine Halbprothese. Nun läuft Doris Kunstmann wieder. Wenn auch hin und wieder noch mit Krücken. Aus Furcht, umzuknicken. Doch das hinderte die Schauspielerin nicht daran, bei der Eröffnung der fünften Edition von „Terza Visione“ dabei zu sein.

Dabei handelt es sich um ein Festival des italienischen Genrefilms, das jetzt im Filmmuseum am Main gefeiert wurde. Gezeigt wurde in einer Deutschlandpremiere der Streifen „Lovemaker – L’uomo per fare l’amore“ von Ugo Liberatore aus dem Jahr 1969. „Ich hatte den seit 45 Jahren nicht gesehen“, sagt Doris Kunstmann, die in einem Hotel im Bahnhofsviertel residierte und von ihrem Sohn Alexander begleitet wurde. „Alle Erinnerungen kamen zurück. Ein interessantes Gefühl war das“, so die 73-Jährige, die zu der Zeit in Rom lebte.

„Ich finde das hiesige Festival sehr ambitioniert und vernünftig und werde es in Zukunft auch unterstützen“, so Doris Kunstmann. Für sie war es auch der erste Besuch im Filmmuseum, in dessen Kino das Festival noch in diesen Tagen über die Bühne geht. „Leider habe ich gar nicht viel schauen können. Also auch die Stanley-Kubrick-Ausstellung nicht.“ Kaum sei sie da gewesen, schon sei es losgegangen.

Nun fuhr sie gestern wieder gen Hamburg. „Ich drehe wieder“, sagt sie. „,Jennifer’ wird wieder gedreht. Drei Folgen. Aber hauptsächlich spiele ich Theater“, so Kunstmann. Zurzeit ist sie mit „Bella Figura“ auf Tournee. „Das neue Projekt kommt wohl erst im Jahr 2020 und heißt ,Eine Familie – im August in Osage County’ von Tracy Letts“, berichtet Doris Kunstmann, die auch schon in Frankfurt Theater spielte. Und zwar bei Professor Claus Helmer im Fritz-Rémond-Theater. „Ich erinnere mich noch gut daran“, sagt sie. Und: „Auch damals musste ich ins Krankenhaus.“ Aber da sei es nicht um ein orthopädisches Problem gegangen. Nach drei Tagen sei es ihr schon wieder ein wenig besser gegangen. Doch blieb sie im Hospital, weil sie Infusionen bekam. „Ich bin aber jeden Abend raus, habe Theater gespielt und bin dann wieder zurück ins Krankenhaus.“

Das tat sie zum einen deshalb, weil ein Kollege gerade Vater geworden und dringend auf das Geld angewiesen war. „Aber auch fürs Theater und für Claus Helmer, sonst wären doch die Vorstellungen ausgefallen“, gibt sie zu bedenken. Eine Zweitbesetzung für die Hauptdarsteller habe es nicht gegeben. „Ich habe neulich im Musical ,Sister Act’ gespielt und da hatte ich drei Zweitbesetzungen“, weiß sie.

Doris Kunstmann arbeitete auch mit dem Regisseur Dieter Wedel zusammen, der zuletzt wegen der „#MeToo“-Debatte in die Schlagzeilen geriet. „Ich kenne ihn ganz gut“, sagt sie. „Irgendwer hat erzählt, ich wäre von ihm blutig geschlagen worden.“ Aber tatsächlich sei das anders gewesen. Er habe sich mit einer älteren Kollegin gestritten, sie sich eingemischt. Da sei es sehr laut geworden. Mehr nicht.

Am nächsten Morgen habe sie sich beim Haarewaschen geschnitten. Musste sich auch in diesem Fall im Krankenhaus verbinden und sogar nähen lassen. Danach ging sie ans Set und Wedel war ganz hin und weg, dass sie trotz ihrer Verletzungen zur Arbeit erschienen war. „Wir haben uns danach gut verstanden“, sagt sie.

(es)

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