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Feuerwehrleute unterbrechen Feierei für das brennende Auto ... ihres Chefs

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Wenn es brennt, kommt die Feuerwehr. Das ist ihr Auftrag, und in der Regel gehören die Geschädigten der löschenden Truppe nicht an. Am Samstag war das anders: Ausgerechnet das Auto von Mauloffs Feuerwehrchef Peter Pehr stand in Flammen.

Als die Einsatzkräfte der Mauloffer Feuerwehr am Samstag ihren Chef Peter Pehr in kurzen Hosen und zu Fuß auf einem Stoppelacker unterhalb des Tannenhofs antrafen und ihn fragten, was er dort mache, staunten sie nicht schlecht über die Antwort: „Das ist mein Auto, das da brennt!“ Viel war von dem Renault Espace zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr zu erkennen, er stand lichterloh in Flammen, die Rauchsäule war bereits von weitem zu sehen. Auch Feuerwehrleute können in die Situation kommen, dass ihnen geholfen werden muss.

Die von dem Fahrzeugbrand ausgehende Hitze war enorm. Mit lautem Knall barsten nacheinander die Airbags sowie die Reifen des Vans, Trümmerteile flogen durch die Gewalt der Explosionen umher. In den meterhoch lodernden Flammen waren die Konturen des Fahrzeuggerippes zu erkennen, es stank nach verbranntem Kunststoff.

Im Einsatz waren die Feuerwehrleute aus Mauloff, die als erste am Brandort eintrafen, aus Finsternthal, was auch sehr flott ging, da die Einsatzkräfte bereits beim Grillfest versammelt waren, aus Riedelbach, die mit ihrem wasserführenden TLF-W zur Stelle waren, aus Altweilnau und aus Rod an der Weil, die das nötige Bindemittel zum Abstreuen des ausgelaufenen Dieselkraftstoffs dabei hatten. Vom Grillfest zur Einsatzstelle geeilt war auch Weilrods oberster Brandbekämpfer, Bürgermeister Götz Esser (FWG), der den Einsatzkräften den Rat gab, das Auto „kontrolliert abbrennen zu lassen, kein Risiko einzugehen und dafür zu sorgen, dass das Feuer nicht auf den benachbarten Acker übergreifen konnte“.

Für Einsatzleiter Patrick Pehr, Mauloffer Wehrführer, dürfte es ein ganz besonderer Einsatz gewesen sein, bei dem er seinem Vater zu Hilfe eilen musste. Vater und Sohn waren entsprechend froh, dass lediglich Sachschaden entstanden war. Pehr, Kfz-Meister und Gutachter für Unfallanalyse, sagte: „Zum Glück bin ich rechtzeitig rausgekommen, die Zentralverriegelung ließ sich noch öffnen. Automatisch löst sie sich nur, wenn bei einem Crash ein Airbag aufgeht, das war hier aber nicht der Fall.“ Auch dass der gerade erst frisch gefüllte Tank der Hitze standhielt und nicht explodierte, war wohl Glück. Pehr, der gerade vom Tanken kam und die Landstraße von Riedelbach nach Mauloff befuhr, hatte eine Störung im Auto noch bemerkt und den Wagen in einem Feldweg auf freier Strecke abgestellt: „Ich öffnete die Motorhaube, da schlugen mir aber schon die ersten Flammen entgegen.“ Den Versuch, das Feuer mit einem der mitgeführten Schaumlöscher zu ersticken, hat Pehr rasch aufgegeben: „Da hätte kein Feuerlöscher etwas ausrichten können“, sagte er, erleichtert, dass ihm nichts passiert ist und die Kollegen so schnell zur Stelle waren.

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