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Mit rot-weißem Band hat das Grünflächenamt die Grillstellen im Scheerwald abgesperrt. Gegrillt hat hier gestern niemand.

Wegen Trockenheit

Frankfurt: Grillverbot wird eingehalten

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Nur vereinzelt setzen sich in Frankfurter Parks Menschen über das seit Donnerstag geltende Grillverbot hinweg. Entsprechend leer waren selbst Parks wie jener auf dem Lohrberg, in dem noch vor einer Woche viel gegrillt wurde.

Nein, traurig sei sie sicher nicht, dass der Lohrbergpark an diesem Sonntag so ungewöhnlich leer ist, sagt Elisabeth Takkenberg. Gemütlich sitzt sie auf einer Bank in der Sonne, direkt unterhalb vom Grillplatz, das Fahrrad steht neben ihr. „Das ist sonst viel zu voll hier. Wegen der unzähligen Grillenden können andere Besucher den Park sonst kaum nutzen.“

Nun herrscht noch kurz vor Mittag auf der großen Wiese fast völlige Leere: Niemand grillt hier, wo sonst schon am Sonntagvormittag kaum noch ein Plätzchen zu finden ist, auf dem man seinen Grill aufstellen kann. Und nicht nur hier: Das wegen der anhaltenden Trockenheit erlassene Grillverbot für Frankfurts Grünanlagen wurde gestern weitgehend eingehalten.

So auch am Spielplatz Scheerwald in Oberrad, wo der Grillplatz zwischen den Bäumen liegt. Die vier überdachten Grillstände hat das Grünflächenamt mit Absperrband umwickelt, Schilder weisen auf das Verbot hin.

„Nur ein Pärchen tauchte hier gegen Mittag auf, mit einer Gasflasche unter dem Arm. Die beiden saßen aber nur an einem der Tische und gingen nach kurzer Zeit wieder“, erzählt ein Mitarbeiter des benachbarten Wasserhäuschens. Zwei Landespolizisten, die gegen 13 Uhr auf dem Grillplatz vorbei schauen, blicken sich um, zucken mit den Schultern und gehen wieder.

Anders auf dem Lohrberg. Kurz vor zwölf stellt eine Familie ihre Kühltaschen am Aussichtspunkt ab, packt Fleisch und Grill aus. Auf das Grillverbot angesprochen, reagieren sie verwundert, packen ihre Sachen und gehen. Eine andere Familie kommt, lässt sich auf der Wiese nieder und stellt einen kleinen Kugelgrill auf eine der steinernen, kreisrunden Grillstellen.

Sie hätten die Schilder mit dem Verbot gelesen, aber so groß sei die Gefahr doch nicht, sagt der Familienvater. Nach einem Anruf bei Verwandten, die das Fleisch mitbringen, beschließt man trotzdem zu grillen. Andere, wie die Mitglieder eines Tanzkurses, die grillen wollten, hatten gar nicht erst Fleisch gekauft, lieber Salate und Kuchen mitgebracht. „Es geht auch so“, sagt Kursleiterin Dafinet Justine.

Wenig Meldungen habe die Polizei über Missachtungen des Verbots bekommen, sagt Sprecher André Sturmeit. Von Beamten angesprochen, hätten die Leute stets zusammengepackt.

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