Ginsheimer Tafel

Freunde der Burglichtspiele Mainspitze richten Kulturfonds für gesellschaftliche Teilhabe ein

Nicht jeder Mensch, der in Deutschland lebt, hat genug Geld, um sich einen Kinobesuch leisten zu können. Diesem Ungleichgewicht möchte der Verein Freunde der Burglichtspiele Mainspitze, zusammen mit der Ginsheimer Tafel, durch die Einrichtung eines Kulturfonds entgegenwirken.

Andrea Engler strahlt. Der Vereinsvorsitzenden der Freunde der Burglichtspiele Mainspitze ist anzusehen, wie sehr ihr der heutige Termin am Herzen liegt. In der Hand hält sie einen Stapel mit Kinogutscheinen, die sie gleich an Sonja Ritz von der Ginsheimer Tafel übergeben will.

Genau 100 Kinogutscheine für je einen Besuch der Burglichtspiele sind es. Alle sind durchnummeriert. Fröhlich macht sich Andrea Engler auf den Weg zum Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde, in dem die Tafel beheimatet ist.

„Die Gutscheine sollen Menschen zukommen, die sich sonst keinen Kinobesuch leisten können. Über die Tafel soll ihnen, unabhängig vom Alter, auf unbürokratische Art die Teilhabe an Kultur und Gesellschaft ermöglicht werden“, berichtet Andrea Engler.

Die Idee dazu habe ein Ginsheimer, der auch Mitglied im Verein ist, aber anonym bleiben möchte, kurz vor seinem 60. Geburtstag gehabt, verrät Engler. „Er hat sich zu seinem Geburtstag statt Geschenken Geld schenken lassen. Nachdem er den Betrag aufstockte, kamen insgesamt 2.633,25 Euro zusammen.“ Er sei auf den Vereinsvorstand zugekommen und ziemlich schnell sei klar gewesen, dass rechtzeitig zum zehnjährigen Bestehen des Vereins ein Kulturfonds eingerichtet werden soll, dessen Grundstock die Spende darstellt.

„Mit dem Geld können wir mehr als 300 Kinokarten ausgeben“, freut sich Engler. Bei der Ginsheimer Tafel angekommen, wird Andrea Engler bereits von Sonja Ritz erwartet. Dankbar nimmt die Leiterin der Tafel die 100 Kinogutschein entgegen. Sie werde nun damit beginnen, die Menschen, die berechtigt sind, bei der Tafel Lebensmittel und Dinge für den Haushalt zu beziehen, über die Gutscheine zu informieren, so Ritz. „Eventuell machen wir auch einen Gruppenbesuch mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Tafel, die selbst bezugsberechtig sind“, erzählt Sonja Ritz. „Die Idee einen Kulturfonds einzurichten ist toll. Viele Kunden der Tafel würden sonst nie Geld für einen Kinobesuch ausgeben, weil sie es sich einfach nicht leisten können.“

Die Kinogutscheine, die zuvor kostenfrei von der Stadtverwaltung gedruckt wurden, sind zunächst bis zum 31.12.2018 gültig. „Wir wollen so sicherstellen, dass die Gutscheine auch genutzt werden. Zudem wollen wir erst einmal sehen, wie das Angebot angenommen wird“, erklärt Andrea Engler.

Es sei natürlich angedacht, in der Zukunft weitere Gutscheine auszugeben. Zudem soll der Kulturfonds weiter gepflegt werden. Dazu haben die Freunde der Burglichtspiele Mainspitze eigens ein Spendenkonto eingerichtet. Unter dem Verwendungszweck „Kulturfonds Komki“ sei jede Spende auf das Konto mit der IBAN DE10 508

629 03 2201208721 bei der Volksbank Mainspitze herzlich willkommen.

„Viele Menschen fühlen sich durch ihre Armut ausgegrenzt“, berichtet Sonja Ritz. „Durch den Kinobesuch erhalten sie das Gefühl, wieder vollständig an der Gesellschaft teilhaben zu können.“

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