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Der in den 1930er Jahren errichtete Hangar ist marode, aber denkmalgeschützt.

Denkmalgeschütztes Ensemble

Frankfurter Gärtnerei interessiert sich für Hangar-Gelände

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Der Hangar ist unsichtbar. Wer sich dem alten Eschborner Flughafen nähert und am Haupteingang ankommt, landet unweigerlich vor einem Metall-Tor, das mit Vorhängeschlössern gesichert ist. Der Zutritt ist versperrt und verboten.

Der Hangar ist unsichtbar. Wer sich dem alten Eschborner Flughafen nähert und am Haupteingang ankommt, landet unweigerlich vor einem Metall-Tor, das mit Vorhängeschlössern gesichert ist. Der Zutritt ist versperrt und verboten. Die marode Halle, in der einst Flugzeuge abgestellt wurden, schimmert zwischen Bäumen und Sträuchern nur in Ausschnitten durch.

Dass Verbotsschilder aufgestellt sind, hat allerlei Leute in den vergangenen Jahren aber nie davon abgehalten, das riesige Gelände auf Umwegen zu betreten. Diebe drangen ein, um Alteisen oder Kupfer abzustauben. Einmal verabredete sich ein Partyvolk, um laute Musik zu hören und zu tanzen. Die Polizei kreuzte auf, brach die Feier aber nicht ab, um keine Auseinandersetzungen heraufzubeschwören. Auch Obdachlose nutzten die lückenhafte Umzäunung aus, um zum Hangar zu gelangen und ein halbwegs trockenes Plätzchen zum Schlafen zu haben. Einmal griffen Unbekannte einen Wachmann an, der auf dem Flughafen-Gelände zeitweilig nach dem Rechten schaute. Die 87 150 Quadratmeter große Fläche befindet sich zum großen Teil auf Schwalbacher Gemarkung, ist vom Waldpark Arboretum umschlossen und gehört dem Bund. Seine Bundesanstalt für Immobilien will das seit 2010 denkmalgeschützte Ensemble loswerden und preist es seit September 2016 ganz offiziell an. Der Bund hatte schon vorher Verkaufsabsichten. Aber erst 2016 ging er dann in die Offensive und schaltete Anzeigen in Tageszeitungen, unter anderem im Kreisblatt, und bot an, das Gelände „provisionsfrei“ zu veräußern.

Etliche Interessenten standen auf der Matte, um zugreifen. Manche wendeten sich offiziell an den Bund, andere ließen Ideen und Überlegungen durchblicken, ließen aber aus verschiedenen Gründen doch die Finger davon. Von Museumszwecken war die Rede; einmal waberte das Gerücht umher, der Hangar könne sich als Veranstaltungsort für Konzerte eignen. Doch allem Anschein nach zerschlugen sich all diese mehr oder minder ernst geäußerten Kaufabsichten. Kürzlich überraschte Eschborns Bürgermeister Mathias Geiger (FDP) die Stadtverordneten mit der offiziellen Mitteilung: „Der Flugzeughangar im Arboretum wurde an eine Großgärtnerei verkauft.“ So ist es im Protokoll der September-Sitzung vermerkt. Dem Kreisblatt ist der Name des Frankfurter Garten- und Landschaftsbau-Unternehmens bekannt. Doch von dort heißt es, die Firma sei noch nicht Eigentümerin der Fläche. Nach Informationen dieser Zeitung ist die mehr als 250 Mitarbeiter zählende Unternehmensgruppe ernsthaft am Hangar-Gelände interessiert. Wann mit dem möglichen Abschluss des mutmaßlichen Millionen-Geschäftes zu rechnen ist, ist nicht bekannt.

(ask)

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