Fußball-WM

Frankfurter Kroaten-Fans feiern im Riederwaldstadion

Die Fans der kroatischen Fußballnationalmannschaft machen das Riederwaldstadion zu ihrer größten Fanmeile in Frankfurt. Welcher Jubel Frankfurt bevorsteht, sollten die Kroaten den Titel holen, zeigten sie dort am Mittwochabend nach dem 2:1-Sieg gegen England.

Das Riederwaldstadion in der Alfred-Pfaff-Straße bleibt weiterhin fest in kroatischer Hand. Erneut werden dort Hunderte Fans erwartet, wenn am Sonntag das WM-Finale zwischen Frankreich und Kroatien auf einer Großleinwand und mehreren großen TV-Geräten übertragen wird. Den ersten WM-Finaleinzug in ihrer noch jungen Geschichte machten die Kroaten am Mittwochabend mit einem 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen England perfekt.

Schon seit der Vorrunde der Fußballweltmeisterschaft in Russland verfolgen die kroatischen Fans die Spiele ihrer Nationalmannschaft auf der Laufbahn des Riederwaldstadions neben der „Diva“, der Vereinsgaststätte der Frankfurter Eintracht. Morgen dürfte die dortige Stimmung und die Zuschauerzahlen noch einmal steigen, wenn um 17 Uhr das Finale angepfiffen wird.

Am Mittwochabend sprach aber erstmal alles gegen den Finaleinzug der Kroaten. Der Regen, der kurz vor Spielbeginn einsetzte, war ein denkbar schlechtes Omen. Englisches Wetter herrschte über dem Riederwald-Stadion. Und den Abergläubigen unter den kroatischen Fans schwante nach nicht einmal vier Minuten im WM-Halbfinale zwischen ihrer Fußballnationalmannschaft und England nichts Gutes. Das frühe 0:1 ließ die kroatischen Volkslieder verstummen, die dort zuvor noch mit tiefer Inbrunst gesungen wurden. Die Cevapcicis vom Grill blieben manch einem im Halse stecken.

Doch lange machte sich der Pessimismus unter den kroatischen Fans nicht breit, trotz englischem Wetter und frühem Rückstand. Immerhin hatte die Nationalmannschaft der kleinen Balkan-Republik bereits im Achtelfinale gegen Dänemark als auch im Viertelfinale gegen Russland mit 0:1 zurückgelegen und beide Partien letztlich noch zu ihren Gunsten gedreht. So kam es auch am Mittwochabend: In der 68. Minute glich Ivan Perisic im Moskauer Luschniki-Stadion die frühe Führung der Engländer aus. Als die Britten wohl bereits mit dem Elfmeterschießen beschäftigt waren, brachte Mario Mandzukic die Kroaten mit seinem Tor zum 2:1 in der 109. Minute auf die Siegerstraße.

Im Riederwaldstadion gab es daraufhin kein Halten mehr. Bengalos werden gezündet, Freudentränen vergossen. Derartiger Jubel dürfte in der alten Eintracht-Spielstätte wohl zuletzt vor 65 Jahren ausgebrochen sein, als die SGE dort im Jahr 1953 süddeutscher Meister wurde.

Nachdem Kroatien bei der ersten WM-Teilnahme im Jahr 1998 gleich Dritter wurde, soll gegen die favorisierten Franzosen am Sonntag in Moskau der höchste aller Fußballtitel her. „Dann werden wir eine Woche lang zeigen, wie wir Kroaten feiern können. Frankfurt wird nicht zur Ruhe kommen“, verspricht Fan Zeljko, der das Halbfinale im Riederwaldstadion verfolgte, durchgeweicht vom Nieselregen.

Wenn es nicht klappt, dann sollte der kroatischen Fußballnationalmannschaft keiner ihrer Fans böse sein, wie Tade findet: „Wir sind ein Land mit 4,5 Millionen Einwohnern. Das einzig kleinere Land, das jemals bei einer WM so weit gekommen ist, war Uruguay. Für Kroatien ist das Finale schon der größte Erfolg in der Geschichte unseres Landes. Daher werden wir auch im Fall einer Niederlage feiern.“

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