+
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Frankfurter Tafel sortieren die Lebensmittel, die später ausgegeben werden.

Hilfsorganisation

Frankfurter Tafel sucht weitere Helfer

In Frankfurt gibt es zwölf Ausgabenstellen von Lebensmitteln durch den gemeinnützigen Verein Frankfurter Tafel. Neu dazugekommen ist Sachsenhausen.

Jeden Monat werden durch die Frankfurter Tafel 15 Tonnen Lebensmittel an 23 700 Menschen im Stadtgebiet verteilt. In Sachsenhausen am Affentorplatz 2 ist die Einrichtung in der Caritas neu und noch nicht ganz regelmäßig, da sich die Ausgabe mit Niederrad abwechselt. Um zehn Uhr treffen die ersten ehrenamtlichen Helfer ein und diskutieren, wie die leeren Tische gestellt werden sollen. „Alles muss voneinander getrennt werden. Obst und Gemüse rechts, Backwaren links, in der Mitte Wurst, Käse, Butter und Sonstiges. Sonst schaffen wir es nicht. Die Kunden kommen nicht hier herein, sondern werden im Gang am Tisch bedient. Der Raum ist zu klein“, sagt Edith Kleber (71), Vorstandsvorsitzende des Vereins. Seit 21 Jahren ist sie dabei und hat jede Menge Erfahrung.

Noch kann sich keiner der neuen Helfer vorstellen, wie das aussehen wird. Der Raum, den die Caritas der Tafel zur Verfügung stellt, ist groß, voller Stühle und Bänke und hat sogar eine Küche. Es werden Papiermarken in Blau, Gelb und Rot mit Daten beschriftet. „Senioren, Pflegedienste, Behinderte und Alleinerziehende kommen zuerst dran“, so Helfer Aydin (35). „Wer neu ist, muss einen Frankfurt-Pass, den ALG II-Bescheid und seinen Ausweis dabei haben. Das erste Mal helfen wir jedem. Obdachlose werden nicht von der Tafel, sondern von sozialen Einrichtungen unterstützt.“

Transporter voller schwarzer Kisten fahren vor. Abwechselnd laufen Kleber, Aydin und andere Helfer raus, tragen Kisten voller Obst, Gemüse, Brot, Milch, Kartoffelsalat, Süßigkeiten, Reis, Nudeln und Dosen-Ananas in den Raum, verteilen sie auf und unter den Tischen. Die Frischware kommt aus Supermärkten, Haltbares aus dem Lager der Frankfurter Tafel.

„Wichtig ist, dass das Verfallsdatum kontrolliert wird und jedes Stück Obst und Gemüse untersucht wird, ob etwas schlecht ist“, erklärt Kleber. Fleißige Hände nehmen jede Tomate, jeden Apfel und jede Pflaume in die behandschuhten Hände und sortieren nach Obst- und Gemüsesorte, entfernen nicht einwandfreie Ware. „Nehmen Sie nur das, was Sie auch selber essen würden“, rät sie den Helfern und sortiert selbst mit. Nach einer halben Stunde quellen die Tische fast über vor lauter Lebensmitteln. „All dieses würde sonst weggeworfen“, sagt Aydin mit Blick auf Ananas und Mango, Gurken, Brokkoli, Joghurt, Käse und Wurst. Draußen bildet sich eine Schlange wartender Frauen und Männer, die teils mit Rollkoffer, teils mit großen Tüten geduldig warten. Aydin überprüft die Ausweise, ruft in den Raum, für wie viele Personen die Taschen der Bedürftigen gefüllt werden. „Kein Fleisch bitte, keine Süßigkeiten bitte, alles kann eingepackt werden“, ruft er abwechselnd den Helfern zu und redet freundlich mit den Wartenden. Die fleißigen Hände füllen die Tüten der Kunden. Jeder bekommt, was er braucht. „Es gilt das Gerechtigkeitsprinzip“, sagt Kleber. „Wir verteilen, was da ist. Wenn jemand eine frühe Nummer hat, ist manchmal mehr da, als für den letzten Kunden. Der bekommt dann für das nächste Mal eine frühere Nummer.“

Einen Euro werfen die Männer und Frauen in eine Spendendose und lächeln. Der Ton ist freundlich, man hört von den etwa 50 Leuten immer wieder „danke“, bevor sie gehen. Die Kisten auf den Tischen sind fast leer.

Jürgen (72) ist zum dritten Mal ehrenamtlich bei der Tafel dabei. „Zwei Jahre lang hat mir die Tafel Essen gegeben. Ich war krank, mir wurde der Magen entfernt. Diese Hilfe will ich jetzt zurückgeben. Solange ich kann.“ Moritz (19) studiert Wirtschaftswissenschaften und ist seit einem Jahr dabei. „Ich kann gut ein paar Stunden investieren. Das, was ich als Lächeln von den Menschen bekomme, ist unbezahlbar.“ Kleber hofft auf noch mehr Ehrenamtliche. „Man braucht man nur zwei Dinge: „Körperlich fit sein und man muss Menschen mögen.“

Kontakt

Frankfurter Tafel, Telefon (0 69) 4 98 08 25, E-Mail info@frankfurt-tafel.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare