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Bücher, Bücher, Bücher ? eine Händlerin sortiert auf der Buchmesse Frankfurt Taschenbücher.

70. Jubiläum

Frankfurter Buchmesse steht in den Startlöchern

Die 70. Frankfurter Buchmesse wird am Dienstag eröffnet – sie gilt trotz größerer Publikumsmessen in der Welt als die bedeutendste für Verlage, Agenten und Lektoren. Über 7000 Aussteller und 286 000 Besucher werden erwartet, tausende Veranstaltungen sind geplant.

Frankfurt wird erneut zum wichtigsten internationalen Sammelpunkt für Literatur aus aller Welt: Vom 10. bis 14. Oktober öffnet die 70. Buchmesse ihre Türen. Seit 1988 wird ein Land als Ehrengast begrüßt, diesmal ist es Georgien, das sich unterm Motto „Georgia – Made by Characters“ präsentiert. Neben internationalen Autoren, Verlegern, Übersetzern, Journalisten, Bloggern und Besuchern kommen auch Prominente wie Jussi Adler-Olsen, Sebastian Fitzek, Juli Zeh, Deniz Yücel oder Otto Waalkes.

„Die Buchmesse wird politisch“, sagt Juergen Boos, Direktor der Buchmesse GmbH. Nach den Vorfällen im vergangenen Jahr, als der Verlag Antaios den AfD-Politiker Björn Höcke eingeladen hatte und Gegner mit vehementen Protesten reagierten, sollen diesmal ähnlich wie bei der Leipziger Buchmesse alle rechten Verlage räumlich zusammengefasst werden. Zudem wurde das Gegenprogramm „On The Same Page“ initiiert, das sich für die Universalität der Menschenrechte, insbesondere die Meinungs- und Publikationsfreiheit sowie das Recht auf Bildung, geistiges Eigentum und das Versammlungsrecht einsetzt. Die Buchmesse sei „ein Spiegel der Diversitäten“, sagt Boos. Bisher hätten sich lediglich zwei Verlage des rechten Spektrums angemeldet, Manuscriptum und Junge Freiheit. Höcke kommt wieder, allerdings nur an einem der Fachbesuchertage; auch Thilo Sarrazin wird sein neues Buch präsentieren.

Von Mittwoch bis Freitag ist die Messe nur für Fachbesucher und Journalisten geöffnet. Am Samstag und Sonntag haben auch Privatbesucher Zutritt. Insgesamt werden rund 7300 Aussteller (rund 70 Prozent davon aus dem Ausland) aus 102 Ländern 10 000 Journalisten, 2000 Blogger und mehr als 286 000 Besucher erwartet.

Neben den rund 4000 geplanten Veranstaltungen auf dem Messegelände wird sich die Messe auch stark zur Stadt hin öffnen. An Veranstaltungsorten wie Restaurants, Clubs und Bars, dem English Theatre oder der Genussakademie, sind Poetry Slams, Tastings und Talkrunden geplant.

Es wird also wieder ordentlich eng werden in dieser sowieso räumlich so beengten Stadt. Das Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen Mobil rechnet zwar nicht mit gravierenden Verkehrsbehinderungen und das Straßenverkehrsamt liefert keine genauen Prognosen über Auswirkungen auf den Straßenverkehr – die Veranstalter empfehlen jedoch, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Vom Hauptbahnhof fahren regelmäßig S-, U- und Straßenbahnen die Haltestelle „Messe“ an. Zu Fuß ist das Messegelände vom Hauptbahnhof aus in zehn Minuten zu erreichen. Über aktuelle Verkehrslagen und Störungen informiert die Internetseite . Besucher-Parkplätze gibt’s auf dem Rebstockgelände, auf dem Messegelände dürfen nur die Aussteller parken. Generell sollten alle Besucher wegen verstärkten Sicherheitskontrollen genügend Wartezeiten am Einlass einplanen. Messezeit ist auch Hotellerie-Hochzeit: Die etwa 3000 Zimmer privater Anbieter und über 37 000 Hotelbetten im Großraum Frankfurt sind meist schnell ausgebucht. Zudem ist mit erheblichen Preiserhöhungen zu rechnen: 63 Euro kostet ein Bett im Schlafsaal der Jugendherberge, Hotelzimmer gibt es ab etwa 211 Euro.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird am Mittwoch, 10. Oktober, den neuen Veranstaltungsraum auf der Agora („Pavilion“ geheißen) eröffnen. Unter dem Titel „Vom Dafürhalten. Wie wir die Freiheit in stürmischen Zeiten verteidigen“ wird er mit der kroatischen Schriftstellerin Ivana Sajko und dem belgischen Autor Stefan Hertmans diskutieren. Auch das „Bookfest“, ein umfangreiches, eigenes Programm der Buchmesse, steigt im neuen „Pavilion“. Höhepunkte bietet zudem das städtische Lesefest „Open Books“, das rund um den Römerberg bei freiem Eintritt von Mittwoch bis Sonntag zum zehnten Mal stattfindet.

Erstmals ist ein Weltrekord geplant: Anlässlich der Veröffentlichung des ersten Harry Potter-Buches vor 20 Jahren hofft man am Samstag auf mindestens 1000 Besucher im Harry Potter-Kostüm. Sie sollten folgende Merkmale tragen: Die blitzförmige Narbe auf der Stirn, das runde Brillengestell und einen Zauberumhang. Aber auch Hut, Zauberstab und Co sind willkommen.

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