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Auch auf die schraffierten Flächen am Bürgeramt sollen Fahrradbügel. Damit soll unterbunden werden, dass dort ? wie hier ? Autos halten.

Verkehr

Im Frankfurter Westen fehlen Fahrrad-Parkplätze

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Zweirad-Themen werden auch im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) immer wichtiger. Viele Menschen steigen zumindest für einige ihrer Wege aufs Fahrrad um – aber die Infrastruktur lässt vielerorts noch zu wünschen übrig.

Endlose Staus, jeden Tag ist die Autobahn dicht – immer mehr Menschen steigen um, aufs Fahrrad und auf die kombinierte Nutzung von Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln. Das betrifft besonders die Bahnhöfe Höchst, Nied und Griesheim: Dort, wo man vom Rad auf die S-Bahn umsteigen kann, stapeln sich tagsüber die Fahrräder geradezu. Die Kapazitäten am Nordausgang des Höchster Bahnhofs, wo es schon große Fahrradabstellanlagen gibt, reichen längst nicht mehr aus; auch in Griesheim sind, etwa am Aufgang zur Omegabrücke, alle legalen und auch weniger legalen Abstellplätze belegt – wie auch nördlich des Zugangs zur Bahnunterführung. Das Problem trifft eher die zentraleren Bahnhöfe und weniger die S-Bahn-Haltepunkte an der Peripherie – dort sind es eher die Autos von Menschen, die eine Tarifzone sparen wollen und die meist auch alle Parkplätze in den umliegenden Wohngebieten blockieren, etwa in Sindlingen-Nord.

In Griesheim wurden schon neue Bügel zum Abschließen von Fahrrädern angebracht, aber es reicht noch nicht. „Ideal wäre es, wenn man sogar Platz für eine überdachte zweistöckige Anlage wie an der Konstablerwache finden könnte“, sagt Thomas Schlimme, Fraktionschef der Grünen im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) und selbst passionierter Radfahrer. In diesen Anlagen, so Schlimme, stünden die Räder geordnet und sicher und so, dass keine Fußgänger beeinträchtigt würden. „Auch auf der Nordseite ist noch reichlich Platz für mehr Fahrradabstellplätze“, sagt Schlimme, der einen entsprechenden Antrag im Ortsbeirat auf den Weg gebracht hat.

Am Höchster Bahnhof werden auch südlich des Empfangsgebäudes Fahrradabstellplätze gebraucht. Derzeit werden dort die Vorplätze umgestaltet. Abstellbügel fehlen auch dort, wo viele Fahrradfahrer vorbeikommen: an der Höchster Dependance des Radsporthauses Kriegelstein, das wegen der Bauarbeiten vom Bahnhofs-Nebengebäude in die Ludwigshafener Straße umgezogen ist. Direkt vor dem Ladengeschäft in der Leverkuser Straße 31 ist jedoch kein Platz für Bügel, weil sie dort Fußgänger und besonders in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen, etwa Rollstuhlfahrer oder Nutzer von Rollatoren, behindern könnten.

Der Magistrat hat jetzt jedoch eine Alternative vorgeschlagen: Auf der anderen Straßenseite sind links und rechts der Ausfahrt vom Parkplatz des Bürgerbüros Sperrflächen markiert. Diese schraffierten Flächen könnten für Fahrradbügel genutzt werden – was den positiven Nebeneffekt hätte, dass dann keine Autos mehr illegal auf den Sperrflächen geparkt werden könnten, wie das eigentlich ständig passiert. Der Magistrat schlägt deshalb vor, Fahrradbügel zu montieren, die Schraffur zu entfernen und den Fahrrad-Stellplatz zur Fahrbahnseite mit rot-weißen Pollern gegen Autos abzugrenzen.

Fahrradabstellplätze werden auch am Griesheimer Friedhof – ein typisches Fahrrad-Ziel im Stadtteil – sowie in Nied in der Therese-Herger-Anlage benötigt. Auch dort will der Ortsbeirat Bügel am Rande des Platzes montieren lassen – wie auch in Unterliederbach zwischen dem Fußgängerüberweg an der Kreuzung Rugierstraße / Alemannenweg und dem Beginn der Parkplätze, weil dort meist bis dicht an den Fußgängerüberweg geparkt wird. Durch die Fahrradabstellplätze soll auch die Sicht für Verkehrsteilnehmer, die aus der Gotenstraße kommen, besser werden. Derzeit wird sie oft von Autos blockiert. Das haben CDU, SPD und der parteilose Ortsbeirat Uwe Eisenmann gemeinsam beantragt.

Ungeklärt ist indes noch die Frage einer sicheren Radwegeverbindung entlang der Siegener Straße zwischen Sossenheim und Eschborn. Radfahren ist dort gefährlich, es gibt keine Radwege, aber wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, hat wegen der trennenden Autobahn kaum eine Alternative zur Siegener Straße. Das Problem: Die Autobahnbrücke über die Siegener Straße soll spätestens 2020 erneuert werden, und vorher wird dort kaum etwas passieren. Thomas Schlimme hat nun noch einmal per Antrag nachgefragt, ob die Stadt bereit ist, „kurzfristig Maßnahmen einzuleiten, um die Situation bereits vor Beginn der Bauarbeiten zu entschärfen.“

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