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Daniala Sapcic (Blumenladen Brückenstraße) verkauft Kamille, Lavendel und andere Limonaden und Cocktails, die sie selbst herstellt.

Fest in Sachsenhausen

Das war der 12. Frankfurter Brückenwall

Der Brückenwall ist längst Kult. Zum zwölften Mal feierte das Kreativviertel rund um Brücken- und Wallstraße am Samstag sich selbst – und lockte mit bunten Ständen, mit kulinarischen Leckereien und mit viel Musik.

Einmal im Jahr putzt sich das Viertel heraus: Dann lassen sich viele Ladeninhaber in der Brücken- und der Wallstraße kleine Überraschungen einfallen, um sich den Besuchern des „Brückenwall“ im besten Licht zu präsentieren. Bereits zum zwölften Mal feierten die Sachsenhäuser das kunterbunte Straßenfest. Mehr als 50 Anbieter machten mit. Das Quartier ist bekannt für seine vielen unterschiedlichen Geschäfte. Vom Klamottenladen bis zur Cocktailbar hat hier jeder seinen eigenen Stil.

Floristin Daniela Sopcic gehört der Laden „Mit freundlichen Grüßen Daniela“. Das Brückenwall-Fest ist für sie ein Höhepunkt des Jahres. „Ich finde es schön, dass das Fest so klein ist, das macht es persönlicher“, sagte sie. Wie viele andere hat sich Sopcic für das Fest etwas Besonderes einfallen lassen und blumige Longdrinks mit und ohne Alkohol kreiert. Die Besucher haben die Wahl zwischen den Geschmacksrichtungen Kamille, Lavendel und Rose jeweils mit oder ohne Gin. Elke Weih aus Seligenstadt probiert den Kamille-Drink und ist begeistert: „Das ist wirklich mal etwas anderes, total erfrischend und sehr lecker.“

Michael Baumann ist seit dem ersten Brückenwall 2007 mit von der Partie. Er führt das Secondhandgeschäft „No. 2“, schon seit 34 Jahren. „Das Brückenwall-Fest ist kommerzieller geworden“, hat er beobachtet. „Früher waren hier nur die lokalen Anbieter vertreten.“ Heute seien ebenso viele auswärtige Stände vertreten wie regionale. Auch deshalb „überlege ich jedes Jahr aufs Neue, ob ich mich noch einmal an dem Fest beteiligen möchte“, sagt Baumann. Bisher hat er sich noch immer dafür entschieden, auch weil das Fest die Geschäfte bekannter mache. „Schön wäre natürlich, wenn die Besucher auch danach mal vorbeikommen würden. Viele kündigen das zwar an, aber die wenigsten kommen tatsächlich“, schildert Baumann.

Daniela Bode ist eine von denen, die von Auswärts kommen und beim Brückenwall mitmachen. Sie hat sich 2016 mit der mobilen Boutique „Truck à Porter“ selbstständig gemacht und ist zum zweiten Mal beim Fest vertreten. Im Innenraum ihres Kleinlasters befinden sich Kleiderstangen und Umkleidekabine, ganz wie in einem „normalen“ Laden. Für Bode, die ursprünglich aus Frankfurt stammt und heute in Köln lebt, ist das Brückenwall-Fest eine „schöne Gelegenheit meine alte Heimat zu besuchen.“ Schon als sie noch in Frankfurt gelebt hat, habe sie den Brückenwall gerne besucht. Ihr sei wichtig, „dass der regionale Charakter nicht verloren gehen darf. Die lokalen Anbieter sollen weiterhin im Mittelpunkt verstehen. Ich bin hier nur Gast und verstehe mich auch als solcher.“ Die Besucher nahmen Bodes Boutique gut an, so wie Maya Schwert. Dass Bode extra aus Köln anreist, stört sie nicht. „Anbieter aus anderen Städten sind kein Problem, solange es kleine Geschäfte sind, die hier reinpassen. Große Ketten wären, egal ob aus Frankfurt oder nicht, beim Brückenwall total fehl am Platz.“

Gegen Abend, wenn die Sonne untergeht, wird die Musik lauter. Das Fest verändert sich und so auch seine Besucher. Flanierten mittags noch viele Eltern mit Buggys und Kleinkindern durch die Straßen, dominieren jetzt junge Erwachsene das Straßenbild. Sie wippen im Takt zur Musik, tanzen und trinken Cocktails. „Zwischen acht und neun Uhr abends ist hier die Hölle los, da ist die Stimmung am Besten“, weiß Mica Prentovic. Dem stimmt Lukas Peters zu, er und seine Freunde besuchen das Fest „vor allem wegen der guten Musik“. Aber wie die meisten schätzt auch er den privaten Charakter des Festes: „Auch wenn mittlerweile ein paar Touristen vorbeikommen, entdeckt man in der Menge immer ein bekanntes Gesicht. Genau das macht das Brückenwall-Fest aus.“

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